Jobfrust: Jeder Zweite sieht sich als "Befehlsempfänger"

Jobfrust: Jeder Zweite sieht sich als "Befehlsempfänger"

Freiraum im Job haben und das eigene Potenzial optimal nützen können - für viele ist das bloß ein Wunschtraum. Einer neuen Online-Befragung des Jobportals karriere.at zufolge kann jeder Zweite im Job keine oder nur wenige Entscheidungen selbst treffen.

"Selbstverwirklichung" steht vor allem in unter Berufseinsteigern geführten Befragungen zu den Erwartungen an den Arbeitsplatz ganz oben. Man will das während der Ausbildung Erlernte anwenden und kreativ umsetzen. Man denkt an Teamwork, Hands-On-Design und an ständig neue Herausforderungen.

Die Realität sieht jedoch oft ganz anders aus. Kreativ zu sein und eigene Entscheidungen zu treffen, das ist sehr zum Bedauern der Beschäftigten, oft gar nicht gefragt. Eine vom Jobportal karriere.at durchgeführte Online-Umfrage zeigt, dass im jeder Zweite im Berufsleben so gut wie gar keine eigenen Entscheidungen treffen kann und sich bloß als Befehlsempfänger sieht. Selbst Führungskräfte hadern mit ihrem Status. obwohl sie tendenziell zufriedener mit ihrem Freiraum sind, finden dennoch vier von zehn, dass sie unter ihren Möglichkeiten eingesetzt werden.

Mit Tatsache, dass es im im Job überhaupt keinen Gestaltungsspielraum gibt, sehen sich 18 Prozent der Umfrageteilnehmer konfrontiert. Weitere 28 Prozent beurteilen ihre eigene Situation nur als unwesentlich besser. Sie beantworten die Frage, ob sie ausreichend Freiraum im Job haben mit „Eher nicht. Ich kann mein Potenzial nur selten einbringen“. Insgesamt kann also fast jeder zweite Befragte gar keine oder nur selten eigene Entscheidungen treffen, was sich mittelfristig in Form von Jobfrust niederschlägt und die Bereitschaft, den Arbeitgeber zu wechseln, erheblich steigert.

Exakt ein Viertel (25 Prozent) ist hingegen grundsätzlich zufrieden, wenngleich man sich manchmal weniger Vorgaben wünscht. Genügend Freiraum finden 29 Prozent in ihren Aufgabenbereichen vor.

Verantwortung als Motivation

Dabei würde es erheblich zur Verbesserung der Stimmung der Arbeitnehmer beitragen, wenn man ihnen Verantwortung überträgt. „Natürlich werden in hierarchisch strukturierten Unternehmen die meisten Entscheidungen von Führungskräften getroffen. Das sollte aber nicht bedeuten, die Verantwortungsbereiche der Mitarbeiter möglichst klein zu halten", weiß Jürgen Smid, geschäftsführender Gesellschafter von karriere.at. Arbeitnehmer, die in ihrem Aufgabengebiet in einem definierten Rahmen eigenverantwortlich Entscheidungen treffen können, seien sind in der Regel motivierter, treuer und somit auch für ein Unternehmen erheblich wertvoller.

Bemerkenswert ist auch das Ergebnis des Online-Stimmungsbildes von Unternehmensvertretern, also HR-Managern, Führungskräften und Unternehmern. Von diesen beklagen sich lediglich drei Prozent über gar keinen Gestaltungsfreiraum. Auch liegen die Werte jener, die vieles selbst entscheiden können (38 Prozent), beziehungsweise sich nur gelegentlich weniger Vorgaben von oben wünschen (21 Prozent), insgesamt über dem Abstimmungsergebnis der Arbeitnehmer. Vier von zehn (38 Prozent) sehen ihr Potenzial aber nicht ausreichend ausgeschöpft.

Dass sich auch 38 Prozent der leitenden Mitarbeiter gerne mehr in Entscheidungsprozesse einbringen würden, zeigt ein Dilemma, vor dem viele Führungskräfte stehen: Sie tragen nach außen oft Verantwortung für Projekte oder Prozesse, an denen sie aber nur begrenzt mitentscheiden können. Auch das ist nicht wirklich motivierend.

Jungunternehmer, die ihre Ideen festhalten und Ziele klar definieren, hat bessere Erfolgsaussichten.

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