7 Karriere-Mythen #5 Der Termindruck

7 Karriere-Mythen #5 Der Termindruck

Teil 5 der trend-Serie in 7 Teilen: Ohne Termindruck passiert nichts, und Korrekturen sind besser als Makellosigkeit.

Stress und Hektik ließen sich leicht verringern. Auf überraschende Weise, wie Meng Zhu, Professorin an der Carey Business School, herausfand: durch kürzere Deadlines. In einem Experiment verteilte sie gleiche Aufgaben an zwei Gruppen. Die einen sollten diese binnen Tagen erledigen, die anderen bekamen großzügig acht Wochen zugestanden.

Die Effekte: Mit der längeren Frist stieg auch der Zeitaufwand für die Bewältigung der identen Aufgabe. Jene, die mehr Zeit hatten, empfanden die Aufgabe zudem als schwieriger, und sie wären sogar bereit gewesen, einen Experten für Hilfe dabei zu bezahlen. Großzügige Fristen senden offenbar die unterschwellige Botschaft, dass es sich um komplizierte Aufgaben handelt.

Die Kleinheit der Arbeit

Arbeit in kleine Einheiten zu gliedern, die dafür aber ruck-zuck erledigt werden, sollte sich also lohnen. Kennzeichnend sind kurze Fristen etwa für agile Sprints, die, aus der Softwarentwicklung kommend, in vielen Bereichen Fuß fassen. Ihr Vorteil: Weil Ergebnisse rasch vorliegen, können sie sofort getestet und bei Bedarf ohne großen Verlust auch verworfen werden.

Korrekturen, so eine Studie der Boston University, wirken nicht nur sympathischer als glatte Perfektion, sondern sogar kompetenter, wenn mit dem Eingeständnis von Fehlern umgehende Nachbesserung gelobt wird. "Wir sind Menschen, und gerade auf neuen Terrains passieren Fehler. Korrekturen sind normal und gut", sagt Personalberaterin Manuela Lindlbauer dazu.

"Wer einen Fehler berichtigt, wirkt umso bemühter und ehrgeiziger. Er sorgt außerdem aktiv dafür, dass sich etwas von falsch zu richtig verändert", schreibt Buchautor Daniel Rettig und macht daran auch die Veränderung zu einer positiveren Fehlerkultur fest - sofern man nicht gerade Hirnchirurg oder Fluglotse ist.


Die Serie "7 Karriere-Mythen" ist der trend-Ausgabe 49-50/2019 vom 6. Dezember 2019 entnommen.

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