Kündigung: So gelingt die Trennung im Guten

Kündigung: So gelingt die Trennung im Guten

Kündigung: Eine Trennung im Bösen landet nicht selten vor Gericht. Professioneller Umgang ist gefragt.

Eine Kündigung schmerzt, vor allem im Bösen - den Arbeitnehmer wie das Unternehmen. Beim Employment-Workshop von Wolf Theiss gaben Rechtsanwalt Ralf Peschek und Personalberater Othmar Hill hilfreiche Inputs für eine Trennung im Guten.

"Konflikte sind wie Gewitterwolken", sagt Jurist Ralf Peschek, Partner bei Wolf Theiss und Leiter der Praxisgruppe Employment, "Reibungen in Beziehungen häufen sich wie Wolken an, bis es zum großen Gewitterausbruch kommt". Die Eskalation von Konflikten am Arbeitsplatz endet häufig in einer Kündigung. Erfolgt die Trennung im Bösen, landet die Angelegenheit nicht selten vor Gericht.

Im Vorteil sind Führungskräfte, Personaler wie Juristen, die sich prophylaktisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn ein professioneller Umgang unterstützt eine schnelle Trennung im Guten und spart Folgekosten.

Ralf Peschek (li.) und Othmar Hill

Diese Dos und Dont's sollten Führungskräfte beachten:

"Schmutzwäsche regelmäßig waschen"

"Kommunikationsmüll" nennt Othmar Hill, CEO und Eigentümer Hill International, das Kernproblem. Führungskräften fehlt es häufig an sozialer Kompetenz. "Keiner hat es gelernt, mit Kritik- und Kündigungsgesprächen umzugehen, eine Gesprächskultur fehlt in den meisten Unternehmen", fasst es Hill zusammen.

Die Hilflosigkeit führt dazu, dass sich über die "heiße Kartoffel" Kündigung niemand drübertraut, die Folge: Die Verantwortung wird zwischen Führungskräften, Human Resources und Juristen herumgereicht. Dass etwas nicht in Ordnung ist, hören viele Mitarbeiter dann zum Zeitpunkt der Kündigung zum ersten Mal und sind vor den Kopf gestoßen.

Wirtschaftspsychologisch ist Kommunikation das Um und Auf: Führungskräfte können sich mittels Trainings vorbereiten, am besten eignen sich hierfür Rollenspiele.

"Führen ist Beziehungsarbeit"

Das Arbeitsrecht greift bei der Lösung von Konflikten erst relativ spät, wirtschaftspsychologische Grundlagen und Methoden helfen Eskalationen vorzubeugen und Konflikte im Guten zu lösen. "Das Hauptinstrument im Management ist das persönliche Gespräch", betont Hill. Für eine erfolgreiche Prävention muss dafür gesorgt werden, dass sich Ärger nicht aufstauen kann, Kommunikationsmüll muss regelmäßig entsorgt werden. Mitarbeitergespräche und Teamcoachings bieten hierfür eine Kommunikationsplattform.

Peschek ergänzt, nach jedem Gespräch und nach jedem Konflikt ein Memo anzufertigen. Sollte es einen Prozess geben, ist die Dokumentation Kernelement für einen erfolgreiche Auflösung. Die Rechtschancen verbessern sich zudem durch Dokumentationen im Personalakt. Außerdem ist es vorteilhaft, alle Informationen dem Anwalt zukommen zu lassen. Vor Gericht selbst gilt "keep it simple", so kann sich der Richter ein korrektes Bild verschaffen.

Auf Kommunikation und Feedback setzt auch Jurist Peschek. Gerichtsprozesse können durch regelmäßiges Feedback an die Mitarbeiter vermieden werden. Hier sollten Führungskräfte ehrlich auf Unzufriedenheiten hinweisen und Mitarbeiterbeurteilungen mit gebührendem Ernst behandeln, denn Konfliktscheue zahlt sich langfristig nicht aus und kann mitunter bei der Kündigung zu Problemen führen. Weitere mögliche Maßnahmen sind Assessments, Verwarnungen, Sanktionen und Mahnungen im Konfliktlösungsprozess.

"Verachtung ist die Salzsäure der Seele"

Hill, der sich selbst als "Schicksalsmanager" bezeichnet, weiß aus 45 Jahren Beratung, dass Wertschätzung und Empathie die wichtigsten Faktoren in der Kommunikation sind, "Verachtung ist die Salzsäure der Seele", sagt Hill.

Unvorbereitete Trennungsgespräche landen meist vor Gericht und kosten Zeit, Geld und Nerven. Mitleid im Kündigungsgespräch ist allerdings fehl am Platz, denn das enthält auch immer einen Aggressionsanteil.

Nicht weniger wichtig ist es aber auch bei der Sache zu bleiben, um klar und sachlich zu einer Lösung zu kommen und eventuell Angebote machen, wie beispielsweise Outplacement-Coaching.

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