Mitarbeiter und Vorgesetzte: Sind Freundschaften möglich?

Mitarbeiter und Vorgesetzte: Sind Freundschaften möglich?

EIne Grillparty mit dem Chef: Nicht alle können sich das vorstellen.

Private Freundschaften zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten sind für viele nicht vorstellbar. Eine Umfrage des Jobportals karriere.at zeigt, dass die Vorgesetzten dem Thema eher aufgeschlossen sind.

Können Mitarbeiter und Vorgesetzte Freunde sein? Kann man zum Beispiel den Chef zur Grillparty einladen, ungezwungen gemeinsam feiern und dabei auch Privatgespräche führen? Ja, aber nur unter gewissen Bedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Jobbörse karriere.at durchgeführte Online-Umfrage unter 600 Personen.

Das Wichtigste zuerst: Freundschaften zwischen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern sollten - sofern es sich dabei um echte Freundschaften handelt - so weit als möglich nicht mit dem täglichen Geschäft in Verbindung gebracht werden.

Bei privaten Freundschaften zwischen Mitarbeitern und Vorgesetztem müssen außerdem einige wichtige Grundregeln eingehalten werden, um innerbetriebliche Konflikte zu vermeiden. "Es sollten etwa klare Grenzen zwischen Job und Freizeit gezogen werden. Auf keinen Fall dürfen sich Mitarbeiter ohne privaten Kontakt mit der Führungskraft benachteiligt fühlen oder gar andere Informationen haben als der Freund des Chefs“, meint Jürgen Smid, geschäftsführender Gesellschafter von karriere.at dazu.

Ein entscheidender Punkt ist auch, dass private Freundschaften keine Auswirkungen auf die Firmenhierarchie oder Beförderungen in Unternehmen haben. Der Freund des Chefs sollte nicht selbst zum (Abteilungs-) Chef werden, bloß weil er in der Freizeit gelegentlich etwas mit dem Vorgesetzten unternimmt. "Bei Personalentscheidungen oder Veränderungsprozessen im Unternehmen sollte besonders auf Professionalität geachtet werden, um Misstrauen oder Missgunst unter Kollegen zu vermeiden“, weiß Smid.


Lesen Sie auch den Artikel: "Liebe am Arbeitsplatz: Nur mit viel Disziplin"


Mitunter bewegen sich beide Seiten dabei auf einem schmalen Grat. 42 Prozent der Arbeitnehmer sind aber immerhin der Meinung, dass dies kein Problem darstellt, solange die Chemie zwischen Chef und Teammitglied stimmt. Jeder dritte Arbeitnehmer rechnet aber durch eine private Freundschaft zum Vorgesetzten mit Interessenskonflikten. „Unmöglich. Chef ist Chef – und das ist gut so“, sagen sogar elf Prozent der Arbeitnehmer, die eine klare Trennlinie zwischen den Hierarchieebenen ziehen.

Interessanterweise sehen die Arbeitgeber und die Vorgesetzten dagegen eher weniger Probleme. Auf Seiten der HR-Manager, Unternehmer und Führungskräfte geht davon knapp jeder Zweite davon aus, dass es durchaus Freundschaften geben kann, ohne dass das Betriebsklima darunter leidet. Allerdings wird dafür auch von 19 Prozent der Manager ist die Unternehmensgröße als Kriterium angeführt. in kleineren Betrieben kann man sich den Chef leichter als Kumpel vorstellen.

Recht

Arbeiter und Angestellte: 10 Fragen und Antworten zur Gleichstellung

Markus Albers ist Autor, Berater und Unternehmer in Berlin.

Karrieren

Digitale Erschöpfung: Raus aus dem Hamsterrad

Karrieren

Zehn Tipps für mehr Spaß am Leben und Erfolg bei der Arbeit