Global Peter Drucker Forum 2018 - Am Puls der Zeit #GPDF18

Global Peter Drucker Forum 2018 - Am Puls der Zeit #GPDF18

DER ORGANISATOR UND GRÜNDER des Forums, Richard Straub, bei einer Moderation vor dem Bildnis von Peter F. Drucker.

Das erste Drucker Forum ging 2009 im Schatten der Finanzkrise über die Bühne. Digitale Disruption, Eurokrise, Migration, Brexit oder Protektionismus haben Herausforderungen für das Management mittlerweile vervielfacht. Daher sind Peter Druckers grundlegende Ideen aktueller denn je. Das GPDF findet heuer am 29. und 30. November zum nun zehnten Mal statt. #GPDF18

Punktgenau an dem Tag, an dem Peter Drucker (1909- 2005) seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte - am 19. November 2009 - eröffnete Organisator Richard Straub im Großen Festsaal des Hauses der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz das "Peter Drucker Centennial Forum". Zu Ehren des aus Wien stammenden Begründers der modernen Managementlehre sprachen dort globale Business-Vordenker wie C. K. Prahalad, Hermann Simon oder Philip Kotler. Der durchschlagende Erfolg und die extrem positive Resonanz führten dazu, dass daraus ein alljährlicher Treffpunkt der Managementelite in Wien geworden ist: das Global Peter Drucker Forum (#GPDF18), das hochkarätige Businessprofessoren als Vortragende ebenso anzieht wie Topberater und die CEOs von multinationalen und österreichischen Paradeunternehmen.

Das GPDF findet heuer am 29. und 30. November zum nun zehnten Mal (#GPDF18) statt. Aus Anlass des Jubiläums erstmals im besonders glanzvollen Ambiente der Wiener Hofburg. Und mit einem besonders erlesenen Aufgebot an Referenten: von Harvard-Legende Clayton Christensen, der den Begriff und die Idee der disruptiven Innovation als Erster auf die Managementagenda setzte, und dem seit der Premiere regelmäßig vertretenen Marketing-Guru Kotler über die CEOs von Global Players wie Unilever, Michelin, Safaricom, Klöckner, Mondi oder Roland Berger bis zu Topjournalisten von "Economist", "Financial Times" oder "Harvard Business Review" - es sind zu viele Top-Shots, um sie hier auch nur zu nennen.

Schatten der Krise

Dabei war Straub 2009 bis kurz vor dem Start in Sorge, ob das Forum überhaupt würde stattfinden können. Ausgehend von der Lehman-Pleite ein Jahr zuvor waren die Ausläufer der Finanzkrise gerade dabei, weltweit auf die Realwirtschaft überzugreifen und sie mit in die Tiefe zu reißen. Straub erinnert sich an einen sehr speziellen Termin: "An einem der intensivsten Krisentage hatte ich einen Termin bei Ewald Nowotny, dem Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank. Ich hatte Nachrichten gehört und nie gedacht, dass er mich empfangen wird. Doch er nahm sich eine Viertelstunde Zeit, damit ich ihm über das geplante Forum erzählen konnte - einmal unterbrochen durch ein Krisentelefonat."

Das Forum begleitet also praktisch seit seiner ersten Stunde eine Welt, die sich in einem ungeheuren und seither immer weiter beschleunigten Transformationsprozess befindet, der natürlich nicht ohne krisenhafte Erscheinungen und gravierende Umbrüche vonstattengehen kann. Bankenkrise, Rezession, Eurokrise, Schuldenkrise prägten die nächsten Jahre. Man suchte nach Ursachen, aber vor allem nach Schuldigen an der Misere. Nicht zu Unrecht fand man diese unter anderem in von Gier und kurzfristigem Denken getriebenen Managern.

Ein Managementforum konnte daran natürlich nicht vorbeigehen und stellte 2011 die Legitimation des Managements, Zukunft gestalten zu wollen, zur Diskussion. "Is there a Future for Capitalism?", fragte der Sozialphilosoph, Vordenker und bis heute regelmäßige Forum-Speaker Charles Handy in der Keynote. Es wurde über Shared Value und Bottom-up-Entrepreneurship und ihre Potenziale als Ergänzung oder Überwindung des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus diskutiert. "Capitalism 2.0" war folgerichtig im nächsten Jahr Leitthema. Adrian Wooldridge, Management Editor des "Economist", räsonierte dabei etwa darüber, wie der Shareholder-Kapitalismus verbessert werden könne.

Auch die im Untertitel angesprochenen "new horizons for managers" taten sich da schon auf - es grüßten Start-up-Boom und Digitalisierung: Dan Shechtman, Chemie-Nobelpreisträger, Professor am Technion Israel Institute of Technologies und Baumeister des Start-up-Wunders Israel, brach eine Lanze für "Technological Entrepreneurship". Straub berichtet: "Er als Chemiker hatte schon vor vierzig Jahren erkannt, dass die Studenten des Technion nicht nur Technik und Wissenschaft lernen sollten, sondern auch eine gute unternehmerische Ausbildung benötigen." In einer Runde mit der Autorin und Arbeitswelt-Vordenkerin Tammy Ericsson sowie der London-Business-School-Professorin

Lynda Gratton wurde damals schon vorweggenommen, wie Digitalisierung und Social Media die tradierten Organisationen und Arbeitsabläufe in den Unternehmen hinwegfegen und Management vor ganz neue Herausforderungen stellen würden.

Aufbruch und Transformation

Genau diese großen Themen und ihre globalen Auswirkungen auf Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen thematisierte das Forum in den Folgejahren: die digitale Transformation samt ihren neuen und innovativen Geschäftsmodellen, die Plattformökonomie, der Start-up-Boom als ein Weg in die von Drucker postulierte "Entrepreneurial Society".

Von den Referenten des Forums hörte man schon früh neue Wörter und Begriffe, die dann zum allgemeinen Sprachgut wurden. Die mit klassischen Managementmethoden gar nicht mehr beherrschbare "VUCAWelt" etwa, das Akronym für die Begriffe "volatility","uncertainty","complexity" und "ambiguity", das für die rasante Beschleunigung des Wandels und die zunehmende Komplexität der vernetzten Welt steht. Oder den Ausdruck "GAFA" für die neuen Weltmächte des digitalen Zeitalters, zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der Internet- und Digitalkonzerne Google, Apple, Facebook, Amazon.

Doch, könnte man hier als Frage einwerfen, was hat das eigentlich noch mit Peter Drucker zu tun? Der war ja immerhin schon zwei Jahre tot, als Steve Jobs sein allererstes iPhone vorstellte. Was sollte er uns also über die digitale und mobile Transformation von heute zu sagen haben?

DOWNLOAD - Peter Drucker Forum 2018 SPECIAL in [English] und [Deutsch]

"Druckers holistischer Blick quer durch viele Disziplinen von Ökonomie über Soziologie und Psychologie bis zur Geschichtswissenschaft ermöglichte ihm, das ganze Bild zu sehen", sagt dazu Richard Straub. Drucker habe sich mehr mit dem - gerade heute unter dem Schlagwort "purpose" in der Managementberatung hochaktuellen - "why" des Managements beschäftigt und gar nicht so sehr mit dem "what" und "how". Für Drucker, hält Straub fest, stand bei allen Fragen des Managements stets "der Mensch im Mittelpunkt. Das macht ihn zeitlos." Dass Unternehmen zugleich Leistung erbringen und am Markt bestehen müssen, sei bei Drucker selbstverständliche Voraussetzung. "Diese beiden Punkte sind das Spannungsfeld des Managements", erklärt Straub.


"Technologie kann nicht die Fragen nach den grundlegenden Werten und dem Sinn des Managements beantworten."

Mit dieser Menschenzentrierung ist Drucker zutiefst einer mehr als 2.000-jährigen europäischen Wertetradition und einem aufgeklärten Menschenbild verbunden, obwohl seine Wahrnehmung und Wirksamkeit zu Lebzeiten im angloamerikanischen Raum sowie in Japan deutlich größer waren als in Europa.

Technologie für Menschen

Exakt das ist es, was Drucker angesichts einer drohenden Entmündigung des einzelnen Menschen durch die Allianz von Big Data mit Big Brother, allmächtigen Algorithmen und auf immer mehr Lebensbereiche übergreifender künstlicher Intelligenz aktueller erscheinen lässt denn je.

Aus dem Silicon Valley mit seiner technologiezentrierten Betrachtung sei eine menschenbezogene Perspektive nicht zu erwarten, hält Straub unmissverständlich fest und formulierte den Gedankengang dahinter kürzlich in einem im Vorfeld des Forums auf der Website des "Harvard Business Manager" erschienenen Essay: "Digitale Technologie und künstliche Intelligenz sind mächtige Kräfte, die wir für soziale Zwecke nutzbar machen müssen - nicht umgekehrt. Was Technologie sicher nicht kann: die Fragen nach den grundlegenden Werten und dem Sinn des Managements zu beantworten. Darum kann sie nicht mehr als ein Werkzeug sein, um das menschliche Potenzial zu entfesseln - die wichtigste und am wenigsten genutzte Ressource auf diesem Planeten."

Intensiver am Puls der Zeit und zugleich näher am Kern von Peter Druckers Vermächtnis für das 21. Jahrhundert als mit dem Generalthema dieses Jahres könnte das Forum somit kaum sein: "Management. The Human Dimension".

Wobei es für Relevanz und Zukunftsorientierung des Themen-und Agenda-Settings der Forumsmacher spricht, dass es angesichts der Entwicklungen rund um Robotics, Big Data, Artificial Intelligence, Cloud Computing und Internet of Things schon 2015 geheißen hatte: "Claiming our Humanity - Managing in the Digital Age". Was man damals mitnehmen konnte: Richtig eingesetzt, setzen moderne Technologien ungeheure Kreativität bei einzelnen Personen, aber auch in gesamten Unternehmen frei. Mit seinen Betrachtungen zu Drucker und Silicon Valley wolle er selbstverständlich nicht gegen Technologie argumentieren, beugt Straub jedem Missverständnis vor: "Wir als das Organisationsteam des Forums sind schließlich selbst das Paradebeispiel einer virtuellen Organisation, die an unterschiedlichen Orten, aber vernetzt arbeiten kann."

Die Drucker-Community

Zu einem Netzwerk, einer Community geworden sind mittlerweile viele der Topredner, die immer wieder gerne nach Wien kommen, um sich mit ebenso hochkarätigen Fachkollegen, mit Managementpraktikern und mit engagierten Vertretern der jungen Generation aus aller Welt auszutauschen, die sich über den Essaywettbewerb "Peter Drucker Challenge" eine Einladung zum Forum nach Wien erarbeitet haben. Diese Community hält zwischen den Foren natürlich auch auf sämtlichen relevanten Social-Media-Kanälen Kontakt.

Viel zur Attraktivität beigetragen hat der Tagungsort selbst. Dass die Foren in Wien immer an Orten mit historischem Flair stattgefunden haben und nicht etwa in nüchternen Konferenzzentren, ist speziell für die Teilnehmer aus Übersee bemerkenswert. Die freuen sich auch auf das glanzvolle gesellschaftliche Rahmenprogramm wie den Galaabend im Festsaal des Rathauses.

Apropos: Zur Community zählt mittlerweile auch die Stadtverwaltung selbst, die das Forum nutzt, um sich gegenüber hochkarätigen internationalen Multiplikatoren nicht nur als kultureller Hotspot mit hoher Lebensqualität, sondern auch als digitale Smart City auf der Höhe der Zeit, als Forschungs-und Innovationsstadt - kurzum als eine Stadt für Menschen und eine Stadt des Wissens zu präsentieren.

Zum Zeitpunkt des Jubiläumsforums, zehn Jahre nach der Finanzkrise, ist die Weltlage nach wie vor von ernsten Herausforderungen und Bedrohungen geprägt, verursacht auch von VUCA-Persönlichkeiten wie Brexit-Protagonist Boris Johnson oder Donald Trump. In einem solchen Umfeld gibt es weiter Bedarf an Druckers humanistischer Gedankenwelt - nicht nur im Management.

Zehn Jahre Global Peter Drucker Forum

2009 Peter Drucker Centennial Forum

2010 Managing The Next Society

2011 A Quest For Legitimacy - How Managers Can Shape The Future

2012 Capitalism 2.0

2013 Managing Complexity - New Horizons For Managers

2014 The Great Transformation

2015 Claiming Our Humanity - Managing The Digital Age

2016 The Entrepreneurial Society

2017 Growth And Inklusive Prosperity

2018 Management . The Human Dimension

Kommentar
Christoph Kopp, Principal und Big Data-Experte bei Horváth & Partners

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