Mobile Worker: Tipps für mehr Sicherheit beim Arbeiten im Freien

Ratschläge für ein sicheres und entspanntes Arbeiten im Freien: Wie Sie es vermeiden, als Mobile Worker ein Opfer von Betrügern und Hackern zu werden und Sie Ihre vertraulichen Daten vor unbefugten Zugriffen schützen.

Mobile Worker: Tipps für mehr Sicherheit beim Arbeiten im Freien

Sommer, Sonne und Sonnenschein verlocken dazu, das Büro ins Freie zu verlegen oder Termine im Schanigarten abzuhalten. Dank Laptop, Smartphone und Co. ist das technisch auch längst kein Problem mehr. Das Arbeiten außerhalb des Büros birgt jedoch auch einige Risiken. Unachtsames Vorgehen ruft zudem nicht selten Betrüger und Hacker auf den Plan.

Martin Puaschitz, Obmann der Wiener WKO-Fachgruppe UBIT und IT-Berufsgruppensprecher Rüdiger Linhartgeben geben Ratschläge für ein sicheres und entspanntes Arbeiten im Freien. Wenn Sie diese beachten, können Sie Ihre Arbeit im Schanigarten wesentlich sicherer und entspannter erledigen.

Generell ist es ratsam, sich laufend mit Themen der IT-Sicherheit zu befassen und stets einen gewissen kritischen Blick zu bewahren. „Die Technik und die damit verbundenen Möglichkeiten schreiten rasch voran, aber auch die Risiken vermehren sich damit exponentiell. IT-Sicherheit ist und wird noch stärker ein zentrales Thema unseres Alltags werden“, betont Puaschitz und ergänzt: „Wem Zeit und Wissen dazu fehlt, sollte auf einen IT-Experten zurückgreifen. Sich gar nicht damit zu befassen wäre definitiv fahrlässig.“


Sechs Tipps für Mobile Worker

1. Bildschirminhalt vor neugierigen Augen schützen

Das Arbeiten im Freien bedeutet auch Arbeiten unter Menschen und das oft ungeschützt vor neugierigen Blicken. Achten Sie daher besonders darauf, dass niemand so einfach auf Ihrem Bildschirm mitlesen kann, schließlich sind es Ihre Informationen wert, geheim zu bleiben.

Wählen Sie zum Beispiel einen Platz mit einer Mauer im Rücken oder etwas abseits anderer Leute. Wenn das nicht immer möglich ist, sind sogenannte Bildschirmfilter bzw. Sichtschutzfolien eine einfache, aber effektive Schutzmaßnahme. Auf dem Bildschirm aufgeklebt, verhindert sie das Mitlesen anderer von der Seite. Nur für Sie direkt davor bleibt das Arbeiten uneingeschränkt möglich, ohne die Anzeigenhelligkeit auf ein Minimum zu reduzieren.

Solche für Laptops, Tablets und Smartphones erhältlichen Folien sind nicht nur im Schanigarten nützlich, denn ein kurzer Blick reicht oft, um vertrauliche Informationen oder Kontaktdaten zu erhaschen. Auch im Lift oder in der U-Bahn sollten Sie darauf achten, wenn Sie zum Beispiel am Handy noch das eine oder andere Mail checken.

2. Der offenen WLAN-Versuchung widerstehen

In nahezu jedem Café, jede Bar, in Hotels und auch auf Bahnhöfen wird mittlerweile ein kostenloses WLAN für Gäste und Besucher angeboten. Wunderbar, könnte man meinen, schließlich ist das Arbeiten ohne Verbindung oft nur sehr eingeschränkt möglich.

Hüten Sie sich dennoch lieber vor diesen frei zugänglichen und oft unverschlüsselten WLAN-Funknetzen. Denn über diese Verbindungen ist es für Hacker nahezu mühelos möglich, auf Ihren Computer oder auf Ihr Smartphone zuzugreifen. Linhart rät daher zu mobilen Hotspots: „Mit mobilen Hotspots können Sie sich per SIM-Karte ins Mobilfunknetz einwählen und haben so eine sicherere Verbindung. Zudem sind offene WLAN-Zugänge oft überlastet oder unterliegen starken Datenraten-Schwankungen.“

Auch nahezu jedes Smartphone kann als mobiler Hotspot verwendet werden. Jedoch sollten Sie hierfür ein entsprechendes Datenvolumen in Ihrem Mobilfunkvertrag inkludiert haben – und eine Steckdose in Reichweite, denn der Akku neigt sich hier schnell dem Ende zu.

3. Verbindungen zu NFC, Bluetooth und WLAN deaktivieren

Ob aus Bequemlichkeit oder weil man es einfach vergisst – viele lassen Drahtlosschnittstellen wie Bluetooth, WLAN oder NFC permanent aktiviert. Auch wenn Sie mit keinem Netz oder anderen Gerät verbunden sind: allein die aktive Schnittstelle kann als Einfallstor in Ihr System benutzt werden.

Die IT-Experten raten daher, diese Verbindungen nur dann einzuschalten, wenn Sie diese auch verwenden und sie anschließend wieder deaktivieren.

4. Daten sichern und Festplatte verschlüsseln

Mobile Geräte sind praktisch, aber durch ihre Bauweise sowie dem ständigen Transport auch anfällig für Schäden und ein attraktives Ziel für Langfinger. Ein Verlust des Gerätes ist zwar immer schmerzhaft und mit Aufwand verbunden, durch gewisse Vorkehrungen lässt sich der Schaden jedoch stark begrenzen. Denn schlimmer als der Verlust der Hardware ist der Verlust der Daten.

Zum einen sind private Daten wie Fotos als auch geschäftlich wichtige Informationen, die nicht anderswo gesichert wurden, für immer verloren. Zum andern sind unverschlüsselte Daten für Diebe ein gefundenes Fressen. „Ein halbwegs fähiger Hacker kann mit den Daten mehr anfangen, als manche glauben wollen“, weiß Linhart.

Der beste Schutz dagegen ist eine aktive Verschlüsselung der Festplatte. Diese chiffrieren die Daten laufend und während des aktiven Betriebes. „Für eine effektive und problemfreie Einrichtung einer solchen Verschlüsselung ist es ratsam, einen Experten aufzusuchen. Dieser kennt die Anforderungen Ihrer Systeme und kann sie zielgenau und effektiv vor Dritten schützen“, legt Linhart allen Nutzern von Computer und Co nahe.

5. Sicheres Passwort verwenden

Etwas, was nicht oft genug gesagt werden kann: Verwenden Sie ein sicheres Passwort! Die Verschlüsselung Ihrer Daten und das Versperren Ihrer Systeme sind nutzlos, wenn ein unsicheres Passwort gewählt wurde. Simple Wort- und Zeichenkombinationen oder per Zufallsprinzip gewählte Begriffe aus dem Wörterbuch werden von Programmen in Sekundenschnelle geknackt.

Für ein sicheres Passwort gibt es verschiedene, einfache Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt: je länger, desto besser. Das Kennwort sollte aus mindestens acht Zeichen bestehen. Darüber hinaus können Sie bewusste Fehler einbauen und Zahlen als Buchstaben verwenden. Ein S könnte eine 5 sein oder ein E eine 3. Mit einem bewussten Schreibfehler wird dann „Bleistift“ zu „Pl3i5tift“. Schon haben Sie ein sicheres und leicht zu merkendes Passwort.

6. Programme und Apps aktualisieren

Halten Sie zudem Programme und Apps, allen voran Ihren Virenschutz, Firewall sowie die Systemsoftware Ihrer Geräte auf dem aktuellen Stand. Veraltete Programme bieten keinen Schutz gegen aktuelle Bedrohungen. Besonders bedenklich ist das Verwenden einer Software, deren Supportzyklus bereits ausgelaufen ist.

Achten Sie bei Apps zudem auf die Quelle. Sie sollten nur Anwendungen bekannter, vertrauenswürdiger Anbieter installieren. Sie sollten auch aufmerksam sein und bewusst bestimmen, welche Rechte Sie dem jeweiligen Programm bzw. Softwareanbieter bei der Installation geben und nicht jeder x-beliebigen App den Zugriff auf ihre Kontaktlisten, E-Mails oder Ihren Standort geben.

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