Beziehung und Familienbetrieb - eine Ménage à trois

Eva Kienauer-Bechter

Eva Kienauer-Bechter

Wer in einen Familienbetrieb einheiratet, heiratet im Normalfall auch gleich den Betrieb und die darin beschäftigten Familienmitglieder mit.

Die Vielehe ist in Österreich aus gutem Grund verboten. Wer allerdings in ein Familienunternehmen einheiratet, für den gilt das in der Praxis nicht. Denn dann heiratet man nicht nur den Partner, sondern auch den Betrieb und die Familie mit. Aus einem Paar wird so fast zwangsläufig ein Trio.

Viele erfolgreiche Familienunternehmer planen das Leben ihrer Kinder oft schon vor der Geburt. Sie sind auf die bestmögliche Entwicklung bedacht, damit in der nächsten Generation auch ein potenzieller Nachfolger heranwächst. Es wird nichts dem Zufall überlassen. Das beginnt mit der Auswahl des richtigen Kindergartens, der besten Schulen und Eliteuniversitäten, den passenden Freizeitaktivitäten (Klavier? Ballett? Oder doch besser Reiten?) bis zu strategisch angelegten Auslandsaufenthalten. Warum also ausgerechnet die Wahl des Lebenspartners ihres Nachfolgers dem Zufall überlassen?

Selbstverständlich geht es in erster Linie um Liebe. Aber nachdem von der Partnerwahl nicht nur das private Lebensglück abhängt, sondern auch in einem hohen Maß die Zukunft des Unternehmens und der Familie beeinflusst wird, kommen weitere Aspekte hinzu. Denn Familienunternehmen haben einen ganz großen Vorteil und einen ganz großen Nachteil: die Familie. Eine Familie im Frieden ist das Beste, was es für ein Unternehmen geben kann, eine Familie im Unfrieden das Schlimmste.

Gefragt sind daher oft auch Qualifikation für das Unternehmen und viel Empathie für den Clan. Deshalb kommt einem Highend-Partnervermittler dann auch eine Headhunter-Rolle zu. Meine langjährige Erfahrung zeigt, dass die richtige Einschätzung des Potenzials des zukünftigen neuen Familienmitglieds eine entscheidende Rolle spielt. Sonst wird das junge Glück schnell auf eine harte Probe gestellt, die nicht immer gut ausgeht.


Zur Person

Eva Kinauer-Bechter ist Chefin des nach ihr benannten Partnervermittlungsunternehmens. Zu ihrer Klientel gehören einkommensstarke Angestellte und vermögende Selbstständige aus allen Bereichen der guten Gesellschaft. Erfolgreiche Unternehmer, Vorstände, Geschäftsführer, Manager, Ärzte, Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Gut situierte Akademiker, Wissenschaftler, Diplomaten, Künstler, Aristokraten. Wohlhabende Senioren, anspruchsvolle Privatiers, junge Menschen aus wohlhabenden Familien und Prominente.

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