Gehaltserhöhung: So reagieren Sie auf Einwände des Chefs

Gehaltserhöhung: So reagieren Sie auf Einwände des Chefs

Die meisten Mitarbeiter nehmen es stillschweigend hin, wenn Ihr Wunsch nach einer Gehaltserhöhung vom Chef abgeschmettert wird. Ein Experte meint, dass sich die Mitarbeiter nicht einschüchtern lassen sollten. Gute Vorbereitung auf gängige Einwände des Chefs ist allerdings essentiell.

Jeder vierte Finanzmanager rechnet mit einer Kündigung des Mitarbeiters, wenn er dessen Wunsch nach einem höheren Gehalt abweist - tatsächlich sind die Angestellten aber nicht so konsequent, wie ihre Chefs glauben: Laut einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half ist eine abgelehnte Gehaltserhöhung nur für 15 Prozent der Auslöser, um sich nach einem anderen Job umzusehen.

Die Mehrheit (45 Prozent) der 5000 befragten Angestellten wartet auf das nächste Mitarbeitergespräch, um die Lohnforderung zu wiederholen, wenn die Bitte um ein höheres Gehalt abgelehnt wird - mit dieser Reaktion rechnen nur 20 Prozent der Chefs. Die meisten Vorgesetzten (38 Prozent) gehen davon aus, dass der Mitarbeiter nach der Ablehnung der Gehaltserhöhung nach anderen Leistungen wie etwa flexiblen Arbeitszeiten oder anderen Zuschüssen fragt. In Wirklichkeit fordert weniger als jeder dritte Angestellte (27 Prozent) alternative Angebote.

Auch gehört Sudern laut der europaweit durchgeführten Studie offenbar nicht zur Lieblingstätigkeit der Mitarbeiter: Mehr als jeder zehnte Chef (13 Prozent) glaubt zwar, der Mitarbeiter würde sich im Büro oder zu Hause über die Absage zur Gehaltserhöhung beschweren - dem stimmen aber nur drei Prozent der befragten Arbeitnehmer zu.

Verhandlungstipps für das Gehaltsgespräch

"Arbeitnehmer nutzen ihren Verhandlungsspielraum nicht optimal aus“, sagt dazu Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half: Mitarbeiter sollten sich durchaus trauen, Wünsche vorzubringen und sollten sich von Einwänden des Chefs nicht einschüchtern lassen. "Sie müssen allerdings gut vorbereitet in die Gehaltsverhandlung gehen, klar ihre Wünsche äußern und offen für alternative Angebote ihres Vorgesetzten sein,“ sagt Hennige.

Für Mitarbeiter, die demnächst ein Gehaltsgespräch führen, haben die Personaldienstleister die gängigsten Einwände der Chefs ermittelt - und zeigen auf, wie man als Mitarbeiter professionell reagiert.

Beliebter Einwand Nr. 1: „Ich möchte, aber ich kann leider nicht“

Führungskraft: „Das kann ich nicht entscheiden. Ich würde Ihnen ja gern ein höheres Gehalt geben, aber das entscheidet die Geschäftsführung. Und die sieht das wahrscheinlich anders.“

Professionelle Antwort: „Als meine direkte Führungskraft können Sie doch meine Leistung im Unternehmen am besten beurteilen. Welche Erhöhung schätzen Sie denn persönlich als angemessen ein?"

Beliebter Einwand Nr. 2: „Jährliche Erhöhung ist zu häufig“

Führungskraft: „Wie, Sie wollen schon wieder mehr Geld? Ich habe Ihnen doch erst im letzten Jahr eine Gehaltserhöhung gegeben!“

Professionelle Antwort: „Das stimmt, aber wir hatten im letzten Jahr meine damaligen Erfolge und Leistungen für das Unternehmen honoriert und keinen Stufenplan für die kommenden Jahre beschlossen. Seitdem hat sich mein Aufgabengebiet allerdings deutlich vergrössert (Alternativen: Ich habe meine Qualifikationen erweitert/wichtige Kunden hinzugewonnen/einige beachtliche Erfolge erzielt.) Ich bin der Ansicht, dass dies eine weitere Erhöhung rechtfertigt.“

Beliebter Einwand Nr. 3: „Schlechter Zeitpunkt“

Führungskraft: „Das passt derzeit sehr schlecht. Lassen Sie uns im neuen Jahr noch einmal darüber sprechen."

Professionelle Antwort: „Mein Anliegen erfordert aber einen früheren Termin, da ich jetzt Leistungen/Erfolge vorweisen kann, die eine Anpassung rechtfertigen. Wenn es Ihnen heute gar nicht passt, dann können wir gern einen Alternativtermin in den nächsten vier Wochen vereinbaren.“

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