Hälfte der Österreicher kokettierten mit Jobwechsel

Hälfte der Österreicher kokettierten mit Jobwechsel

Jeder zweite Österreicher denkt an Abschied vom aktuellen Arbeitgeber, jeder zehnte Erwerbstätige ist auf dem Sprung. Und dennoch sind sie ihrem Arbeitgeber treu ergeben. Allerdings ist es mit der Flexibilität nicht so weit her: Der Arbeitsplatz soll nahe zum Wohnort sein.

Flexibilität war einmal, in Zeiten der Hochkonjunktur wollen Jobwechsler den neuen Arbeitsplatz praktisch in Nähe zum Wohnort wählen. Und das dürfte auch damit zusammenhängen, weil doch ein Großteil der Beschäftigten mit dem aktuellen Job zufrieden ist. Und daher kaum gewillt ist zu wechseln. Dies kann aber auch damit interpretiert werden, dass in Österreich die Beschäftigten mehrheitlich ihrem Arbeitgeber treu ergeben ist.

In einer Umfrage des Karrierenetzwerks Xing gaben satte 83 Prozent der der Umfrageteilnehmer an, mit ihre aktuellen Jobsituation zufrieden zu sein. 17 Prozent der Befragten sind "eher unglücklich". Allerdings kann sich auch die Hälfte der Befragten vorstellen den Arbeitsplatz zu wechseln. Jeder Zweite (49 Prozent) sagt "Ja, ich bin offen für einen Jobwechsel", jeder Zehnte hat bereits den Wechsel den geplant: Neun Prozent verfolgen bereits konkrete Pläne sich zu bewerben.

Doch müssen sich die Arbeitgeber derzeit (noch) nicht fürchten, dass ihnen die Mitarbeiter in Scharen davonziehen. 46 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihrem Arbeitgeber langfristig treu bleiben wollen. Mit dem Alter der Erwerbstätigen steigt auch die Wahrscheinlichkeit dem Unternehmen treu zu sein.

Personen mit höherem Bildungsabschluss oder Personalverantwortung mit höherer Wahrscheinlichkeit sind laut Xing-Umfrage „sehr zufrieden“ mit ihrer beruflichen Situation sind. Zwei Drittel (62 Prozent) macht der aktuelle Job Spaß, knapp die Hälfte (46 Prozent) der Befragten ist sogar stolz auf ihre Leistung im Beruf ist. Eine Auffälligkeit, die in Abhängigkeit des Bildungsabschlusses steht: Arbeitende mit höheren Bildungsabschlüssen empfinden eher Spaß und Stolz in Bezug auf ihre berufliche Tätigkeit.

Für die Personalspezialisten sei zu Jahresbeginn der optimale Zeitpunkt, neue Mitarbeiter zu suchen und gezielt Interessenten anzusprechen. Die Wechselwilligkeit sei zu Jahresbeginn besonders hoch. "Für Recruiter ist jetzt also der perfekte Zeitpunkt, um Jobsuchende gezielt anzusprechen“, meint Jutta Perfahl-Strilka, Director New Business Sales DACH bei XING E-Recruiting.

Der Job um die Ecke

Job wechseln ja, aber nicht wegziehen oder weit pendeln - das ist die einfache Formel der Wechselwilligen. 41 Prozent der Befragen haben den Anspruch, dass der neue Job unmittelbar am eigenen Wohnort oder in der näheren Umgebung sein müsse. 44 Prozent der Befragten würde maximal 50 Kilometer vom Wohnort zum Arbeitsplatz pendeln, 50 bis 200 Kilometer würden nur noch vier Prozent der Befragten pendeln. Innerhalb von Österreich sind es nur noch 3 Prozent. Über die Grenzen hinweg würden nur noch 7 Prozent der Befragten einen Arbeitsplatz annehmen.

Dabei gibt es Geschlechterunterschiede. So sind Männer eher bereit, für einen neuen Job eine weitere Anfahrt in Kauf zu nehmen als Frauen.

An der Xing-Umfrage haben im Jänner 2018 in Österreich 506 Erwerbstätige teilgenommen.

Werner H. Hoffmann (li.) und Alfred Taudes

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