So gründen Sie eine Firma und kommen an einen Kredit

Corona hat offenbar den Gründergeist geweckt. Viele wollen nun eine Firma gründen. Wo und wie Sie auch dann Rat finden, einen Kredit oder eine Förderung bekommen, wenn Sie selbst kaum Startkapital haben.

So gründen Sie eine Firma und kommen an einen Kredit

Eine eigene Firma zu gründen, will gut vorbereitet sein. Profis helfen dabei.

Corona hat bei vielen Beschäftigten offenbar einen Umdenkprozess ausgelöst. Der vermeintlich krisensichere Job hat sich beim einen oder anderen in der Pandemie als Irrtum herausgestellt und hat einen Umdenkprozess ausgelöst. Selbst bei so manchem, dessen Arbeitsplatz durch die Pandemie nicht gefährdet ist, hat die neue Situation dazu geführt Altbewährtes zu hinterfragen und sich neu zu orientieren.

Das legt die Erfahrung von Gerda Just-Ebermann, Leiterin des Gründercenter und Förderservice der Erste Bank nahe. „Wir haben derzeit extrem viele Anfragen von Menschen, die ein Unternehmen gründen wollen.“ Die Erste Bank ist laut eigenen Angaben auch das einzige Institut, das über ein Gründerservicecenter verfügt. Auch in der Wirtschaftskammer, diese zählt ebenfalls zu den wichtigen Adressen, wenn es um Neugründungen geht, ortet man eine große Dynamik bei Services zur Firmengründung.

Gut durchdachte Businesskonzepte

Die Anfragen verteilen sich quer über die Branche, wenn gastronomische Neugründungen, derzeit auch besonders beliebt sind. Vielen potentiellen Gründern ist aber eines gemein: „Sie kommen mit interessanten Konzepten. Man merkt die intensive Vorbereitung, die dahinter steckt, auch begünstigt durch Kurzarbeit“, meint Just.

Gerda Just-Ebermann, Leiterin des Gründercenter der Erste Bank hilft Leuten, die ein Unternehmen gründen wollen.

Doch was tun, wenn der Plan einer Neugründung noch nicht ganz ausgereift ist? Am besten man wendet sich an Profis. Erste Adresse für Gründer ist die Wirtschaftskammer, die eigene Servicestellen für Gründer in den Bundesländern hat. Die Kammer mit seinen 90 Standorten im Land bietet dazu eigene Workshops an, zu Themen wie Unternehmensführung von Ein-Personen-Unternehmen und Kleinbetriebe, Einstiegskurs in die Buchhaltung, Finanzierungsworkshops oder ein Seminar, wie man durch mentale Stärke Erfolg im Job hat. Eine Checkliste soll Gründern helfen sich auf den Beratungstermin mit Experten gut vorzubereiten.

Die wichtigsten Anlaufstellen für angehende Jungunternehmer

  • Nehmen Sie Kontakt zum Gründerservice der Wirtschaftskammer auf
  • Auch das AMS hat einige nützliche Informationen für Gründer. Das AMS übernimmt, wenn die Geschäftsidee erfolgversprechend ist und die persönlichen Voraussetzungen stimmen, die Kosten für eine Unternehmensberatung und wenn nötig eine Ausbildung. Ein Unternehmensberater kontrolliert, wie die Geschäfte laufen, und macht Verbesserungsvorschläge.
  • Wirtschaftsagentur bietet in allen Bundesländern Basiscoachings fürs Gründen und Finanzieren und fördert auch Projekte.
  • Gründercenter der Erste Bank begleitet Unternehmen bei der Gründung, Finanzierung und Förderung.
  • Nützlich ist auch der Steuerleitfaden für neu gegründete Unternehmen des Finanzministeriums.


Mit Profis Businessplan erstellen

Das Gründercenter der Erste Bank unterstützt angehende Unternehmer unter anderem bei der Erstellung von Businessplänen und hilft den USP, also das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens, herauszuarbeiten. Bevor die Gründer loslegen können, wird zuletzt noch eine To-do-Liste erarbeitet, die täglich oder wöchentlich abgearbeitet werden sollte. „Wer sich daran hält, ist gut gerüstet, um eine Firma erfolgreich zu starten“, argumentiert Just-Ebermann vom Gründerservice. Banken helfen auch dabei die Frage zu klären, welcher Umsatz nötig ist, um die Fixkosten des Unternehmens und die Lebenserhaltungskosten bestreiten zu können.

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für Kredit vorlegen

Doch wie an eine Finanzierung kommen? Gerade als junger Gründer fehlt es oft am nötigen finanziellen Background. Aber selbst dann ist noch nicht aller Tage Abend. Um von einer Bank einen Kredit zu bekommen, müssen Jungunternehmer zunächst eine Bilanz, etwa eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, vorlegen. Wenn eine solche nicht vorhanden ist oder nicht ausreichend Grundlage für einen positiven Kreditbescheid liefert, gibt es Auswege.

Anfangsverluste können mit einem Betriebsmittelkredit abgedeckt werden. Sind erste Umsätze schon geflossen und die Prognosen schlüssig, stehen die Chancen günstig, dass sich eine Bank bereit erklärt für solche Anfangsverluste und Liquiditätslücken bei Einnahmen und Ausgaben mit einem Betriebsmittelkredit zu überbrücken.

Förderstellen bieten Haftungen

Fehlende finanzielle Sicherheiten können mit Haftungen von Förderstellen ausgeglichen werden. Um an eine solche Haftung zu gelangen, kann man sich direkt an die Förderstellen, an die Kammer oder auch an Bank wenden. „Wir arbeiten intensiv mit dem Austria Wirtschaftsservice AWS und in Wien beispielsweise mit dem WKBG zusammen, das mit seinen Bürgschaften Unternehmen bei der Finanzierung unterstützt und vereinzelt sich auch daran beteiligt“, erläutert Just.

Wenn das Unternehmen rote Zahlen schreibt und ein Kredit nicht gewährt werden kann, ist dennoch nicht alles verloren. „Um die finanzielle Situation zu verbessern, führen wir intensive Gespräche mit dem Unternehmen“, erläutert Just. Bei Bedarf stellt die Erste Bank den Gründern auch einen Steuerberater zur Verfügung. „Dieser soll nicht die Firma prüfen, sondern Unterstützung bieten und kann ihnen vielleicht durch seine Tipps neue Wege eröffnen.“

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