HR-Klima Index 2016: Das sind die Trends der Personalarbeit

HR-Klima Index 2016: Das sind die Trends der Personalarbeit

Talente finden und erkennen: Hohe Arbeitgeberattraktivität zieht Young Potentials an.

Die meisten Unternehmen blicken positiv in die Zukunft. Viele erwarten eine Steigerung der Marktanteile, der Profitabilität und wollen mehr Mitarbeiter einstellen. Weitere Trends der Personalarbeit im Überblick.

Der "War for Talent" prägt die Prioritäten der Personalarbeit in diesem Jahr: Für mehr als 60 Prozent der Unternehmen in Österreich ist die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität die wichtigste Aufgabe. Knapp die Hälfte der Firmen sieht es als zentrale Herausforderung, die Führungs- und Managementqualität zu verbessern.

Wettbewerbsfaktor Arbeitgeberattraktivität

Etwa ein Drittel der Unternehmen legt den Schwerpunkt seiner Personalarbeit auf die strategische Personalplanung. Das ergab eine aktuelle Kienbaum-Studie zu den HR-Trends in Österreich. Dazu hat die Beratungsgesellschaft Personalmanager aus 115 Unternehmen befragt.

„Die Attraktivität als Arbeitgeber ist in fast allen Branchen das zentrale Thema – unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter und dem Umsatz. Hintergrund ist das Ziel der Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern – dafür bedarf es passend qualifizierter und motivierter Mitarbeiter, gerade für erfolgskritische Positionen. Es gilt, die Stärken des Unternehmens zu erkennen, auszubauen und einheitlich nach innen und außen zu kommunizieren“, sagt Alfred Berger von Kienbaum Beratungen in Wien.

Unternehmen sind optimistisch

Nach Jahren der Stagnation stehen in den meisten Unternehmen die Zeichen auf Wachstum: Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet eine positive Umsatzentwicklung. Besonders optimistisch sind die Personalmanager aus dem produzierenden Gewerbe und dem Maschinen- und Anlagenbau. Etwa ein Drittel der Unternehmen rechnet mit einer Steigerung der Profitabilität um bis zu fünf Prozent. Und rund die Hälfte der Firmen erwartet steigende Marktanteile. Auch beim Personal stehen die Zeichen auf Aufbau: 41 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre Mitarbeiterzahl 2016 um bis zu fünf Prozent erhöhen.

Personalprozesse optimieren und Digitalisierung vorantreiben

Um in Zeiten kontinuierlicher Veränderung agil und flexibel arbeiten zu können, müssen Unternehmen ihre Personal-Prozesse kontinuierlich anpassen:
70 Prozent der Studienteilnehmer sehen dabei Optimierungsbedarf. Knapp die Hälfte der Unternehmen mahnt Nachbesserungen bei der Digitalisierung der Prozesse an. Hier zeigen sich die größten Veränderungen: Während 2015 lediglich 19 Prozent der Digitalisierung eine hohe Bedeutung zuschrieben, sind es 2016 schon 48 Prozent.

Ebenfalls mehr im Fokus steht in diesem Jahr die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter in den Personalabteilungen: Diese ist für 40 Prozent der befragten Unternehmen besonders wichtig. Auch die Verbesserung der internen Kommunikation rückt für 35 Prozent der Firmen weiter in den Vordergrund. Ganz zuletzt kommt bei der Personalarbeit Diversity Management.

Geschäftsführung und Personalarbeit setzen unterschiedliche Prioritäten

Geschäftsführer setzen teils andere Prioritäten als Personalleiter: Geht es um die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber, ist dies für 63 Prozent der Geschäftsführung und 45 Prozent der Personaler sehr wichtig. Im Gegensatz dazu messen knapp die Hälfte der Geschäftsführer der Qualifizierung und Weiterbildung eine große Bedeutung bei, bei den HR-Leitern sind es hingegen nur 28 Prozent. Auch in Sachen Talent Management und gehen die Meinungen auseinander, Personaler messen diesem Bereich fast die doppelte Wichtigkeit bei als Geschäftsführer.

„Die Anforderungen der Geschäftsführung und die Prioritäten der Personalverantwortlichen klaffen in einigen Punkten auseinander. Während sich Geschäftsführer meist mehr Engagement der Personalverantwortlichen in Bereichen wie Kompetenz- und Skill-Management oder Vergütung und Anreizstrukturen wünschen, setzen Personalverantwortliche ihre Schwerpunkte im Talent Management und Change Management“, sagt Alfred Berger.

Mitarbeiterzahl und Budgets im Personalbereich bleiben gleich

Im vergangenen Jahr sind die seit vielen Jahren unveränderten finanziellen Ressourcen der Personalbereiche leicht gestiegen. 2016 werden die HR-Budgets aber in vielen Unternehmen wieder stagnieren. Das prognostizieren mehr als die Hälfte der Personalverantwortlichen. Knapp ein Drittel erwartet steigende Budgets von bis zu fünf Prozent. Auch die Mitarbeiterzahlen im HR-Bereich werden nach Einschätzung von 71 Prozent der Personalchefs in diesem Jahr gleich bleiben.

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