Permanentes Homeoffice: Telefonica schafft die Büropflicht ab

Der Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland will die Mitarbeiter künftig völlig frei entscheiden lassen, wann und wo sie arbeiten. Die Anwesenheitspflicht im Unternehmen wird abgeschafft, Meetings sollen nur noch virtuell stattfinden, Dienstreisen werden gestrichen.

Permanentes Homeoffice: Telefonica schafft die Büropflicht ab

Arbeiten wo, wie und wann es passt: Der deutsche Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland (DE000A1J5RX9), der in unserem Nachbarland mit der Marke O2 aktiv ist, setzt als eines der ersten größeren Unternehmen die während des Corona-Shutdowns gewonnenen Erkenntnisse konsequent um. "Viele - auch mich - hat es überrascht, wie reibungslos die Arbeit im Homeoffice funktioniert. Dadurch ist ein Durchbruch gelungen", sagt Personalchefin Nicole Gerhardt.

Nun zieht das Unternehmen den für Gerhardt logischen Schluss: Künftig sollen alle Mitarbeiter selbst entscheiden können, wann und wo sie arbeiten. Eine verpflichtende Anwesenheit soll es nicht mehr geben. Dabei räumt Gerhardt allerdings ein, dass bei aller Flexibilisierung die "unmittelbare soziale Interaktion" nach wie vor wichtig ist. Zu bestimmten Zeiten, etwa wenn neue Mitarbeiter anfangen, hält es die Personalchefin daher für wichtig, dass diese alle Kollegen auch persönlich kennenlernen - nicht nur am Bildschirm.

Meetings und Dienstreisen

Die Abschaffung der Anwesenheitspflicht zu Kernzeiten hat auch grundlegende Auswirkungen auf Meetings und Dienstreisen. Erstere sollen bei dem Unternehmen künftig grundsätzlich virtuell stattfinden, unter Nutzung von Video-Conferencing-Lösungen. "Es gab Videokonferenzen, in denen über 2.000 Mitarbeiter gleichzeitig teilnahmen", sagt die Telefonica-Personalchefin. Das Unternehmen sei dadurch auch effizienter in der Information der Belegschaft geworden.

Bei den Dienstreisen soll besonders radikal gespart werden. Nicht zwingend notwendige Reisen sollen gar nicht mehr angetreten werden. Der Mobilfunkanbieter will so rund 70 Prozent aller Dienstreisen durch virtuelle Meetings ersetzen.

Dabei steht nach Angaben der Managerin die Kostensenkung nicht primär im Fokus. Telefonica gehe es um mehr Produktivität und auch um Klimaschutz. Ein Teil der Einsparungen soll an die Beschäftigten zurückzugeben, ein weiterer gespendet werden: "Wir werden entweder in die Mitarbeiterentwicklung investieren oder an gemeinnützige Organisationen spenden", betont Gerhardt.

Flexible Arbeitswelt

Bei der Planung der Arbeitswoche solle das Ergebnis zum Dreh- und Angelpunkt werden und nicht, wo und wie es zustande komme, betonte die Personalchefin. "Der Mitarbeiter soll künftig stärker selbst entscheiden, für welche Aufgabe er wann und wo am produktivsten arbeiten kann." Das bringe mehr Autonomie, aber auch mehr Selbstverantwortung. "Da muss in allen Unternehmen noch viel getan werden. Aber es ist absolut richtig, von der starren Ausrichtung an der Arbeitszeit wegzukommen."

Die neue Flexibilität werde nach Gerhardts Einschätzung dazu führen, dass die Beschäftigten auch ihre Lebensmodelle überdenken. So falle es Frauen leichter, in Vollzeit wieder einzusteigen und nicht in Teilzeit arbeiten zu müssen.

Executive Education - Schwung für Ihre Karriere

In Kooperation mit der WU Executive Academy liefert Ihnen der trend im …

Für Berufseinsteiger am Beginn der Karriereleiter gilt es vor allem, die eigenen Qualitäten und Stärken herauszufinden und auf sie zu setzen.

Berufseinsteiger: Die Karriere bewusst richtig starten

Bereits beim ersten Job, zumeist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, …

Zahlen können nicht täuschen: Das Budget ist fernab jeglicher Psychologie ein essenzielles Management-Tool.

Das Budget als Richtschnur: Führen mit Zahlen [von Fredmund Malik]

Psychologie ist nicht alles. Das wichtigste Instrument für Manager bleibt …

Nachhaltigkeitsmanager sind gesuchte Experten. Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich im Überblick.

Leadership: Kaderschmieden für Nachhaltigkeitsmanagement

Gute Führung, faire Produkte, saubere Lieferketten - nachhaltiges …