StepStone-Job-Report 2021: 92 Prozent der Österreicher wollen Homeoffice

Im Homeoffice arbeiten die Menschen in Österreich mehr. Die "Generation50+" schafft den Umstieg auf Homeoffice am besten. Die Unzufriedenheit mit dem Job ist allerdings auf Rekordhoch.

Wenn das Sofa zum Schreibtisch wird: Der gesetzliche Rahmen für das Arbeiten im Homeoffice wurde fixiert.

Das Homeoffice: Erst Zwang durch Corona, ein Jahr danach als Alternative zum stationären Arbeitsplatz im Büro geschätzt.

Wien. Nach einem Jahr Corona-Pandemie hat das Online-Jobportal StepStone mit seinem „Job-Report 2021“ Bilanz gezogen: 92 Prozent der Befragten steht auf Home Office. Und wünschen sich das auch in Zukunft. Jeder Fünfte würde sin Zukunft schon gar nicht mehr an den Arbeitsplatz zurückkehren, sondern Remote von Zuhause oder von sonstwo arbeiten. Das Top-Argument: Die Work-Life-Balance im Home Office wird von 36 Prozent der Befragten als „sehr gut“ bezeichnet, Ebenso viele der Befragten meinten, dass sie von zuhause sogar deutlich mehr arbeiten.

Überdurchschnittlich zufrieden mit Remote Working ist die Generation 50+, die sich am besten mit der Situation arrangieren konnte. So wollen 96 Prozent der über 50-Jährigen wollen, dass Homeoffice auch nach Corona bleibt, 30 Prozent davon möchten in Zukunft gerne ausschließlich von zuhause arbeiten.

Die schlechteste Work-Life-Bilanz haben die unter-30-Jährigen: Jeder zweite junge Mensch gibt an, im Homeoffice mehr zu arbeiten. Allerdings sei Remote zu arbeiten schlechter mit dem Privatleben zu trennen. Aber auch die die Jüngeren stehen auf Homeoffice und abhängig von der Corona-Pandemie: 87 Prozent der Jungen wollen auch von zuhause arbeiten, 20 Prozent davon könnten sich vorstellen ausschließlich von Zuhause zu arbeiten.

Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich: "Über 50-Jährige scheinen sich bei der Umstellung auf Homeoffice leichter zu tun."

Stepstone hat im Februar 2021 für seinen „Job-Report 2021“ in Österreich befragt, darunter waren 460 Menschen, die auf Jobsuche sind. Der Job-Report wird am 17. März anlässlich der „virtuellen Karriere-Messe“ präsentiert. „Nach einem Jahr Pandemie wird deutlich: Die Corona-Krise hat in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen wie ein Brennglas gewirkt. Defizite und Vorteile haben sich stärker ausgewirkt denn je“, sagt Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich.

Erstaunlich war für Dürhammer, dass ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie und dem Rückzug in die eigenen vier Wände, sieben Prozent der Befragten noch immer technisch unzureichend ausgestattet sind. 20 Prozent der befragten Frauen räumt ein, dass der Homeoffice-Arbeitsplatz "nicht passt", nicht zuletzt aufgrund der Übernahme von Homeschooling-Agenden für ihre Kinder. Bei den Männern gaben nur sechs Prozent an, dass der Homeoffice-Arbeitsplatz nicht den Erfordernissen gerecht wird.

Keine gute Zeit zum Jobwechsel

Allerdings hat sich die Zufriedenheit mit der Jobsituation verschlechtert: heute ist jeder Zweite der Befragten unzufriedener mit dem Job sowie mit den Jobaussichten im Vergleich zum Zeitraum vor der Krise. Im Sommer 2020 war nur jeder Fünfte (22 Prozent) mit seiner Jobsituation unzufrieden, zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) waren zumindest gleich zufrieden.

„500.000 Arbeitslose in Österreich sind äußerst herausfordernde Situation. Das spiegelt sich auch in unserer Studie wider. Arbeitssuchende sehen für sich eher schlechte Chancen und blicken negativ auf die kommenden Monate,“ betont Corina Drucker, Pressesprecherin StepStone Österreich.

Gerade für diejenigen, die den Job wechseln wollen oder arbeitslos geworden sind, sei die Jobsuche derzeit „zermürbend“. Das Hauptproblem über alle Altersgruppen hinweg sei unabhängig von der Altersgruppe, unter allen Bewerbern positiv herauszustechen (58 Prozent). Der Trend vom Sommer 2020 setzt sich somit fort. In einer repräsentativen StepStone-Umfrage von August 2020 hatte fast die Hälfte aller Befragten Angst, im nächsten halben Jahr keinen passenden Job zu finden.
Ein weiteres Drittel gab an, dass sich die Arbeitslosigkeit in ihrem Beruf wegen der Krise deutlich erhöht habe, ein Studienteilnehmer, der vielen aus der Seele spricht: „Es ist schwierig. 20 Absagen. Ich habe keine Motivation mehr.“

Wird Homeoffice bleiben? Aktuell geben nur weniger als 6 Prozent an, dass ihre Arbeitgeberin oder ihr Arbeitgeber Homeoffice definitiv nicht ermöglichen wird, in 26 Prozent der Fälle ist die Entscheidung noch offen. „Remote Working war schon vor Corona ein globaler Trend und ist heute eine nicht mehr wegzudenkende Normalität geworden. In Österreich hat diese virtuelle Arbeitsweise mit der Coronakrise seinen Platz eingenommen“, glaubt StepStone-Chef Dürhammer.

Mehr Digitalisierung bei Jobsuche und Recruiting

Für Unternehmen wird sich in Zukunft auch einiges beim Bewerbungsprozedere ändern. Etwa was die Selbstdarstellung anbetrifft. Denn Jobbewerber suchen heute intensiver nach Informationen über potenzielle Jobs sowie gehaltvolle Unternehmen im Netz. 16 Prozent der Befragten und jeder Fünfte unter-30-Jährige legt heute mehr Wert darauf, wie sich ein Unternehmen online präsentiert, als noch vor Corona.

Noch relevanter als die Selbstdarstellung der Unternehmen sind für die Job-Kandidaten Online-Bewertungen durch ehemalige und aktuell Beschäftigte. Für 22 Prozent der Jobsuchenden sind Arbeitgeberbewertungen wichtiger geworden, bei den unter 30-Jährigen legt knapp jeder Dritte heute mehr Wert darauf (30 Prozent).

Auf der anderen Seite verlagert sich nun auch der Kennenlern- und Auswahlprozess in den digitalen Raum. „Wir bemerken eine Verlagerung ins Digitale“, betont StepStone-Österreich-Chef Dürhammer. „Unternehmen sind mehr gefordert, technisch aufzurüsten und sich online zu präsentieren, wenn sie Bewerber erreichen wollen.“ Eine Online-Stellenanzeige reiche nicht. Ein Großteil des Bewerbungsprozesses würde bereits remote statt. Und da seien laut Dürhammer „die Unternehmen mehr gefordert, technisch aufzurüsten und sich online zu präsentieren.“

Die Gehaltsbremse

Beim Thema Gehalt ist eher Bescheidenheit eingekehrt. Das Arbeitsplatzargument zieht in Corona-Zeiten offenbar mehr als eine Gehaltserhöhung. 27 Prozent ist momentan ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger ist als das Gehalt. „Ich bin sehr zufrieden, weil ich trotz Corona in der glücklichen Lage bin, dass ich immer noch einen Job habe,“ zeigt exemplarisch der Kommentar eines Studienteilnehmers.

Der Großteil will dennoch bei der Bezahlung nur ungern Kompromisse eingehen: Mehr als die Hälfte aller Befragten wäre nicht bereit, ein niedrigeres Gehalt in Kauf nehmen, um den Arbeitsplatz zu sichern oder einen neuen Job zu bekommen.

27 Prozent sind mit ihrem Gehalt zufrieden, aber gut jeder Zehnte (11 Prozent) Befragte überlegt, den aktuellen Job zu kündigen, wenn nicht bald eine Gehaltserhöhung gewährt wird.



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