Ferialpraktikanten: Bloß ungeliebte Sommer-Aushilfskräfte

Die Mehrheit der Arbeitnehmer hat einer Umfrage des Jobportals karriere.at zufolge keine große Freude mit Ferialpraktikanten. Nur in jedem vierten Unternehmen freut man sich über den frischen Wind durch Ferialarbeiter, Praktikanten oder Werkstudenten.

Ferialpraktikanten: Bloß ungeliebte Sommer-Aushilfskräfte

Ferialarbeiter, Praktikanten und Werkstudenten: Nicht immer willkommene Mitarbeiter.

Jeder kann sich an seinen ersten Job erinnern. Bei vielen war der erste Kontakt mit dem Berufsleben ein Ferialjob. Für Schüler ist es nicht nur eine Möglichkeit, in den Sommerferien selbst ein wenig Geld zu verdienen, sondern auch erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Egal, ob der Job letztlich lustig, interessant, langweilig oder anstrengend ist: Am Ende des meist einmonatigen Jobs ist man um eine Erfahrung reicher und weiß besser, was man in Zukunft machen will. Oder bei schlechten Erfahrungen was man garantiert nicht mehr machen möchte.

Jedoch wird es gerade für die jüngeren Semester immer schwieriger, einen Ferialjob zu finden. Vor allem abseits von Non-Profit-Organisationen, die hauptsächlich freiwillige Hilfskräfte suchen, wird das Angebot an Ferialjobs immer dünner. Das liegt zum einen an den in den letzten Jahren gestiegenen Anforderungen und strengeren Vorschriften, zum anderen aber auch daran, dass viele Unternehmen aus Prinzip gar keine Ferialjobs mehr anbieten.

Die Gründe dafür sind recht vielfältig, generell liegt es aber hauptsächlich daran, dass die jungen Kurzzeit-Mitarbeiter für die Arbeitgeber und die jeweils Vorgesetzten im Betrieb einen zusätzlichen Aufwand bedeuten. Ferialarbeiter müssen angelernt und möglichst schnell in die täglichen Arbeitsabläufe integriert werden. Mitunter gibt es dabei auch Konflikte mit den Mitarbeitern zu bewältigen.

Schwerer Stand

Die nun abgeschlossene Umfrage des Online-Jobportals karriere.at, wie Arbeitnehmer und Unternehmensvertreter zum Thema Ferialpraktikanten stehen, belegt das und zeigt, weshalb es für all jene, die im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung kein verpflichtendes Berufspraktikum absolvieren müssen, immer schwieriger wird, eine entsprechende Stelle zu finden.

Sowohl unter den Arbeitnehmern, also den potenziellen Kollegen, als auch den Unternehmensvertretern ist die Skepsis hoch. So findet der relativ gesehen größte Teil der Arbeitnehmer (40 Prozent), dass die Einsatzdauer von Ferialarbeitern zu kurz sei, um diese ausreichend einzuschulen. 17 Prozent empfinden Praktikanten nicht als Hilfe, da deren Betreuung zu viel Zeit beanspruche. Nur 16 Prozent sind der Meinung, dass ein im Urlaub befindlicher Kollege durch einen Praktikant ersetzt werden kann.

Ganz ähnlich ist das Bild bei den Unternehmensvertretern: Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) findet, dass die Einschulung zu lange dauere, um diese dann gut einsetzen zu können. 15 Prozent kritisieren den hohen Zeitaufwand zur Betreuung der Praktikanten und nichteinmal jeder zehnte (9 Prozent) sieht in Praktikanten für geeignete Urlaubsvertretungen

Frischer Wind

Es gibt jedoch auch andere Stimmen. So bemerkt zumindest ein gutes Viertel (27 Prozent) der Mitarbeiter, dass mit den Kurzzeit-Kollegen ein frischer Wind in das Unternehmen einzieht und ein positive Effekt auf das Teamgefüge entsteht. Auf Seiten der Unternehmensvertreter freuen sich annähernd ebenso viele (30 Prozent) über den jugendlichen Spirit im Unternehmen.

„Natürlich erfordert die Betreuung von Ferialpraktikanten Zeit und Einsatz von Mitarbeitern. Es ist verständlich, dass sich Arbeitnehmer durch zusätzliche Aufgaben gebremst fühlen, gerade wenn sie vielleicht auch noch als Urlaubsvertretung für Kollegen im Einsatz sind“, kommentiert Jürgen Smid, geschäftsführender Gesellschafter von karriere.at das Ergebnis des Stimmungsbildes. Praktikanten sollten jedoch nicht als Belastung, sondern als Chance für das Unternehmen gesehen werden. Smid: „Der erste Kontakt mit der Arbeitswelt ist für junge Menschen immer prägend. Jeder kann sich an seinen ersten Job erinnern. Es liegt an den Arbeitgebern, diesen Eindruck möglichst positiv zu gestalten. Unternehmen, die Ferialkräften eine interessante Zeit in spannendem Umfeld bieten, gewinnen dadurch wertvolle Unternehmensbotschafter und haben darüber hinaus die Möglichkeit, frühzeitig Talente für sich zu entdecken.“

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