Dresscode bei Sommerhitze: Richtig gekleidet im Büro

Dresscode bei Sommerhitze: Richtig gekleidet im Büro

Sommerhitze schafft Leidensdruck: Shorts und Sandalen gehören an den Strand und nicht ins Büro.

Wenn das Thermometer auf über 30 Grad klettert, wird in vielen Büros gestöhnt und geschwitzt. Dürfen Mitarbeiter und Manager in kurzen Hosen zur Arbeit erscheinen und Geschäftsfrauen schulterfreie Blusen und Sandalen tragen? Benimm-Experte Thomas Schäfer-Elmayer klärt auf.

Enges Büro, stickige Luft und eine überforderte Klimaanlage - sofern es eine solche überhaupt gibt: Fehlanzeige. Sommerhitze lässt Büromitarbeiter und so manch gestandenen Manager, der korrekt einen dunklen Anzug und Krawatte trägt, schwitzen und an kurze Hosen und luftige Sandalen denken. Und die Damenwelt quält sich mit Fragen welche Rock-Längen adäquat sind oder wie viel Schulter eine Bluse zeigen darf.

In vielen Büros gibt es wie auch in Kanzleien, Banken oder Ämtern Dresscodes, auch wenn diese vielleicht nicht explizit ausgesprochen sind. Denn die Kleidung der Mitarbeiter ist auch ein Kommunikationsmittel: Sie repräsentieren damit das Unternehmen, stehen für eine gewisse Corporate Identity. "Die Kleidung ist ein wesentlicher Bestandteil der Atmosphäre. Die Stimmung ist eine ganz andere, wenn man im Strandoutfit im Bürosessel hockt", weiß Benimm-Papst Thomas Schäfer-Elmayer.

Damen: Nicht zu kurz

Generell empfiehlt Schäfer-Elmayer sachliche, neutrale und zurückhaltende Outfits. Trotz Sommerhitze sollten diese bei den Damen nicht zu knapp sein. Das gilt sowohl für die Oberteile als auch für Röcke oder Hosen. "Auf keinen Fall Spaghettiträger. Sie unterstreichen nicht die Kompetenz, sondern lenken davon ab", sagt Elmayer. Oberteile sollten zumindest einen Ärmelansatz haben. Die Schultern sollten unbedingt bedeckt sein. Bauchfrei ist ein absolutes No-Go.

Röcke sollten bis übers Knie gehen, man spricht auch von "knieumspielend". Trägt eine Dame Hosen, dann sollten diese ebenfalls lang sein. Hotpants gehören an den Strand, generell hat eng anliegende oder körperbetonte Kleidung in Büros keinen Platz. Stattdessen bieten sich luftige, weite Schnitte an.

Das Schuhwerk sollte ebenfalls nicht zu luftig sein, Elmayer empfiehlt geschlossene Schuhe. "Falls man als Frau trotzdem offene Schuhe trägt, sollten sie möglichst elegant, beziehungsweise dezent sein." Strumpfhosen hält Elmayer dagegen bei Hitze nicht für nötig, außer es man trifft einen hochkarätigem Kunden.

Herren: Kurze Hosen sind tabu

Männer sind bei der Kleiderauswahl grundsätzlich etwas mehr eingeschränkt. An Hemd und Anzug kommt der Mann von Welt aber auch im Sommer nicht vorbei: "Ein kurzärmliges Hemd mit Krawatte ist in Ordnung, es hängt auch immer von der Corporate Identity ab", weiß Elmayer. "Das Sakko kann man auch ablegen, solange man keinen Kontakt zum Kunden hat." Bei langen Hemden gilt: Aufkrempeln ist okay, wenn es sich um keine offizielle Angelegenheit mehr handelt. Farblich darf es tagsüber auch ein heller Anzug sein, "wenn es formell wird, dann sollte man auf dunkle Farbe setzen: Schwarz, dunkelblau und dunkelgrau", sagt Elmayer.

Kurze Hosen und Flip-Flops sind für Männer wie Frauen ein No-Go. Außer man arbeitet im bequemen Home Office. Schnell verabschieden sollten sich Männer auch vom Gedanken, in Tank Tops oder ärmellosen T-Shirts zur Arbeit zu gehen. Herren sollten auf geschlossene Lederschuhe setzen, in Kunstfaserschuhen schwitze man laut Elmayer zu stark. Außerdem nicht unwichtig: "Die Socken sollten farblich zur Hose passen."

Zur Sicherheit den Chef fragen

Generell hängt die Kleiderordnung stark von der Branche, dem jeweiligen Unternehmen und der eigenen Position ab. Grafiker, Softwareentwickler oder PR-Agenten haben anderen Dresscodes als Banker, Anwälte oder Mitarbeiter von ATX-Konzernen. Sobald jedoch Kundenkontakt stattfindet, sollte man sich entsprechend kleiden.

Wer sich beim Dresscode nicht ganz sicher ist, kann auch bei seinem Chef nachfragen, denn der Vorgesetzte sollte die Corporate Identity vorleben. Es zeigt außerdem, dass dem Mitarbeiter die Kleiderordnung wichtig ist.

Nicht vergessen sollte man bei Sommerhitze darauf, ausreichend zu trinken. Täglich sollte zumindest ein Liter Wasser getrunken werden. Soft-Drinks oder gesüßte Säfte sollten möglichst vermieden werden. Auch mit der richtigen Ernährung kann man seinem Körper etwas Gutes tun und die eigene Leistungsfähigkeit steigern. Rohkost, Salate und frisches Obst passen perfekt zu heißen Sommertagen im Büro.


Aktualisierter Artikel; ursprüngliche Version von Michael Ortner erschienen am 1.7.2015

Kommentar
Christoph Kopp, Principal und Big Data-Experte bei Horváth & Partners

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