Mit Witz, Charme und Unternehmergeist

Mit Witz, Charme und Unternehmergeist

Vizepräsident der WKÖ und Präsident von Junior Achievement Austria Jürgen Roth, VGN-Managing-Director Ralf B. Six, Georg Frauscher, Junior-Lehrkraft des Jahres, Karin Tuschek, Abteilungsleitung Kommunikation BM für Verkehr, Innovation und Technologie, und Juliane Bogner-Strauß, zu dem Zeitpunkt Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Öffentlichen Dienst und Sport beim Abschlussevent vom Junior Österreich-Wettbewerb (v. l.).

Serie "Schule macht Wirtschaft". Ein Schuljahr lang haben 4.000 Schüler in ganz Österreich den Sprung ins Unternehmertum gewagt. Noch nie war es für die Fachjury so schwer, einen Sieger zu küren.

Laute Schreie, Jubel, Tränen in den Augen: Als klar war, wen die Jury zur besten Junior Company des Landes gekürt hat, riss es die Gewinner vor Überraschung und Freude von ihren Sitzen. Immerhin haben diese Schüler nicht nur erfolgreich ein Unternehmen gegründet – sie haben sich in diesem Moment auch gegen rund 350 andere Unternehmen und somit 4.000 Schüler aus ganz Österreich durchgesetzt.

Doch drehen wir die Uhr um vier Stunden zurück. Hektisches Treiben herrscht in der Wirtschaftskammer Österreich, wo die jeweils besten Junior Companies der Bundesländer Besuchern und Medien ihr Unternehmen an eigenen Ständen präsentieren. Sie haben sich bei der Aktion „Schule macht Wirtschaft“ beteiligt, bei der trend, Wirtschaftskammer und Junior Österreich die besten Junior Companies auszeichnen. Mit jeder Minute steigt die Anspannung. Denn die insgesamt acht Teams werden in Kürze auf die Bühne gebeten, um ihr Unternehmen vor einer Fachjury und rund 130 Schülern vorzustellen. Auf die top drei Companies warten dabei nicht nur Geld und Sachpreise. Das Siegerteam darf nach Frankreich reisen und vertritt Österreich beim europäischen Wettbewerb Anfang Juli in Lille.

Von Flaschenrap bis LED-Disco

Und für dieses Ziel geben die Schüler zwischen 15 und 19 Jahren wirklich alles. Mit einem eigens kreierten „Flaschenrap“ promoten die Schülerinnen der HAK/HAS Feldkirch ihre „intelligente Trinkflasche“, die Menschen mit kreativen Sprüchen via WhatsApp daran erinnert, genügend Flüssigkeit zu trinken. Die Salzburger Jungunternehmer von Ledeko verzaubern den gesamten Saal mit bunter LED-Beleuchtung, die in Kombination mit altem Holz oder Flaschen zum upgecycelten, stylischen Deko-Element wird. Ein eigenes Patent möchten die Tiroler Schüler von Ver.Schnitt anmelden: Sie produzieren nachhaltige Textilprodukte und haben dafür einen eigenen Schnitt konzipiert, bei dem kein Stoff übrig bleibt und weggeworfen werden muss.

„Es war noch nie so schwierig wie in diesem Jahr, eine Entscheidung zu treffen“, ahnt Jurymitglied Friederike Sözen von der Abteilung für Bildungspolitik der WKÖ schon jetzt intensive Diskussionen über den Sieger. Doch nach welchen Kriterien werden die jungen Unternehmer von der achtköpfigen Jury unter die Lupe genommen? Neben Innovation zählen auch die Produktentwicklung, der wirtschaftliche Erfolg, die Kompetenzen der einzelnen Unternehmer wie auch die Reflexion – also die Frage, welche Erfahrungen die Schüler seit ihrem Start ins Wirtschaftsleben gemacht haben und welche Lehren sie selbst daraus ziehen.

„Kurt, der Gurt“

Die drei Junior Companies, welche die Jury am meisten überzeugt haben, stehen nach der ersten Präsentationsrunde fest. „Kurt, der Gurt“ hat dabei nicht nur für die meisten Lacher gesorgt, sondern auch aufgrund der Produktidee für Furore gesorgt. Die Junior Company ReFire aus Niederösterreich hat sich darauf spezialisiert, aus alten Feuerwehrschläuchen robuste Gürtel zu produzieren. „Jeder Schlauch und damit auch jeder Gürtel trägt ein eigenes Stück Feuerwehrgeschichte in sich“, so das Team von ReFire.

Leckerlis aus Steirerkas

Ebenfalls mit einer Upcycling-Idee gepunktet hat das „tierische“ Team von „Wau! Gemma Gassi“. „Wir veredeln entleerte Hundefuttersäcke, Lodenreste und gebrauchte Bälle und stellen daraus strapazierfähige und stylische Hundehalsbänder, Leinen und Spielzeuge her“, sagen die Schülerinnen und Schüler aus der Steiermark. Ein besonderes Highlight sind die vegetarischen Leckerlis – darunter eine „absolute Weltneuheit“, der Dog’s Steirerkas Snack.

Das freudige siegerteam Stodtbluamlan vom Junior-Österreichwettbewerb 2019.

Tradition und Moderne verbinden die Schülerinnen der WI’MO in Klagenfurt. „Unsere Schmuckstücke sind mit ‚Bluamlan‘ bestickte Ketten-, Armbänder und Ohrringamulette, die unsere Stadt Klagenfurt repräsentieren“, erklärt das Team der Stodtbluamlan.

Die Accessoires eignen sich für Tracht und auch für den Alltag. Der besondere Hingucker ist jedoch der selbst kreierte Stoff, den die Jungunternehmerinnen für ihre Produkte verwenden. Dieser zeigt den Stadtplan von Klagenfurt – und erinnert gleichzeitig an das 500-jährige Jubiläum der Kärntner Hauptstadt.

Talente entwickeln & aktiv bleiben

„Wir wissen nicht, wie die Herausforderungen der Zukunft aussehen werden. Aber diese wichtigen Erfahrungen im Unternehmertum werden auf jeden Fall helfen“, ist Jürgen Roth, Vizepräsident der WKÖ, überzeugt. „Österreich ist das Land der Gründerinnen und Gründer“, sagt dazu Juliane Bogner-Strauß, die das Event noch als Ministerin für Frauen, Familien und Jugend, Öffentlichen Dienst und Sport besucht hat. Sie rät den Schülern, ihre Talente zu entwickeln, neugierig und aktiv zu bleiben. Und vor allem: „Nutzt Europa und geht raus“, so Bogner-Strauß.

Stimmung wie beim Rockkonzert

Die wichtigste Frage ist immer noch offen. Welche Junior Company wird das Siegerpodest erklimmen? Wieder werden im Publikum die Bundesländer-Fähnchen geschwenkt, und die top drei dürfen sich noch einmal auf der Bühne präsentieren. „Die Stimmung ist so sensationell. Ich hab beim Betreten des Saals gedacht, ich bin bei einem Rockkonzert“, ist Ralf B. Six, Managing Director der Verlagsgruppe News, angetan. Und sieht sich ebenfalls noch einmal die „tollen Projekte“ an, die „mit Witz und Charme“ vorgestellt werden.

Der Moment der Siegerehrung ist da. Die Smartphones der Schülerinnen und Schüler sind alle griffbereit, um die spannendsten Minuten des Nachmittags auch im Bild festzuhalten. Platz drei steht fest – er geht an die HTL Waidhofen/Ybbs und das Team von ReFire. Hundeaccessoires oder modischer Schmuck – welche Unternehmensidee hat die Jury am meisten überzeugt? Als die Jungunternehmer des BG/BRG Stainach auf die Bühne geholt werden, brechen bei den Kärntnerinnen die Dämme. Denn jetzt ist klar: Das Team der Stodtbluamlan ist zum Sieger und damit zum besten Junior Unternehmen von ganz Österreich gekürt worden.

„Macht weiter – ihr könnt es!“

Was Karin Tuschek vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie den Schülerinnen und Schülern als Botschaft mitgibt, gilt sicherlich nicht nur für die Wettbewerbssieger, sondern für alle Jungunternehmer, die sich bei Schule macht Wirtschaft engagiert haben: „Ich bin fassungslos, wie toll die Präsentationen waren. Bitte macht weiter und geht ins Unternehmertum – ihr könnt es!“


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