Periodensystem der Führung: die Hard Skills

Periodensystem der Führung: die Hard Skills

Helga Pattart-Drexler, Head of Executive Education der WU Executive Academy, hat sich die einzelnen Gruppen der Leadership-Elemente genauer angesehen und erklärt, warum es auch im Periodensystem der Führung vier Aggregatzustände gibt und was gute Führung tatsächlich ausmacht.

Wir Menschen sind ständig auf der Suche nach Struktur und Ordnung. Dieses Bedürfnis hilft uns dabei, mitunter komplexe Zusammenhänge besser einordnen zu können. Das gilt auch dann, wenn es darum geht, das vielschichtige Thema Leadership aus einer holistischen Perspektive zu verstehen. Dazu kann es hilfreich sein, bereits bestehende Struktursysteme aus einer anderen Disziplin wie etwa den Naturwissenschaften heranzuziehen. Die chemischen Elemente des Periodensystems eignen sich wunderbar, Analogien zur Führung herzustellen und sich daran zu orientieren.

So wie in der Chemie ein Stoff je nach Temperatur und Druck unterschiedliche Erscheinungsformen (Aggregatzustände) annimmt, so unterscheiden sich im Periodensystem der Führung die unterschiedlichen Elemente je nachdem, wie sich eine Führungskraft Kompetenzen (Skills) aneignet und welche Erfahrungen sie in diesem Zusammenhang mitbringt.

Das Periodensystem der Führung

Das Periodensystem der Führung


1. Aggregatzustand „fest“: die Hard Skills

Zu den Hard Skills zählen jene Fähigkeiten, die sich Menschen im Rahmen einer Aus- oder Weiterbildung aneignen. Die Regeln, die dem Wissen in einem bestimmten Bereich zugrunde liegen, behalten immer ihre Gültigkeit, unabhängig davon, in welcher Branche, Funktion oder sogar Kultur sie angewendet werden. Es ist überprüfbar, abgrenzbar und kann in der Regel leicht erlernt bzw. verbessert werden.

  • Unternehmensführung (Uf ) (Strategische Kompetenz (St ), Führungskompetenz ( ))
  • Wissensanwendungskompetenz (Wak )
  • Digitalkompetenz (Dg ) (Programmierverständnis (Pg ))
  • Change Management-Kompetenz (CMk )
  • Analyse- und Interpretationsfähigkeit (Ay und Ip )

Unternehmensführung (Uf) (Strategische Kompetenz (St), Führungskompetenz (Fü))

Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, braucht es ein Set an strategischen Führungskompetenzen weg von der reinen Profitorientierung, hin zum „purpose“. Bei den Skills zählen aber nicht nur klassische Bereiche wie Finanz-, Personal- oder Produktionsmanagement. Die Unternehmensführung im Sinne der „triple bottom line“ greift dabei viel weiter: Eine gute Führungskraft hat auch immer die sozialen und ökologischen Einflüsse des Unternehmens im Blick.

Wissensanwendungskompetenz (Wak)

Theoretische Wissen in einem oder mehreren Bereichen zu haben, ist eine Sache. Dieses Wissen dann auch entsprechend in der Praxis umsetzen zu können, eine andere. Da dies Fähigkeit aber so zentral ist, um in der Praxis etwas verändern bzw. neu machen zu können, zählt sie zweifelsohne zu den wichtigsten Hard Skills, die ein Mensch haben sollte.

Digitalkompetenz (Dg) (Programmierverständnis (Pg))

Neue Technologien und digitale Märkte wirken sich immer stärker auf die eigene Wertschöpfung, die Organisation und das eigene Geschäftsmodell aus. Digital kompetente Führungskräfte verstehen die Zusammenhänge und sind in der Lage entsprechende Maßnahmen und Strategien daraus abzuleiten. Dafür ist ein grundlegendes Programmierverständnis notwendig, um das „Big Picture“ im Auge behalten und sich mit den eigenen Fachleuten auf Augenhöhe austauschen zu können.

Change Management-Kompetenz (CMk)

Die einzige Konstante in unserer Welt ist die ständige Veränderung: Eine Fähigkeit, die Menschen daher unbedingt brauchen ist, mit Veränderungen und neuen Einflüssen souverän und gelassen umgehen zu können und diese für sich positiv und als Basis für Neues zu nutzen.

Analyse- und Interpretationsfähigkeit (Ay und Ip)

Logisch und abstrakt denken zu können, ist eine der grundlegendsten Fähigkeiten von Führungskräften. Nur so können sie den Dingen inhaltlich auf den Grund gehen, sich ein angemessenes Bild von der Wirklichkeit machen und die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen.


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WU Executive Academy

Die WU Wien bündelt in ihrer Executive Academy ihr Programmportfolio im Bereich „Executive Education“. Dazu zählen MBA und Master of Laws Programme, das Universitätsstudium Diplom BetriebswirtIn, Universitätslehrgänge, Custom Programs und Kurzprogramme. Durchschnittlich 800 Graduate Students und ca. 1.200 Führungskräfte, Fachleute und High-Potentials aus über 75 Ländern werden jedes Jahr in den Programmen aus- und weitergebildet.

executiveacademy.at

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