Schlechtes Benehmen von Führungskräften kostet Unternehmen viel Geld

Wie Unhöflichkeit von Vorgesetzten Unternehmen schädigt. Die sechs häufigsten Fehlverhalten von Chefs und Tipps, wie sie sich bessern können, um der Firma durch so demotivierte Mitarbeiter nicht mehr zu schaden.

Schlechtes Benehmen von Führungskräften kostet Unternehmen viel Geld

Gutes Benehmen gegenüber Mitarbeitern halten manche Vorgesetzte für überflüssig. Doch es schadet der Firma und isgt stets ein Zeichen von Schwäche.

Mangel an Respekt und Höflichkeit ist gerade in Unternehmen, wo nun mal der Vorgesetzte die Macht hat, eine Unart, die kaum auszurotten ist. Mitarbeiter, die unhöflichem Verhalten von Führungskräften, aber auch von Kollegen ausgesetzt sind, arbeiten jedoch weniger produktiv und sind öfter krank, wie Studien belegen. Die Produktivität und letztendlich auch die Gewinne leiden.

Der Teufelskreis schlechten Benehmens
Damit sich das ändert, haben Stilexpertin Elisabeth Motsch und Medienexpertin Doris Schulz das Buch "Der Benimm-Code" verfasst. Zuvor hat Motsch über mehrere letzten Jahre Arbeitnehmer befragt, wie sie sich am Arbeitsplatz behandelt fühlen. Über 70 Prozent davon klagten, dass Unhöflichkeit gang und gäbe sei. Etwa die Hälfte verringert ihren Arbeitseinsatz. "Die Qualität der Arbeit und sie sind frustriert", so Motsch. Da das Verhalten ihrer Führungskräfte und Kollegen abfärbt, agieren auch sie unhöflicher und dieses Verhalten wirkt sich auch auf Kundenbeziehungen aus.

Unhöflichkeit und Respektlosigkeit hat sich in den letzten Jahren durch die sozialen Medien noch verschärft und Menschen ermutigt, für ihr Verhalten nicht verantwortlich zu sein.
Deshalb haben Unternehmen heute mehr denn je die Aufgabe, Menschen darauf vorzubereiten, Mitarbeitern und Kollegen Respekt zu zeigen und einen höflichen Umgang zu pflegen, um ein Umfeld zu schaffen, wo man gerne arbeitet und wo man sich geschätzt fühlt.

So belegt eine Gallup-Studie aus dem Jahr 2018, dass der kontinuierliche Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter einer der wichtigsten Hebel ist, um die emotionale Bindung am Arbeitsplatz zu erhöhen.

Oft wird ein höflicher Umgang einer Führungskraft als Schwäche ausgelegt, dabei ist es Stärke. Es erfordert viel mehr Entschlossenheit, Kompromisse einzugehen und Respekt zu zeigen, als unhöflich und unbeugsam zu sein.
Viele Unternehmen geben an, während des Einstellungsprozesses auf Höflichkeit nur flüchtig zu achten. Das ist ein großer Fehler und kostet den Unternehmen Unsummen.

Sechs häufige Beispiele für unhöfliches Verhalten von Vorgesetzten

Zurechtweisung eines Mitarbeiters vor dem Team.
• Chefs, die ignorieren, dass auch Mitarbeiter ein „Danke“ verdient haben. Viel zu häufig werden Leistungen als selbstverständlich erachtet. Mitarbeiter, die sich wochenlang abschuften und ihr Bestes geben, bekommen nicht einmal ein Danke, geschweige denn Lob.
• Chefs erwarten Pünktlichkeit, sind aber selbst unpünktlich und sich vielleicht nicht einmal entschuldigen.
• Chefs, die (junge) Mitarbeiter einfach ohne zu fragen duzen. Aus Respekt dem Mitarbeiter gegenüber, muss auch ein Chef fragen: Passt es für Sie, dass ich Sie duze?“ oder „Passt es für Sie, dass wir uns duzen?“
• Chefs, die ohne zu grüßen durchs Haus gehen und ihre Mitarbeiter ignorieren. Ein höflicher Chef geht mit offenem Blick durchs Haus und sucht den Blickkontakt zu seinen Mitarbeitern.
• Chefs, die Vetternwirtschaft betreiben und ihre Lieblinge bevorzugen. Was zählt ist die Gunst des Chefs. Das hat eine destruktive Wirkung auf die Moral der Mitarbeiter.


Überreagieren Sie nicht, wenn andere Ihnen gegenüber unhöflich sind

Doch es gibt Hoffnung. Erlernte, negative Verhaltensweisen wie Unhöflichkeit können auch verlernt werden. Wer seine Umgangsformen verbessern möchte, findet dazu im Benimm-Buch der beiden Autorinnen wohl einen guten Ratgeber. Einer ihrer Tipps: "Denken Sie über Ihre eigenen Handlungen in Ihrem täglichen Leben nach, insbesondere im Arbeitsleben. Machen Sie sich Ihrer Handlungen bewusst und ändern sie diese. Überreagieren Sie nicht, wenn andere Ihnen gegenüber unhöflich sind. Bleiben Sie gelassen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich dazu äußern sollten, machen Sie höflich darauf aufmerksam."

Eric Hoffer, ein amerikanischer Philosoph hat einmal gesagt:

“Rudeness is the weak man's imitation of strength“

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