Ex-Tele2 Austria-Chef Robert Hackl rennt für Sprint

Ex-Tele2 Austria-Chef Robert Hackl rennt für Sprint

Robert Hackl, einst Chef bei Tele2 Austria, wird seine ganze Erfahrung als Verkaufschef von Sprint USA einbringen. Er zieht bei Sprint ins Top-Management ein.

Der gebürtige Salzburger Robert Hackl - einst CEO bei Tele2 Austria - dockt beim viertgrößten US-Mobilfunkbetreiber Sprint in die USA an. Er wechselt vom Vorstandsteam bei Vodafone Deutschland, wo er unter der Leitung des neuen CEO und Ex-Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter Mitglied der Geschäftsführung war, in die USA. Der Neo-Sprinter ist somit der dritte Österreicher, der sein Glück in der US-Telekomindustrie sucht - und der zweite Österreicher im Sprint-Top-Management.

Wien. Ein weiterer Österreicher macht Karriere in den USA. Der Salzburger Telekomexperte Robert Hackl wird ab 1. April bei Sprint in den USA "Chief Experience Officer (CEO) and President of National Sales". Er rückt gleichzeitig in das 13-köpfige Top-Executive-Team bei Sprint ein. Sein Vorgänger Ben Johnson wird laut Sprint Ende April das Unternehmen verlassen

Sprint ist in den USA mit 58,4 Millionen Kunden fast gleichauf mit T-Mobile USA die Nummer vier, die es auf 58,9 Millionen Kunden bringt. Vodafone Deutschland hat derzeit 45 Millionen Kunden.

Hackl ist in der Telekommunikation weit gereist und hat Erfahrung aus mehreren Großkonzerne der Telekomindustrie. Nach Tele2, T-Mobile und zuletzt Vodafone steuert der 45-Jährige nun seine nächste Karrierestation bei einem Top-Player in der Telekombranche an.

Von einem Österreicher ...

Zuletzt machte Hackl Karriere bei Vodafone Deutschland. Im August 2013 ist vom Hauptkonkurrenten Deutsche Telekom aus den USA kommend zu Vodafone gewechselt. Zunächst als Geschäftsführer Customer Operations ist er seit Herbst 2014 auch für Commercial Operations bei Vodafone Deutschland zuständig.

Als Mitglied der Geschäftsführung bekam Hackl im Oktober 2015 einen neuen Vodafone-Chef. Der Salzburger Hannes Ametsreiter war nach seiner Demission bei der Telekom Austria zu Vodafone Deutschland gewechselt.

... zum nächsten Österreicher

Und auch unter dem neuen Arbeitgeber Sprint wird er einen alten Bekannten in der Top-Führungsebene treffen, den er zudem aus seiner Zeit in Wien noch kennt. Günther Ottendorfer, der einst in den 1990ern bei Maxmobil, später T-Mobile Austria unter dem damaligen Chef und heutigen Post-Vorstand Georg Pölzl, Karriere gemacht hat, ist seit dem Vorjahr bei Sprint in Kansas City. Ottendorfer ist Chief Operating Officer (COO) von Sprint und ebenso Mitglied des Sprint Executive Teams. Er war davor Kurzzeit-Technikvorstand bei der Telekom Austria. Auf Betreiben von América Móvil, dem neuen Mehrheitseigentümer der Telekom Austria, wurde Ottendorfer wie berichtet als Bauernopfer abgefunden.

Hackl war im Jahr 2008 zur Deutschen Telekom gestoßen, nachdem er die Tele2 Austria in den Jahren 2007 und 2008 in einer schwierigen Zeit als CEO geleitet hatte. Im Herbst 2008 wechselte er zur Deutschen Telekom, wo er bis 2010 war als Market Area Manager Europe für die Geschäftsentwicklung und -steuerung von fünf T-Mobile-Ländertöchtern zuständig war. Danach folgte der Ruf zum heutigen Sprint-Erzrivalen T-Mobile USA, wo er drei Jahre lang für das Channel Management, für die Entwicklung und Planung der Distribution sowie Kundenbindung verantwortlich war.

Der promovierte Ex-Consulter begann seine Karriere 1996 bei McKinsey, wo übrigens auch der aktuelle Post-Vorstand und Ex-T-Mobile-Chef Georg Pölzl und Ex-Telering-Chef Thomas Kicker (heute Deutsche Telekom USA, zuletzt Mitglied der T-Mobile Austria-Geschäftsführung) hervorgegangen sind.

Telekom, Technologie- und Logistikindustrie waren zum Berufsstart Hackls Schwerpunkte. In weiterer Folge des WU-Studiums hatte der Neo-Sprinter noch einen MBA an der University Kellogg, Graduate School of Management erworben. Ein Master of International Management von HEC Paris und der Master in Commerce von der WV Wien runden den akademischen Karriereweg ab.

Die Reize der Telekom

Hackl erwartet in den USA ein beinharter Job. Verizon, AT&T, T-Mobile US und Sprint kämpfen erbittert um Marktanteile. "Mit allen Tricks", wie ein Insider trend.at bestätigt. "Es ist einfach crzay." Die US-Tochter der Deutsche Telekom hat im Vorjahr mit viel Marketingaufwand und Preiswettbewerb vor allem die Nummer 3 Sprint attackiert und vom Stockerl gestoßen.


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Und dass es kaum weniger raubeinig im Führungszirkel zugeht, konnte die Öffentlichkeit live miterleben. Die Vorstände der beiden Companys - John Legere von T-Mobile USA und Sprint CEO Marcelo Claure - lassen kaum eine Gelegenheit aus sich etwa via Twitter zu befetzen, nachdem die Übernahme, manche sprachen von einer Fusion, von T-Mobile USA durch Sprint im Jahr 2014 gescheitert war.

Live mit dem Ober-Sprinter

Den als hemdsärmlig geltenden, anpackenden Hackl, dürfte das kaum beeindrucken. Tuchfühlung mit dem Zentrum der Macht war für den international denkenden Manager nie ein Problem. In kleiner Runde gibt er auch hin und wieder ein Konzert.

Er berichtet als US-Verkaufschef direkt an den Ober-Sprinter und CEO Marcelo Claure. Und wird sicher auch daran gemessen, ob er seinen einstigen Arbeitgeber T-Mobile US wieder auf Distanz bringt. Und klappt es nicht auf Anhieb mit der Kommunikation, kann er seine Kollegen nicht nur verbal einkochen. Auch größere Tafelrunden traut sich Hackl mit Köstlichem aus dem Kochtopf zu bekochen.

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