Neuer Mitarbeiter: Die 4 Recruiting-Trends für das Jahr 2020

Für seinen Global Talent Trends Report 2020 hat das Business-Netzwerk LinkedIn anhand einer Befragung von über 7.000 Personalisten die vier wichtigsten Recruiting-Trends ermittelt. Employer Experience und internes Recruiting sind zwei davon.

Neuer Mitarbeiter: Die 4 Recruiting-Trends für das Jahr 2020

Mehr als 7.000 Personalverantwortliche weltweit hat das Business- und Karriere-Netzwerk LinkedIn für die neue Ausgabe des Global Talent Trends Report befragt und dafür zusätzlich mehr als 660 Millionen Datenpunkte von LinkedIn Mitgliedern, darunter 14 Millionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert. Daraus wurden vier Trends destilliert, von denen die Arbeitswelt im Jahr 2020 weltweit geprägt seinwird: Die Employee Experience wird wichtiger, People Analytics spielt eine größere Rolle, Stellen werden verstärkt intern besetzt und das Altersspektrum innerhalb der Belegschaft verbreitert sich.

"Die Trends des Jahres 2020 sind Folgen des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels", sagt Barbara Wittmann, Country Managerin DACH bei LinkedIn. "Dazu gehören auch Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die sich in höherer Zahl eröffnen, wenn Unternehmen einen neuen Fokus auf internes Recruiting setzen und Stellen häufiger intern besetzen."

1. Employee Experience

Der Begriff "Employee Experience" wird analog zur "Customer Experience" gedacht und beschreibt alles, was ein Mitarbeiter als Teil des Unternehmens fühlt, erlebt oder womit er interagiert. 2020 wird das Employer Experience vom Buzzword zur gelebten Praxis. 77 Prozent der Unternehmen arbeiten aktuell an ihrer Verbesserung. Und die Zahl der Stellen, die "Employee Experience" in der Bezeichnung tragen, ist heute 24-mal so groß wie noch vor fünf Jahren. Es geht dabei nicht nur um altruistische Motive, sondern auch um eine erfolgreiche Personalpolitik. Denn ein Investment in die Employee Experience stärkt die Mitarbeiterbindung (77 Prozent) und die Produktivität (71 Prozent), sagen die befragten Personaler. Neun von zehn (96 Prozent) glauben folgerichtig, dass das Thema weiter an Bedeutung gewinnen wird. "Arbeitgeber müssen begehrten Talenten heute mehr bieten müssen als nur ein gutes Gehalt", sagt LinkedIn-Managerin Wittmann.

2. People Analytics

Experten diskutieren bereits seit Jahren darüber, dass Datenanalysen das Personalwesen verändern werden. Daten der Bewerber sind für die Recruiter mittlerweile essenzielle Entscheidungshilfen. Lange konnten sich fast ausschließlich Großkonzerne die dafür benötigte Infrastruktur leisten. Die Entwicklung neuer und günstiger Tools, die einfach zu bedienen sind und vielfältige Anwendungsgebite abdecken hat das geändert. Parallel dazu ist sich die Zahl der HR-Fachleute, die angeben, sich mit Datenanalysen auszukennen, in den letzten fünf Jahren um 242 Prozent gestiegen. Die Zukunft könnte weiteres Wachstum bringen - denn 73 Prozent der befragten Personaler erwarten, dass People Analytics in den kommenden fünf Jahren in ihrem Unternehmen hohe Priorität genießen wird. Datengetriebene Entscheidungen im Personalwesen werden also endgültig zum Standard.

3. Internal Recruiting

In der eigenen Belegschaft finden sich viele unentdeckte Talente, doch bisher haben die wenigsten Unternehmen diesen Pool systematisch angezapft. Wenn Stellen in der Vergangenheit intern neu besetzt wurden, dann in der Regel deshalb, weil sich die wechselwilligen Mitarbeiter aus eigenem Antrieb darum bemühten. Das ändert sich gegenwärtig, denn die interne Personalbeschaffung rückt zunehmend in den Fokus von Personalern. 73 Prozent sagen, dass diese Form des Recruitings in ihrem Unternehmen aktuell an Bedeutung gewinnt. Mit gutem Grund: Unternehmen, die viele Stellen intern besetzen, stärken die Personalbindung. Mitarbeiter bleiben ihnen im Schnitt 41 Prozent länger treu als Unternehmen, in denen die interne Personalbeschaffung eine geringere Rolle spielt.

4. Multigenerational Workforce

Boomer trifft Hipser: Die Generation der Baby-Boomer trifft am Arbeitsplatz immer öfter auf die Millennials der Generation Z. Weil Menschen später in Rente gehen und Nachwuchskräfte früher ins Arbeitsleben einsteigen, wird das Altersspektrum in Unternehmen breiter. Unternehmen müssen deshalb jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass dieser Umstand nicht zum Hindernis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wird - sondern zur Chance. Erfahrenere Mitarbeiter können ihr Wissen an jüngere Generationen weitergeben, Berufseinsteiger neue Ideen einbringen. 89 Prozent der befragten Personaler glauben, dass eine multi-generationale Belegschaft das Unternehmen erfolgreicher macht.

Wittmann: "Wir haben festgestellt, dass Arbeitgeber vermehrt versuchen, Mitarbeiter aus unterschiedlichen Generationen zu integrieren und die Stärken jedes Einzelnen zum Vorschein zu bringen. Das verschafft ihnen nicht nur einen wirtschaftlichen Vorteil, sondern macht auch die Arbeitswelt ein Stück weit fairer und inklusiver - wir sehen darin deshalb eine überaus positive Entwicklung."

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