McKinsey-Umfrage: Corona bremst Top-Talente und Jobsuche

Die Corona-Krise hat einen besonders negativen Effekt für Top-Studierende und Top Manager der Zukunft und drückt auf die Einstiegsgehälter. Und nur wenige Toptalente wollen zurück ins Präsenz-Arbeitsmodell.

McKinsey-Umfrage: Corona bremst Top-Talente und Jobsuche

Die Corona-Krise ist nun auch bei den High Potentials und somit den Leadern der Wirtschaft der Zukunft angekommen: Mehr als die Hälfte der 5000 befragten Top-Talente der Umfrage “Most Wanted” des Karrierenetzwerks e-fellows.net und der Unternehmensberatung McKinsey & Company gaben an, dass die Pandemie einen direkten Effekt auf Berufsstart, Praktikum und Studium hat. Im Zuge der Umfrage wurden Top-Talente verschiedenster Fachrichtungen befragt, darunter Studierende, Absolventen und Berufsneulinge, die zu den besten 10 Prozent im deutschsprachigen Raum gehören.

Mehr als zwei Drittel der Top-Studierenden und 60 Prozent der Young Professionals geben an, dass die Pandemie überwiegend negative Effekte auf die Jobsuche habe. Jung-Akademiker erwarten zudem, dass ihre Einstiegsgehalt um durchschnittlich 9.100 Euro geringer ausfällt. Und nur zehn Prozent der Befragten gaben an, wieder zurück ins alte Präsenz-Arbeitsmodell zurückkehren zu wollen.

“Die Krise ist nicht spurlos an den High Potentials vorbeigegangen“, sagt Julia Klier, McKinsey-Partnerin und Universitätsdozentin an der deutschen Universität in Regensburg. „Der Effekt nimmt mit Studienfortschritt und Berufserfahrung ab. Aber gerade die Studierenden, die an einer neuen Hochschule angefangen haben, standen besonderen Herausforderungen gegenüber und hatten zum Start größere Probleme“, sagt Klier.

Längere Studienzeiten, spätere Einstieg mit Hürden

Jeder fünfte Top-Studierende beklagt eine verlängerte Studienzeit durch die Krise. 71 Prozent der Studierenden berichten, dass die Corona-Krise sich negativ auf die letzte Jobsuche ausgewirkt hat.

Rund 13 Prozent haben den Start eines Praktikums oder eines Jobs verschieben müssen. Rund 13 Prozent der Studierenden, Absolventen geben an, dass ihr Praktikum oder Jobbeginn wegen der Krise durch den Arbeitgeber verschoben wurde.

Besonders Studierende, die an einer neuen Hochschule gestartet sind, haben Probleme, die Universität sowie ihre Kommilitonen kennen zu lernen und sich zu integrieren.

Klare Absage an das alte Büro

Klare Kante gibt es auch bei der Frage zum Arbeitsort. Hier erteilt eine satte Mehrheit der Jungtalente den Arbeitgebern mit ihren alten, herkömmlichen Präsenzmodellen einen klare Absage. Kurz gesagt: Das Home Office oder die Kombination von Büroarbeitsplatz und Home Office lebt. Nur etwa zehn Prozent der Befragten können sich noch vorstellen für die reine Arbeit ins Büro zurückzukehren. Mehr als die Hälfte bevorzugt ein Mix aus Präsenz im Büro des Unternehmens und dem Home Office.

Rund 30 Prozent der Befragten können sich ein Mobilitätsmodell vorstellen, bei dem es egal ist, ob von zu Hause, im Büro oder auf Reisen gearbeitet wird. Das gilt vor allem erstrebenswert für die Absolventen der Wirtschaftswissenschaften, Geisteswissenschaften und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Mediziner bevorzugen zu 47 Prozent die Arbeit vor Ort.

So sind die flexiblere Gestaltung des Arbeitstages, eine kürzere Arbeitszeit durch die wegfallende Anfahrt und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf die schlagenden Argumente für das Home-Office-Modell. Vor allem Tätigkeiten ohne Interaktion und Termine mit längerer Anreise sollten nach Meinung der High Potentials nicht mehr an physische Anwesenheiten geknüpft werden.

„Die Zukunft ist für die Mehrheit der Toptalente ein Hybrid-Remote-Arbeitsmodell, bei dem je nach Tätigkeit entschieden werden sollte, ob die Arbeit vor Ort im Büro oder besser vom Home-Office aus per Videokonferenz stattfinden sollte“, bestätigt e-fellows.net -Chef Michael Hies

Gehaltsverhandlungen, informelle Teaminteraktionen wie Coffee Chats und kreative Problem Solvings für mindestens zwei Drittel physisch stattfinden sollten.

Der doppelte Gender Gap beim Gehalt

Auch bei den Einstiegsgehältern müssen die High Potentials Abstriche hinnehmen. Weiterhin Unterschiede gibt es auch bei den Einstiegsgehältern von Frauen und Männern.

Die Corona-Pandemie hat die Lage noch zusätzlich verschärft, weil beide Geschlechter Einbußen bei den Einstiegs-Jahresgehältern hinnehmen müssen. Frauen bekommen durchschnittlich 45.100 Euro, vor der Corona-Krise waren es noch 50.300 Euro. Männer kommen nun auf 54.200 Euro nach 61.800 Euro vor Ausbruch des Corona-Virus.

Einstiegsgehälter [in Euro] Vor der Corona-Krise Corona-Krise Differenz
Frauen 50.300 45.100 -5.200
Männer 61.800 54.200 -7.600
Quelle: e-fellows.net / McKinsey

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