StepStone-Report: Nachfrage nach Fachkräften zieht kräftig an

Der Stellenmarkt in Österreich gibt kräftige Signale: Die Nachfrage an Arbeitskräften ist im 1. Quartal 2021 kräftig angestiegen. Die Unternehmen stellen sich bereits auf die Zeit nach der Corona-Pandemie ein.

StepStone-Report: Nachfrage nach Fachkräften zieht kräftig an

Nicht nur IT-Experten sind weiterhin gefragt, auch andere Berufsgruppen ziehen nach. Unternehmen suchen nun Personal, um nach der Corona-Pandemie personell aufgestellt zu sein.

Wien. Ein Jahr nachdem Ausbruch der Corona-Pandemie gibt es kräftige Signale für eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt: Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt wieder. Und zwar kräftig. Nach Angaben des Online-Jobportals StepStone ist der Stellenmarkt in Österreich geradezu in einer Aufbruchstimmung.

In Österreich beläuft sich die Arbeitslosenquote mit von 9,0 Prozent zwar immer noch auf Höchststand in der Geschichte der zweiten Republik. Zuletzt ist die Zahl der Arbeitslosen um 11.600 auf 440.448 Anfang April zurückgegangen. B Die Zahl der auf Kurzarbeit geschickten Mitarbeiter nimmt ebenso weiter ab auf unter 490.000 Menschen.

Bis Sommer erwartet Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) einen weiteren Rückgang bei Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Kocher rechnet für den Sommer mit noch 330.000 bis 350.000 Arbeitslosen, vorausgesetzt die Corona-Infektionszahlen können weiter gesenkt werden, was zu weiteren Öffnungsschritten auch führen wird.

Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach Fachkräften im 1. Quartal 2021. Laut „StepStone Fachkräfteatlas 2020“ wurden demnach knapp 9000 Stellen mehr ausgeschrieben, als noch im letzten Quartal des Vorjahres. Das bedeutet ein Anstieg von 25 Prozent der inserierten Jobangebote gegenüber dem Einbruch des Inseratenaufkommens im Frühling 2020. "Der Markt ist sichtlich in der Erholungsphase", so das Fazit von Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich.

Für die Studie hat das Job-Portal StepStpone repräsentativ für Österreich die Stellenanzeigen in 22 Printmedien und 35 Jobbörsen ausgewertet. Die Marktforschungsagentur index hat die Daten dazu erhoben.

Nachdem der Stellenmarkt nach Ausbruch der Corona-Pandemie im zweiten Quartal abgestürzt war, ging es seit der Jahresmitte 2020 wieder langsam nach oben. "So, wie die Lockdowns die Mobilität der Bevölkerung nicht mehr signifikant verringern, sehen wir auch keine negativen Auswirkungen des aktuellen Lockdowns auf das Recruitingverhalten der Unternehmen“, beurteilt StepStone Österreich-Chef Dürhammer die aktuellen Recruiting-Aktivitäten der Unternehmen in Österreich.

Die Top 3

Bei einigen Berufsfeldern ist bereits ein "besonders deutlicher Aufwind erkennbar". Am meisten werden derzeit IT-Experten gesucht. 13.077 Stellenanzeigen beziehen sich auf IT-Ausschreibungen, was einem Zuwachs von 31,35 Prozent entspricht. Auf Rang zwei kommen Ausschreibungen im Finanz- und Rechnungswesen, wo 10.702 Ausschreibungen angeboten wurden, was einem Zuwachs von 40,45 Prozent gegenüber dem schwachen 2. Quartal 2020 entspricht. Die meisten Jobs beziehen sich auf Technische Ausbildungsberufe mit 13.281 Offerten, was eine Zuwachs von 40,45 Prozent entspricht. Und auch der Vertrieb & Verkauf meldet sich zurück, bleibt aber mit 9.255 Jobangebote noch vierstellig. Der Zuwachs der Stelleninserate für Vertriebsexperten ist hier jedoch prozentual am höchsten mit fast 50 Prozent.

Einen kräftigen Anstieg bei den Stelleninseraten kommt aber auch aus dem Gesundheitswesen, im Human Resource sowie in Technik und Naturwissenschaften. Die Zahl der hier gesuchten Experten steigt ebenso wie etwa bei Ingenieuren (+1110 auf 3.498), Ärzte (+196 auf 739), Pfleger (+716 auf 2404), Naturwissenschaftler (2.255 auf 6.121) und Personalexperten (1.169 auf 2.866).

Nach schlechten Zeiten kommen gute Zeiten

Die Unternehmen bereiten sich offenbar schon auf die Zeit nach der erfolgreichen Bekämpfung der Corona-Krise vor, die man durch die Imfpungen in den Griffe bekommen will. „Der Großteil der Unternehmen will seine Teams perfekt aufgestellt wissen, wenn die Krise in wenigen Monaten im Griff ist und investieren jetzt massiv ins Recruiting", so StepStone-Chef Dürhammer.

Unternehmen würden gut daran tun, sich jetzt schon personelle und punktuell zu verstärken. "Unternehmen, die jetzt zögern, riskieren nicht bereit zu sein, wenn der Markt wieder voll anläuft und Marktanteile zu verlieren“, warnt Dürhammer.

Einzig im Einzelhandel stagniert noch immer die Personalsuche kräftig. Die Lockdowns haben da vor allem beim Modeeinzelhandel Spuren hinterlassen. Hier ist die Nachfrage nach Fachkräften im Vergleich zum Schlussquartal 2021 gesunken - und zwar um minus 2824 auf nunmehr 5.332 Personen.

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