Neue Werkzeuge für das Management

Neue Werkzeuge für das Management

Moderne Technologien wie Blockchain, Künstliche Intelligenz (KI) und Cyber Security werden zur Selbstverständlichkeit. Aber ist das Management darauf ausreichend vorbereitet? Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy erkennt noch deutlichen Aufholbedarf.

China und die USA sind jene Nationen, deren Wirtschaft am stärksten vom Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren wird, die EU will mitziehen: In den nächsten beiden Jahren werden rund 20 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung der KI gesteckt. Alleine in Österreich könnte das BIP durch den Einsatz selbstlernender und eigenständig agierender Maschinen um rund 1,2 Prozent steigen, hieß es vor kurzem in einer Studie der Boston Consulting Group. Es ist also längst keine Frage mehr, ob die wichtigsten digitalen Technologien das Business verändern werden, sondern nur noch, wie rasch dies geschehen wird. Neben der Künstlichen Intelligenz (KI) sind es vor allem Blockchain und Cyber Security, die gravierende Auswirkungen auf das tägliche Geschäft, auf Strukturen und moderne Formen der Zusammenarbeit haben.

Aufholbedarf im Management

Während Manager etwa in Sachen Strategie gut aufgestellt sind, spielt diese technologische Entwicklung bei vielen CEOs noch nicht jene Rolle, die ihnen zustehen sollte.

„Eine Bilanz zu lesen und komplexe Business Models zu entwickeln zählt zweifelsohne zu den Fingerübungen von CEOs. In diesen Gebieten kennen sie sich aus, geht es doch um die elementarsten Bereiche eines Unternehmens. Wenn es aber um neue Technologien wie Blockchain, Cyber Secutity oder KI geht, stellen diese derzeit viele CEOs vor große Herausforderungen, weil die Auswirkungen auf die Wirtschaft ganz generell noch schwer abschätzbar und vor allem ihre Tragweite für das eigene Unternehmen derzeit noch unklar sind. Hier gibt es tatsächlich noch Aufholbedarf“, sagt Prof. Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy.

Aktive Auseinandersetzung als Schlüssel

Themen wie Künstliche Intelligenz und Blockchain sind aber längst nicht nur für bestimmte Branchen oder Firmenbereiche wie etwa die IT von enormer Bedeutung, sondern müssen vom Top-Management in vielen Branchen als tragende Säulen der Veränderung ernst genommen werden. Zwar wird von Managern nicht verlangt, jedes technische Detail von Blockchain-Anwendungen zu kennen oder selbst Algorithmen für Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Doch ein Verständnis dafür und die grundlegende Bereitschaft, sich aktiv mit den Anwendungsmöglichkeiten im eigenen Umfeld zu beschäftigen, sind heute eine notwendige Voraussetzung für Führungsaufgaben. „Es geht aber nicht darum, sich um Maschinen statt um Menschen zu kümmern. Vielmehr entstehen Veränderung und Innovation ja gerade aus dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine“, erläutert Stöttinger.

Die Mitarbeiter müssen dazu in der Lage (und motiviert) sein, mit Daten umzugehen, digitale Tools zu nutzen und sich auch der Risiken eines Einsatzes – Stichwort Datenschutz – bewusst zu sein. Das alles kann nur passieren, wenn sich Führungskräfte selbst aktiv mit diesen Technologien auseinandersetzen.

Unverzichtbare Werkzeuge für Unternehmen

KI-Expertin Anastassia Lauterbach, die auf der ganzen Welt Unternehmen zu dieser Thematik berät und mit ihrem neuen Buch „The Artificial Intelligence Imperative“ Diskussionsstoff liefert, war vor kurzem an der WU Executive Academy zu Gast. Ihrer Meinung nach bräuchten alle Organisationen dringend eine langfristige KI-Strategie. Als Folge der Automatisierung würden sich nämlich die Kompetenzanforderungen ändern. KI sei schließlich eine Technologie, nicht mehr und nicht weniger; Unternehmen müssten sich zunächst operative Fragen stellen, ehe sie konkrete Überlegungen anstellen, was sie genau damit erreichen wollen. Darin liegt die Kernaussage: KI, Blockchain und Cyber Security sind keine Allheilmittel, sondern technologische Werkzeuge, die aber unverzichtbar sein werden für Unternehmen. Und das Top-Management muss diese Werkzeuge verstehen, handhaben und richtig einsetzen können.

Was macht die drei Technologien so besonders?

  • Künstliche Intelligenz: Dank der enormen Datenmengen sind Computer heute bereits ansatzweise in der Lage, wie Menschen zu denken und zu lernen. Zum Einsatz kommt dies derzeit bereits in den unterschiedlichsten Bereichen: in der Medizin, der Logistik, der Autoindustrie oder bei der Spracherkennung. Menschliche Intelligenz ist zwar (noch) unschlagbar, doch die rasante Weiterentwicklung der KI wird viele neue Verwendungsmöglichkeiten ergeben, etwa bei der Geldanlage, in der Produktion oder bei der Analyse von Kundenbedürfnissen.
  • Blockchain: Transaktionen unterschiedlicher Art sollen über die Blockchain einfacher, rascher und vor allem sicherer ablaufen. Die gespeicherten Daten können nicht geändert werden, die Übermittlung erfordert keine Mittler wie Banken mehr. Absender und Empfänger sind stets eindeutig authentifiziert, daraus ergeben sich weitreichende Chancen etwa bei Kapitaltransaktionen (Kryptowährungen), Smart Contracts oder im Energiebereich.
  • Cyber Security: Ständig vernetzte Geräte, eigenständig denkende Maschinen, direkte Transaktionen – das alles erfordert ein deutlich höheres Maß an Sicherheit im Vergleich zu den derzeitigen Vorkehrungen. Cyber Security ist daher nicht nur ein Nebeneffekt, sondern wird zur Hauptsache in modernen Unternehmen – und zwar nicht nur technisch und finanziell, sondern auch organisatorisch.

WU Executive Academy

Die WU Wien bündelt in ihrer Executive Academy ihr Programmportfolio im Bereich „Executive Education“. Dazu zählen MBA und Master of Laws Programme, das Universitätsstudium Diplom BetriebswirtIn, Universitätslehrgänge, Custom Programs und Kurzprogramme. Durchschnittlich 800 Graduate Students und ca. 1.200 Führungskräfte, Fachleute und High-Potentials aus über 75 Ländern werden jedes Jahr in den Programmen aus- und weitergebildet.

executiveacademy.at

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