Österreicher dreht für Philips im Big Apple das Licht neu auf

Österreicher dreht für Philips im Big Apple das Licht neu auf

Chefwechsel bei Philips Lighting in der DACH-Region: Der Österreicher Roger Karner (li.) zieht es in den "Big Apple" und übergibt an den Deutschen Karsten Vierke.

Der niederländische Leuchtenkonzern Philips hat den Österreicher Roger Karner in die USA abberufen. Seine Nachfolge als Chef der sogenannten DACH-Region tritt der Deutsche Karsten Vierke an. Karner soll das Amerika-Geschäft auf Vordermann bringen.

Hamburg/Wien. Sesselrücken beim Philips Licht- und Leuchtenkonzern: Roger Karner, aus Österreich stammender CEO von Philips Lighting der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), wird in die USA abberufen. Nach fünfjähriger Leitung der DACH-Region wird der 46-jährige Wiener für den niederländischen Leuchtenkonzern das Geschäft in den USA leiten. Ab 1.3 wird Karner den größten Markt der Philips Leuchtensparte übernehmen und von Hamburg nach New York wechseln.

Karner soll das LED-Geschäft der neu strukturieren. Die bisherige Übersee-Gruppe soll in drei Märkte (US, Kanada und Lateinamerika) neu aufgestellt werden. Sein Job: Den Abwärtstrend in den USA stoppen, wo die Umsätze rückläufig sind. Karner wird sein Know-How und Erfahrung in den Changeprozess bei der Neustrukturierung der Group Amerika einbringen, die ab März in drei Märkte (US, Canada, LatAm) unterteilt wird.

Der Absolvent der HTL Mödling hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive nach oben gearbeitet. Vor seiner Berufung zum DACH-Chef bei Philips Lighting war Karner vom September 2009 bis April 2012 CEO bei Schneider Electric. Davor hatte Karner als CEO den Schweizer Elektronikhersteller Feller AG geleitet. Den Berufseinstieg hat Karner bei Möller Electric in Wien gestartet, wo er zwischen 1991 und 2000 beschäftigt war.

Karners Nachfolger als DACH-Chef wird Karsten Vierke, der bisher Commercial Director Professional bei Philips Lighting war. Der 44jährige Vierke wird ab 1. März 2017 als CEO die den drittgrößten Markt von Philips Lighting von Hamburg aus leiten.

„Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen, die mich in den USA erwarten. Die DACH-Region, als weltweit drittgrößten Markt von Philips Lighting an Karsten zu übergeben, freut mich besonders. Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren die strategische Neuausrichtung unserer Lichtsparte im Zuge der globalen, digitalen Transformation vorangetrieben“, so Karner.

Auch Vierke hat bisher bei Philips Lighting Karriere gemacht, wo er bereits vor 16 Jahren nach dem Abschluss seines Studiums der eingestiegen ist. Nach dem BWL-Studium an der Georg-August-Universität in Göttingen ist der aus Braunschweig stammende Vierke über verschiedene Marketing- und Vertriebsfunktionen bei Philips die Karriereleiter hinaufgestiegen. So hat er in Dubai als Marketing Manager sowie als Market Leader der Ukraine fundierte und internationale Managementerfahrung gesammelt. Zuletzt war er als Commercial Director Professional für das B2B- sowie Lösungsgeschäft im DACH-Markt verantwortlich.

Vierke wird als CEO-Dach Chef von 750 Mitarbeitern (inkl. Produktionsstandort Aachen).

Das neue Licht des Glühlampenbauers

Philips Lighting ist die Leuchtensparte des einstigen Glühlampenpioniers Philips aus dem niederländischen Eindhoven. Im Jahr 2014 hatte sich Philips von seinem einstigen Kerngeschäft getrennt und die Lichtsparte ausgegliedert. Der 126 Jahre alte Mutterkonzern hat unter seinem Dach noch die Sparten Medizin und Konsumentenelektronik und ist aber weiterhin an der ausgegliederten Lichtsparte beteiligt.

Die neue Leuchtsparte, spezialisiert auf neue Leuchttechnologien und damit verbundenen Lösungen - unter anderem LED für Privathaushalte, Sportarenen, Supermärkte und Straßenbeleuchtungen - ist im Vorjahr in Amsterdam an die Börse gegangen - und hat 725 Millionen Euro über den Börsengang vom Kapitalmarkt abgeschöpft. Ein Viertel der Aktien hat das Unternehmen an Aktionäre veräußert, weitere Anteile sollen sukzessive versilbert werden. 71,2 Prozent sind derzeit in Händen der Mutter Royal Philips, drei Prozent hält Finanzdienstleister Schroders, die restlichen 25,8 Prozent sind im Streubesitz.

Der neue Lichtkonzern, vor Osram nun weltweit Nummer 1 der Branche, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in der Höhe von 7,1 Milliarden Euro erzielt, was einem Rückgang von 4,1 Prozent entspricht. Der Gewinn ist gleichzeitig kräftiger gesunken. Der Profit (Net Income) ist um 22,9 Prozent auf 185 Mrd. Euro zurückgegangen. Das Unternehmen hat 2016 rund 34.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Ländern beschäftigt. Auch in der Belegschaft kam es zum Schnitt: 3143 Beschäftige mussten im Jahr 2016 gehen.

Roger Karners Job: Make America greater

Philips Lighting erzielt rund 31 Prozent des Umsatzes in Europa, die Region Americas, die von Karner nun neu strukturiert werden soll, trägt 31,6 Prozent zum Umsatz bei, die restliche Welt inklusive - Region Asean, Pazific und "Greater China" bringt es auf 30,6 Prozent Anteil am Gesamtumsatz.

Karner erwartet in den USA einen Job, wo er kräftig aufdrehen muss. Neben der neuen Struktur wird er kräftig am Umsatz schrauben müssen. Vor allem gilt es den Abwärtstrend in den USA zu stoppen: Die Americas-Gruppe hat alleine im vierten Quartal 2016 einen Umsatzrückgang von 6,0 Prozent bilanziert, im Gesamtjahr 2016 waren es sogar minus 4,6 Prozent.

Jungunternehmer, die ihre Ideen festhalten und Ziele klar definieren, hat bessere Erfolgsaussichten.

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