Digitalisierung: Bildung als Schlüssel zum Erfolg

Digitalisierung: Bildung als Schlüssel zum Erfolg

Industrialisierung und Automatisierung: Bildung als Schlüssel zum Erfolg

Die Digitalisierung als Herausforderung für die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Arbeitswelt. Die Plattform Industrie 4.0 hat den Status Quo in Österreich erhoben und Empfehlungen zur Schaffung der notwendigen Qualifizierungen und Kompetenzen ausgearbeitet.

Vollautomatische Produktionsanlagen, Fabrikhallen fast ohne Mitarbeiter, Supermarktkassen mit Selbstscannern, Bankgeschäfte am Smartphone, Selbst-Check-Ins an Flughäfen - die Digitalisierung wird immer sichtbarer. Neue Technologien revolutionieren althergebrachte Prozesse, ermöglichen Dinge, die man zuvor bestenfalls aus Science-Fiction-Romanen und Filmen kannte. Sind für viele eine Chance und eine Erleichterung, für mindestens ebenso viele aber auch eine Herausforderung.

Niemand kann vorhersehen, welche technologischen Möglichkeiten es in fünf Jahren geben wird. Inwiefern unser Leben dann von Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI), Blockchains oder Augmented Reality geprägt sein wird und welche Auswirkungen die neuen Technologien auf die Arbeitswelt haben werden.

Welcher Art die Herausforderungen auch immer sein mögen - eines ist gewiss: Je besser man darauf vorbereitet ist, umso mehr werden sie zu Chancen, aus denen Neues entstehen kann. Das gilt vor allem und besonders auch für den Bereich der Bildung, wie dem Ergebnispapier zu entnehmen ist, das der "Verein Industrie 4.0 - Plattform für intelligente Produktion (Industrie 4.0)" ausgearbeitet hat.

Ausbildung zur Arbeitsplatzsicherung

Der Verein oder die Plattform versteht sich als überparteiliche und über zahlreiche Interessensgruppen arbeitende Organisation, die so unterschiedliche Institutionen wie das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), die Industriellenvereinigung (IV), die Wirtschaftsagentur Wien, die Bundesarbeitskammer (BAK) oder die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA djp) mit Bildungseinrichtungen wie Fachhochschulen und Technischen Universitäten und Unternehmen zusammenbringt. Industrie 4.0 Geschäftsführer Roland Sommer erklärt: "Bildung wirkt wie ein Universalschlüssel am Arbeitsmarkt. Wer gut ausgebildet ist, ist seltener arbeitslos."

Die Sorge, dass uns Roboter bald die Arbeitsplätze streitig machen könnten, teilt Sommer jedenfalls nicht. Routine-Tätigkeiten kämen sicher unter Druck, doch gleichzeitig sieht Sommer auch eine Fülle neuer Aufgaben erwachsen, Tätigkeiten, die heute zum Teil auch noch nicht präzisiert werden könnten: "Die Frage, was man in fünf, sechs Jahren braucht, können heute auch große Unternehmen noch gar nicht beantworten." Fachkräfte würden jedenfalls weiterhin in großem Stil gesucht, und nachdem diese am freien Arbeitsmarkt kaum mehr zu finden sind, übernehmen immer mehr Unternehmen die Ausbildung selbst oder holen ältere Mitarbeiter zurück in das Unternehmen.

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Ergebnispapier "Qualifikation und Kompetenzen in der Industrie 4.0"; zum Download klicken Sie bitte auf die untenstehende Abbildung.

Ergebnispapier "Qualifikation und Kompetenzen in der Industrie 4.0"

Ergebnispapier "Qualifikation und Kompetenzen in der Industrie 4.0"

"Die Entwicklung kommt der demografischen zu Gute", sagt Ilse Leidl-Krapfenbauer, Arbeitsmarkts- und Integrationsexpertin der Arbeiterkammer (AK), die an dem Industrie 4.0 Ergebnispapier mitgearbeitet hat und die erforderlichen digitalen Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen ausgelotet hat. "Alle Menschen sollten über grundlegende digitale Fähigkeiten verfügen", erklärt sie. Um dieses grundlegende Allgemeinwissen in der Bevölkerung zu verankern müsse Digitalisierung in ihren zahlreichen bunten Aspekten Teil der Schulbildung, der beruflichen Ausbildung und der Weiterbildung sein. Wobei Österreich im EU-Durchschnitt eine relativ gute Position habe. Zwei Drittel der Bevölkerung (67 Prozent) verfügen Leidl-Krapfenbauer zufolge über entsprechende Qualifikationen.

In der Fachwelt oft etwas belächelt, aber in der Realität umso wichtiger sind dabei die sogenannten überfachlichen Kompetenzen, wie das Prozessverständnis, Problemlösungskompetenz, Kreativität oder sprachliche und interkulturelle Kompetenz. Der Grund, weshalb gerade diese dafür ist einleuchtend: Fachliche Kompetenz wird von den Unternehmen mit einem entsprechenden Bildungsnachweis vorausgesetzt, es sind die darüber hinausgehenden, Qualifikationen, die bestimmte Mitarbeiter herausragen lassen.

Industrie 4.0 Empfehlungen

In dem "Ergebnispapier Qualifikation und Kompetenzen in der Industrie 4.0" hat der Verein/Plattform Industrie 4.0 in sieben Handlungsfeldern insgesamt 81 Empfehlungen ausgearbeitet, um die für die Digitalisierung benötigten Kompetenzen in Österreich weiter zu verbreiten oder zu stärken.

Das Schlüsselelement ist über alle 81 Punkte die Aus-, Weiter- oder Fortbildung, in der Schule ebenso wie in der Lehre oder in der betrieblichen Weiterbildung. Wobei sich durch die Digitalisierung auch die Welt des Lernens verändert, etwa auch Video-Tutorials oder Online-Kurse entsprechende Beiträge leisten. "Wichtig ist praxisnahes, kontextbezogenes Lernen in den MINT-Bereichen - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik", betont Industrie 4.0 Geschäftsführer Sommer.

Ein Schlüssel zum Erfolg wird hier in regionalen, unternehmensübergreifenden Ausbildungsverbänden wie der Zukunftsakademie Mostviertel, der Weinviertler Mechatronik Akademie oder dem Qualifizierungsnetzwerk Q-West, dem die Universität Innsbruck, die Fachhochschule Salzburg und die Fachhochschule Vorarlberg angehören genannt.

Und es sei wichtig, dass die Schulen und weiteren Ausbildungsstätten über eine entsprechende Infrastruktur verfügen - wofür eine bundesweite Infrastruktur-Strategie gefordert wird - und Unternehmen ihren Mitarbeitern Zeit zum Lernen geben. "Weiterbildung muss leistbar sein", fordert AK-Expertin Leidl-Krapfenbauer. Es sei wichtig, die Unternehmen und die Mitarbeiter zu motivieren, darin zu investieren, denn "Bildung ist nötig, um Jobs abzusichern."

Schließlich sei es nötig, dass die Bundesregierung zu dem Wort "Digitalisierung", das immerhin im Regierungsprogramm 89 Mal enthalten ist steht und die Gelegenheit nützt. Sommer: "Lippenkenntnisse gibt es schon genug. Es braucht konkrete Programme."

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