Richtig führen: Die wichtigsten Motive, die Menschen antreiben

Streben Sie vor allem nach Macht oder ist Ihnen Unabhängigkeit oder etwa doch Anerkennung besonders wichtig? Jeden Menschen treiben bestimmte Motive zum Handeln an. Wer weiß, was ihn antreibt, kann laut dem US-Psychologen Steven Reiss sein Leben besser gestalten und auch andere besser verstehen. Nur wer weiß, wie der andere tickt, kann ihn als Vorgesetzter auch gut führen. So stufen Sie sich richtig ein.

Richtig führen: Die wichtigsten Motive, die Menschen antreiben

Der eine will seinem Vater beweisen, was in ihm steckt, der andere tut alles beruflich möglich dafür, sich Statussymbole wie teure Autos und Luxusimmobilien leisten zu können, für den anderen zählt vor allem die Unabhängigkeit, die er als Vorgesetzte genießt. Jeden, auch jene, die es in die obersten Etagen eines Unternehmens schaffen, treiben bestimmte Motive zur Leistung an. "Entscheidend ist es sich der eigenen Beweggründe bewusst zu sein", erklärte dazu einmal der amerikanische Psychologe Steven Reiss.

Dabei gibt es weder gute noch schlechte Motive, die Menschen antreiben. "Das Wissen über unsere Motive hilft uns dabei, unser Leben so zu gestalten, dass wir uns möglichst wohl fühlen und uns nicht selbst im Weg stehen. Es hilft uns auch zu verstehen, was uns in mancher Lebenslage bremst, hemmt oder stört. So können wir entsprechend darauf zu reagieren," meint dazu Führungskräfte-Trainer Joachim Simon. Die meisten dieser Gründe, die Menschen antreibt, sind nach Ansicht von Verhaltenspsychologen Reiss genetisch determiniert.


Motivieren kann nur, wer weiß, was der andere wirklich will

Die Lebensmotive, die das Handeln beeinflussen, sind in jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Laut den Forschungen von Verhaltensspezialist Reiss liegen allen menschlichen Verhaltensweisen 16 Motive zugrunde. Aus dieser Erkenntnis entwickelte er das Reiss Motivation Profile, ein Verfahren, um die Persönlichkeit von Menschen zu analysieren. Es handelt sich dabei um ein wissenschaftliches Testverfahren, das die Ausprägung der Antriebe von Menschen misst. Ist ein Lebensmotiv durchschnittlich ausgeprägt, hängt die Bedeutung des Motivs stärker von der jeweiligen Situation ab. Eine seiner Thesen: Motivieren kann nur, wer weiß, was der andere wirklich will, also dessen Lebensmotive kennt. Hier eine


Typische Verhaltenspräferenzen

Ausgesuchte Lebensmotive nach Steven Reiss

Streben nach Macht

Stark ausgeprägt: Wunsch, zu führen und Einfluss auszuüben, Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme, ambitioniert, strebt Erfolg und Leistung an, Ehrgeiz, möchte sich durchsetzen.
Gering ausgeprägt: Übt nicht gerne Einfluss auf andere Menschen aus, will andere nicht führen, mag es, wenn andere die Führung bzw. Verantwortung übernehmen.


Streben nach Unabhängigkeit

Stark ausgeprägt: Schätzt persönliche Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung, möchte nicht von anderen abhängig sein, nimmt ungern Hilfe von anderen an, möchte ihre/seine Individualität ausleben, strebt nach Autonomie.
Gering ausgeprägt: Wunsch nach Verbundenheit mit anderen und Gemeinschaft, Teamfähigkeit, kann sich gut auf andere ein- und verlassen.


Streben nach Anerkennung

Stark ausgeprägt: Empfindsam gegenüber Kritik und Zurückweisung, Streben nach Akzeptanz und positivem Selbstwert, Vermeidung von Kritik.
Gering ausgeprägt: Selbstsicher, selbstbewusst, konstruktiv gegenüber Kritik, zeigt Grundoptimismus, kann Rückschläge gut verkraften.


Streben nach Neugier

Stark ausgeprägt: Die Lust Neues kennenzulernen und der Wunsch am Lernen des Lernens wegen, unabhängig von der Intelligenz. Neugier äußert sich durch das intellektuelles Bedürfnis nach Lesen, Schreiben, Nachdenken oder Reflektieren. Neugierige Menschen sind interessiert daran, die Wahrheit herauszufinden.
Gering ausgeprägt: Menschen, bei den Neugier nur ein geringes Motiv für ihren Antrieb darstellt, folgen dagegen oft dem Motto „Just do it“. Für sie müssen Ideen einen Nutzen haben, um ihr Interesse zu wecken. Müssen sie sich dagegen mit einem abstrakten Thema beschäftigen, kann sie das viel Energie und Anstrengung kosten.


Streben nach Idealismus

Stark ausgeprägt: Idealismus ist das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit und Fairness. Menschen, bei denen dieses Lebensmotiv stark ausgeprägt ist, wollen zum Wohl der Menschheit beitragen. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass sie gemeinnützigen Organisationen beitreten, humanitäre Interessen unterstützen oder Geld spenden. Personen mit einem hohen Lebensmotiv „Idealismus“ sind oft selbstlos und nehmen Anteil am Schicksal anderer. Sie möchten dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Ort wird.
Gering ausgeprägt: Menschen, deren Idealismus gering ausgeprägt ist, sehen sich eher weltlich und realistisch und handeln pragmatisch. Ihre Aufmerksamkeit liegt weniger auf gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie glauben, dass Ungerechtigkeit zum Leben dazugehört, weil „die Welt ist, wie sie ist“.


Streben nach Ordnung

Stark ausgeprägt: Strebt nach Organisation, strukturiertem Vorgehen, legt Wert auf Sicherheit, Stabilität und Ordnung, legt Wert auf Details, bevorzugt es zu planen, tut sich schwer mit Veränderungen.
Gering ausgeprägt: Bevorzugt Flexibilität und wenig Struktur, hat Freude an Veränderungen, hat geringes Sicherheitsbedürfnis, kann chaotisch wirken, schätzt Spontaneität, hat geringes Ordnungsbedürfnis.


Streben nach Ehre

Stark ausgeprägt: Orientiert sich an Prinzipien, moralische Integrität ist wichtig, Wertschätzung für Charakterstärke und Tradition, schätzt und wahrt Loyalität.
Gering ausgeprägt: Tendiert zu Zweckorientierung, orientiert sich am eigenen Wertegerüst, ist wenig an allgemeinen Prinzipien und Traditionen orientiert.


Streben nach Beziehungen

Stark ausgeprägt: Ist kommunikativ, gesellig und kontaktfreudig, führt ein aktives Sozialleben, liebt Späße, pflegt engen Kontakt zu Freunden, hat viele Bekannte, ist gern mit Menschen zusammen, liebt gemeinsame Aktivitäten.
Gering ausgeprägt: Legt wenig Wert auf ein aktives Sozialleben, ist gerne allein, braucht viel Zeit für sich selbst, meidet gesellige Veranstaltungen.


Streben nach Status

Stark ausgeprägt: Legt Wert auf Prestige, Reichtum, Titel, öffentliche Aufmerksamkeit und Ansehen, Auftreten und Geld sind wichtig.
Gering ausgeprägt: Legt Wert auf Bescheidenheit, glaubt an soziale Gleichheit, lehnt Snobismus, Förmlichkeit, Statussymbole und Prestige ab.


Streben nach Ruhe

Stark ausgeprägt: Hat eine hohe Sensitivität für Gefahren, Risiken und Schmerzen, wird leicht nervös, empfindet häufiger Stress oder Angst.
Gering ausgeprägt: Hat wenig Empfindsamkeit bzw. Sensitivität für Gefahren, Risiken und Schmerzen, kann gut mit Stress umgehen, bewahrt bei Schwierigkeiten kühlen Kopf, ist mutig und unerschrocken.

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