Lohnschere zwischen Frauen und Männern: Österreich Vorletzter

Lohnschere zwischen Frauen und Männern: Österreich Vorletzter

Frauen verdienen in vielen Ländern weniger als männliche Kollegen.

Ein unrühmlicher vorletzter Platz für Österreich: Nur in Estland ist die Lohnschere zwischen Frauen und Männern noch größer. Eurostat zufolge schließt sich der Gender Pay Gap nur sehr langsam.

In Rankings weit hinten zu liegen ist selten ein gutes Zeichen. Beim neuen Eurostat-Ranking zum Gender Pay Gap, dem Unterschied im Einkommen von Männern und Frauen ist das leider auch kein gutes Signal. Hier weit hinten zu liegen bedeutet eine große geschlechtsspezifische Einkommensschere.

Dass Österreich in diesem europaweiten Vergleich auf dem vorletzten Platz liegt bedeutet daher, dass die Lohnschere nur in Estland noch größer ist als hierzulande. Und der Abstand zwischen Männern und Frauen wird nur ganz allmählich kleiner. 2014 lag er in Österreich bei 22,9 Prozent, was deutlich über dem EU-Schnitt von 16,1 Prozent liegt.

Gleicher Lohn für alle

Kritik kommt vom Österreichischen Gewerkschaftsbund: Die ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenchefin Renate Anderl pocht daher einmal mehr auf "gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit". "Dass sich Jahr für Jahr nichts ändert, ist schlicht und einfach inakzeptabel", so Anderl.

Angesichts der Eurostat-Daten forderte der ÖGB einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro, einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen. Neben Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene brauche es aber auch gesellschaftliche Veränderungen, stellte die Vizepräsidentin fest.

Estland Schlusslicht

Schlusslicht im Europavergleich ist wie in den vergangenen Jahren Estland, wo sich der Unterschied auf 28,3 Prozent belief. Danach kommt bereits Österreich mit 22,9 Prozent - das ist ein minimal besserer Wert als im Jahr davor mit 23 Prozent. Über 20 Prozent Differenz gibt es darüber hinaus in Tschechien (22,1 Prozent), Deutschland (21,6 Prozent) und der Slowakei (21,1 Prozent).

Positive Spitzenreiter sind hingegen Slowenien (2,9 Prozent) und Malta (4,5 Prozent), wo es die größte Lohngerechtigkeit gibt. Auch in Italien ist der Wert mit 6,5 Prozent vergleichsweise niedrig.

Die jüngsten Daten zum Jahr 2014 wurden von Eurostat am Freitag online veröffentlicht, bei manchen davon handelt es sich um vorläufige Zahlen. Vom krisengeschüttelten Griechenland wurden außerdem seit 2010 keine Daten mehr gemeldet. Auch aus Irland gibt es keine Werte für die Jahre 2013 und 2014. Verglichen wird der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft.

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