"Mit dem Unternehmertum kann man nicht früh genug starten"

Jürgen Roth, Präsident von Junior Achievement Austria und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, erklärt, welche Fähigkeiten die Unternehmer von morgen brauchen, und ist überzeugt, dass die Jugendlichen diese Skills bei der Aktion "SCHULE MACHT WIRTSCHAFT" erlernen können.

"Mit dem Unternehmertum kann man nicht früh genug starten"

trend: Die Corona-Krise hat die Businesspläne der Junior Companys durcheinandergewirbelt und dafür gesorgt, dass Verkaufsveranstaltungen ausgefallen sind und die Landeswettbewerbe virtuell und nicht live stattfinden. Eine ideale Vorbereitung auf das unvorhersehbare Leben eines Unternehmers?
Jürgen Roth: Gerade in Zeiten, wie wir sie jetzt erleben, wird klar, wie wichtig es ist, sich in einer schnelllebigen Welt ständig an neue Situationen anzupassen. Genau das lernen unsere Juniors: sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, fachlich wie persönlich die Kompetenzen zu erweitern und flexibel auf die sich ständig wandelnde Arbeitswelt zu reagieren.

Welche Skills sind nötig, um Krisen wie diese zu überstehen, und ist es überhaupt möglich, diese im Rahmen eines Schulprojekts zu lernen?
Roth: Das Programm "Junior -SchülerInnen gründen Unternehmen" eignet sich dafür ganz hervorragend, denn hier lernen Schülerinnen und Schüler durch reales Tun Wirtschaften, Kommunikation, Konfliktmanagement und die Zusammenarbeit mit anderen. So werden sie ideal auf ein Zusammenleben und das Arbeiten in einer globalisierten, sich rasch ändernden Gesellschaft vorbereitet.

Viele Unternehmen, vor allem KMU und EPU, sind von der Corona-Krise schwer getroffen. Glauben Sie, dass Schülerinnen und Schüler dadurch abgeschreckt werden könnten und nicht den Weg ins Unternehmertum wählen?
Roth: Die Corona-Krise hat gezeigt, wie innovativ und flexibel die österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Situation umgegangen sind und kreative Lösungen gefunden haben. Insofern glaube ich eher daran, dass die heimischen Betriebe in dieser Krise noch stärker als Vorbild dienen, als sie es vor der Krise bereits für viele waren.

Was raten Sie jenen Jugendlichen, die durch diese Aktion richtig "Blut geleckt" haben und unbedingt ihr eigenes Unternehmen gründen wollen? Sollen sie sich direkt ins Unternehmertum stürzen oder ihre Entscheidung nochmals überdenken?
Roth: Eine gute Geschäftsidee braucht eine fundierte Basis, also einen Businessplan und Unterstützung und Beratung, um die Idee auch umzusetzen. Da finden die zukünftigen Unternehmerinnen und Unternehmer kompetente Ansprechpartner im WKO-Gründerservice. Mit dem Unternehmerführerschein der WKO bieten wir zusätzlich bereits in den Schulen eine Zusatzqualifikation an, und ich freue mich sehr, dass bereits mehr als 85.000 Schülerinnen und Schüler dieses Angebot in Anspruch genommen haben. Denn mit dem Unternehmertum kann man nicht früh genug starten.

Gibt es etwas, das Sie bei den jungen Unternehmern heuer besonders überrascht hat?
Roth: Die Flexibilität, das Projekt digital und virtuell abzuwickeln, und die Tatsache, dass im laufenden Schuljahr trotz der schwierigen Rahmenbedingungen über 400 Junior-Unternehmen von rund 4.500 Schülerinnen und Schülern gegründet wurden.

Welche Eigenschaften, die die Unternehmer von morgen brauchen, sind am wichtigsten?
Roth: Flexibilität, Durchhaltevermögen und Spaß an dem, was sie machen. Außerdem sollte man die sogenannten 21st Century Skills beherrschen: Kommunikationsfähigkeit, Zusammenarbeit, kritisches Denken und Kreativität - denn diese sozialen Fähigkeiten werden in Zukunft immer wichtiger.




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