Pomodoro-Technik: Mehr Produktivität durch Pausen

Pomodoro-Technik: Mehr Produktivität durch Pausen

Ein einfaches, aber effektives Zeitmanagement-Tool: Die Pomodoro-Technik.

Leistungssteigerung durch Zeitmanagement. Wie eine Eieruhr, Tomaten und regelmäßige Pausen selbst chronische Aufschieber in Höchstform bringen.

Das vor kurzem gefällte Gerichtsurteil zur bezahlten Beamten-Mittagspause sorgte für Aufruhr. Für Arbeitnehmer gilt in der Regel Pausenpflicht nach sechs Stunden Arbeit. Was man jedoch in der halben Stunde Pause macht, ist jedem selbst überlassen. Ob Essen, Besorgungen erledigen oder Spazierengehen - all das ist jedenfalls für Körper, Geist und Arbeitsleistung nachweislich besser, als durchzuarbeiten.

Arbeite klug, nicht hart

Wer Pausen richtig einsetzt, kann überdies seinen Stresspegel mindern, kommt auf neue Ideen und ist leistungsfähiger. Denn auch wenn es so aussieht, als wären die Dauerarbeiter fleißiger: Häufige, kurze Pausen bringen langfristig effektiv mehr Produktivität.

Orts- und Gedankenwechsel in der Pause steigern die Kreativität und geben neue Impulse für Aufgaben und Herausforderungen. Den Output steigert auch regelmäßiges Essen und Trinken. Wer das vernachlässigt, brennt aus. Das menschliche Gehirn kann sich nur relativ kurze Zeit konzentrieren. Regelmäßige, kurze Pausen helfen dabei, fokussiert über lange Zeit am Ball zu bleiben.

Pomodoro-Technik

Mit einer Eieruhr, einem Bleistift und einem Blatt Papier kann eine renommierte Methode des Zeitmanagements leicht angewendet werden. Die Pomodoro-Technik hat der Italiener Francesco Cirillo entwickelt und hilft beim Erledigen von Aufgaben. Der Name der Technik rührt daher, dass Cirillos Küchenuhr die Form einer Tomate hatte, als er die Methode in den 1980er-Jahren erfand.

Die Technik befolgt das Prinzip von Anspannung und Entspannung. Hierfür wird zunächst die Aufgabe notiert, die erledigt werden soll. Die Arbeitszeit wird dann eingeteilt in konzentrierte "Pomodoro-Phasen" und Pausen. 25 Minuten wird an der Aufgabe gearbeitet, ohne jede Ablenkung und Unterbrechung.

Es hilft, sich im Vorfeld klar darüber zu werden, welche Dinge im Alltag die persönlichen "Zeitfresser" sind: Social Media, häufiges Emails-Checken, Anrufe, Plaudern mit den Kollegen - all das sollte die konzentrierten 25 Minuten nicht stören. Ziehen Sie sich zurück, schalten Sie das Telefon aus oder gehen Sie Offline und widmen Sie sich nur Ihrer einen, festgelegten Aufgabe.

  • 1. Aufgabe festlegen.
  • 2. Eine Arbeitseinheit hat 25 Minuten.
  • 3. Nach jeder Einheit eine kurze Pause von fünf Minuten einlegen.
  • 4. Nach vier Einheiten eine lange Pause machen.

Nach einer Arbeitseinheit werden fünf Minuten Pause eingelegt, in der etwas völlig anderes gemacht werden soll: Bewegung, Trinken, Musikhören, Lüften, was auch immer Entspannung bringt. Wichtig ist, konsequent nach 25 Minuten zu pausieren. Mit einem X kann im Text beispielsweise eine Markierung vorgenommen werden und man weiß, wo es nach der Pause weitergeht.

Dann wird die nächste, konzentrierte Pomodoro-Einheit eingelegt. Wieder 25 Minuten. Nach vier Pomodoro-Einheiten ist eine längere Pause von 20 bis 30 Minuten angebracht.

Getestet und für gut befunden: Dieser Artikel wurde mit der Pomodoro-Technik fertiggestellt.

Die kürzeren Arbeitseinheiten verhelfen zu besserer Konzentration, bauen Hemmschwellen ab und sind der Leistungsfähigkeit des Gehirns eher angepasst als stundenlanges Brüten über der Arbeit. Wer sich so seinen Arbeitsalltag einteilt, arbeitet hoch fokussiert und tut gleichzeitig etwas für seine Gesundheit. Diese Einteilung von Arbeit und Pause ist ideal, um Rückenschmerzen und trockenen Augen vor dem Bildschirm vorzubeugen, vor allem wenn die Pausen in Bewegung verbracht werden.

Arbeiten im Flow

Wer oftmals gar nicht in die Gänge kommt, Erledigungen anzugehen, wird staunen, dass das Ganze sogar Spaß macht. Man kann regelrecht in einen Rausch beim Abarbeiten kommen. Solch ein Flow kann nie erreicht werden, wenn Dinge nebenher, also in Multitasking, gemacht werden. Rasche Erfolge und die Konzentration auf wirklich nur eine Sache fehlen oftmals im Arbeitsalltag. Mit dieser Technik kann jede Aufgabe angenehm durchorganisiert werden. Am Ende des Tages hat man einen Überblick über all die Dinge, die schon geschafft sind und das motiviert zusätzlich, dranzubleiben.

Hilfreiche Apps

Der Erfinder Cirillo setzt auf die herkömmlichen Hilfsmittel seines Küchentisches, um die Methode anzuwenden, also Eieruhr, Stift und Papier. Wen das Ticken der Eieruhr stört, kann einfach den Timer seines Smartphones einstellen. Entwickler haben sich aber auch von der Zeitmanagement-Methode inspirieren lassen. Für "Selbstvermesser" bieten einige Anwendungen eine interessante Übersicht, da sie die getane Arbeit und den Zeitaufwand am Ende eines Tages, Projekts oder Monats erfassen:

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