Homeoffice: Führungskräfte sehen ein Risiko für den Team-Spirit

Auch nach der Corona-Pandemie werden in vielen Unternehmen hybride Teams Bestand haben. Führungskräfte befürchten jedoch, dass hybride Teams zu Lasten des Team-Spirit gehen und sehen Herausforderungen im Bereich der Kommunikation.

Teambesprechungen in Zeiten von Corona: Das hybride Arbeiten beeinträchtigt die Kommunikation und ist nicht für alle Mitarbeiter gleich geeignet.

Teambesprechungen in Zeiten von Corona: Das hybride Arbeiten beeinträchtigt die Kommunikation und ist nicht für alle Mitarbeiter gleich geeignet.

Die Corona-Pandemie scheint in Europa unter Kontrolle zu sein. In immer mehr Unternehmen kehren die Mitarbeiter nach und nach aus ihren Homeoffices an die Arbeitsplätze zurück. Doch oft genug sehen sich die Betriebe jetzt mit dem Wunsch konfrontiert, dass viele Mitarbeiter auch nach den COVID-bedingten Lockdown-Phasen zumindest im Teilzeit-Modus im Homeoffice arbeiten wollen.

Soweit das möglich ist versuchen die Unternehmen zumeist, diesem Wunsch nachzukommen, zumal sich während der Pandemie gezeigt hat, dass die Qualität der Arbeit in den seltensten Fällen vom Ort abhängig ist, an dem die Arbeit verrichtet wird. Führungskräfte stehen deshalb aber jetzt vermehrt vor der Herausforderung, hybride Teams führen zu müssen. Während ein Teil der Mitarbeiter im Betrieb arbeitet, bleibt ein ein anderer Teil im Homeoffice und wird digital eingebunden.

Das Frankfurter Institut für Führungskräfte im digitalen Zeitalter (IFIDZ) ist für sein neues Leadership-Trendbarometer der Frage nachgegangen, wo dabei für Führungskräfte die größten Herausforderungen liegen.

Chancen, aber auch Risiken

Weitgehend einig sind sich die 159 Teilnehmer der Befragung, dass das hybride Arbeiten sowohl Chancen als auch Risiken birgt Nur neun Prozent sehen es ausschließlich als Chance. Das Gros der Führungskräfte sieht das Arbeiten in hybriden Teams keinesfalls durch eine „rosa-rote Brille“. Sie sehen vielmehr, so Barbara Liebermeister, Leiterin des IFIDZ, die zwei Seiten der Medaille.

Barbara Liebermeister

Barbara Liebermeister

Doch wo sehen die Führungskräfte die Risiken? Jedenfalls nicht beim Output der Mitarbeiter oder bei der Qualität der abgelieferten Arbeit. Das Gros der Führungskräfte befürchtet jedenfalls nicht, dass unter einer Arbeit in hybriden Teams die Team-Performance leidet. So sehen zum Beispiel nur 15 Prozent die Gefahr, dass die Motivation der Mitarbeitenden dadurch sinkt, und nur 13 Prozent die Gefahr, dass die Zielorientierung bei der Arbeit hierunter leidet. Und gar nur neun Prozent befürchten oder haben die Erfahrung gesammelt, dass dies sich negativ auf die Qualität der Arbeit auswirkt.

Entsprechend relaxt scheinen die meisten Führungskräfte,daher der endgültigen Entscheidung entgegen zu sehen, inwieweit ihre Mitarbeiter künftig im Unternehmen oder Homeoffice arbeiten – zumindest wenn es um die Leistungsfähigkeit ihres Bereichs geht. Diese Einschätzung wird unter anderem dadurch gestützt, dass nur 16 Prozent der Führungskräfte bei einer Arbeit in hybriden Teams einen Kontrollverlust befürchten.

Knoten in der Kommunikation

Es sind jedoch vor allem die interpersonelle und die kommunikative Komponente, die unter dem hybriden Arbeiten beeinträchtigt werde. Zudem sind die Führungskräfte während der Pandemie offenbar zu der Erkenntnis gelangt, dass einerseits nicht jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin gleich für das externe Arbeiten im Homeoffice geeignet ist und andererseits permanentes Homeoffice auf die Psyche der Mitarbeiter schlagen kann.

Fast zwei Drittel der befragten Führungskräfte befürchten, dass sich einzelne Mitarbeiter isoliert fühlen. Außerdem besteht für 54 Prozent die Gefahr, dass die Identifikation mit dem Team sinkt. Auch kann sich ein Drittel der Befragten vorstellen, dass in ihrem Team eine gewisse Frontenbildung zwischen den Büro- und Homeoffice-Mitarbeitern entsteht.

Um diesen Herausforderungen begegnen zu können spielen die Kommunikation und die wechselseitige Information eine zentrale Rolle. Ungenügende Kommunikation ist für 53 Prozent der Befragten und ein nicht ausreichender Informationsflusses für 47 Prozent der Führungskräfte ein Risiko. "In diesem Bereich gibt es auch den größten Change-Bedarf", merkt IFIDZ-Leiterin Liebermeister an: "Die Kommunikaton in den Unternehmen muss den neuen Anforderungen angepasst werden."

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