Schule macht Wirtschaft: "Keine Grenzen"

Schule macht Wirtschaft: "Keine Grenzen"

BAstelstunde: In der schuleigenen Werkstatt wird Coca-Cola-Managerin Sandra Lischka vorgeführt, wie ein Vineyard-Ständer entsteht.

Die Aktion Schule macht Wirtschaft geht dem Finale zu. Die letzten Schüler-Firmen absolvieren ihre Präsentationen vor ausgewählten Vertretern aus der Wirtschaft.

Hallo. Ich bin das Fass", ertönt es aus den Lautsprechern im Saal. Der Scheinwerfer springt an, und tatsächlich: Mitten auf der Bühne steht ein Holzfass aus Eiche. Das Fass erzählt von seiner Herstellung, von produktiven Jahren als Weingefäß und schließlich vom drohenden Ende als Altholz -"doch dann hatten diese jungen Menschen eine Idee". Diese jungen Menschen, das sind Schüler der HTL Mödling, und ihre Idee war es, das Holz ausrangierter Weinfässer zu verwerten. Die Idee wurde zu einem eigenen realen Unternehmen, der Junior Company (JC) Wine Line. Das Projekt "Schule macht Wirtschaft" ermöglicht es den Schülern dabei, spannende Informationen und Tipps von Experten aus der Wirtschaft zu erhalten.

Das wiederverwertete Weinfass-Holz bleibt dem Traubensaft treu: Die JC macht daraus Wein-Accessoires. Der Vinney ist ein Flaschenständer, bestehend aus einem einzelnen Holzblock mit Loch für den Flaschenhals. Der Block steht schräg, die Weinflasche sorgt für Gleichgewicht -ein Balanceakt, ermöglicht durch präzise Statik. Auch das Flagschiff im Sortiment, der Vineyard, lagert Flaschen, allerdings gleich neun Stück. Der Ständer stellte die jungen Gründer vor eine Herausforderung, da sie sowohl Produktionsaufwand als auch Nachfrage unterschätzt hatten - es dauerte sechs Stunden, bis der erste Prototyp endlich auf dem Edelstahlfuß stand.

Die Schüler optimierten den Prozess, halbierten die Produktionsdauer -und kamen trotzdem mit den Bestellungen kaum nach. Da mussten schon mal Wochenenden investiert werden. "Die meiste Arbeit passierte in der Freizeit", so die Geschäftsführerin Nina Eiböck. Coca-Cola unterstützt auch in diesem Jahr wieder das Projekt und entsandte Sandra Lischka, Senior Brand Managerin der Marke Römerquelle. Nach der Präsentation wollte Lischka sofort wissen, ob man denn noch bestellen könne (leider nicht). Lischka lobte die professionelle Haltung der Schüler, und riet ihnen, vor den nächsten Schritten erst genau über ihre Ziele nachzudenken und die eigenen Kapazitäten im Auge zu behalten. "Schaut euch an, wohin und wie weit ihr gehen wollt." Ein erstes großes Ziel ist bereits erreicht: Wine Line ist niederösterreichischer JUNIOR Landessieger 2017 und wird das Land am 29. Mai im JUNIOR-Österreichwettbewerb vertreten. Lischka ermutigte die Schüler: "Wenn es eure Leidenschaft ist, gibt es keine Grenzen."

Es grünt so grün

Die Gründerinnen von Hanffabrik erklärten WKO-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller, welches Potenzial im Rohstoff Hanf steckt.

Auch die JC der BBS Kirchdorf präsentierte die Ergebnisse ihrer Firma. Die Gründer von Hanffabrik produzieren Lebensmittel aus Hanf, zu hundert Prozent legal, wie ein Aufkleber am Stand bei der Handelsmesse versicherte. Das Sortiment umfasst Kekse, sogenannte "Hempkies", ein Hanfpesto sowie eine Gewürzzuckermischung auf Hanfbasis. Die Schüler sind sich der kontroversen Natur ihres Konzepts durchaus bewusst -es sei aber ihr erklärtes Ziel, "Lebensmittelhanf als Superfood publik zu machen." Der Hanf kommt aus der Region, vertrieben wurden die Produkte großteils auf Weihnachtsmärkten. Der Präsentation lauschte Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich. Sie sei begeistert, wie sehr sich "Wirtschaftswissen und Spaß am unternehmerischen Tun" durch Projektunterricht wie das JUNIOR-Programm vermitteln lassen. Diese Freude am Schaffen sei unverzichtbar für den weiteren Berufsweg und schaffe Anreize für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Das myVeeta-Team rund um CEO Jan Pichler (Mitte).

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