Design Thinking: Arbeitsplätze als Ideen-Spielplätze

Für das Gedeihen guter Ideen sind festgeschraubte Besprechungstische oder nüchterne Büroräume Gift. Das erkennen immer mehr Unternehmen und richten eigene Innovationslabore ein. Ausgestattet mit Sitzsäcken und Hightech-Tafeln, sollen sie die Kreativität beflügeln.

SAP Apphaus

Das SAP APP-Haus: Bei dem Softwarekonzern basteln Entwickler und Kunden gemeinsam an neuen Lösungen.

Es vergeht mittlerweile kaum ein Monat, ohne dass ein großes deutsches Unternehmen verkündet, ein Innovationslabor zu eröffnen. Darunter Banken wie die HypoVereinsbank, Consulter wie Capgemini und Deloitte oder Fernsehsender wie Sky. In Österreich gewinnt das Thema erst heuer so richtig an Fahrt. Die ÖBB und die Casinos Austria haben im Frühjahr eigene Kreativstätten eingerichtet. Der ORF plant eine solche, ebenso die Wirtschaftskammer Kärnten.

Innovationslabore - auch Labs genannt - sind Räumlichkeiten, die sich bereits optisch von der Konzernkultur absetzen. Sie gleichen eher einem Start-up-Office mit flexiblen Möbeln, bemalbaren Wänden, die Platz für spontane Ideen-Sesessions bieten, und Bastelecken, um Prototypen zu erstellen.

"Für Design Thinking braucht man spezielle Räume, die kreatives Arbeiten erlauben", sagt Berater Klaus Weissmann. Allerdings ist diese Erkenntnis noch nicht so weit verbreitet, wie er es sich wünschen würde. Bei der EU-Kommission, wo er einen Design-Thinking-Workshop abhalten sollte, waren sogar die Besprechungstische am Boden angeschraubt. "Das sagt viel über die Unternehmenskultur aus", so Weissmann, der sich viele Innovationslabs, die in den vergangenen Jahren in Europa entstanden, angesehen hat.

Gruppendymamik: Mehr als die Summe der Teile

Das für ihn gelungenste Beispiel ist die Factory in Berlin. Dabei handelt es sich nicht um ein unternehmenseigenes Lab, sondern eine Co-Innovation-Community aus Start-ups und etablierten Konzernen wie Facebook oder Google. An diese Community können sich Unternehmen mit Fragestellungen wenden, für die dann im Rahmen eines Design-Thinking-Prozesses Lösungen erarbeitet werden. "Das Besondere an diesem Modell ist, dass hier frühzeitig viele unterschiedliche Gruppen einbezogen werden; das erhöht die Chance auf wirklich innovative Lösungen", so der Berater.

Unter den Corporate Labs lobt er die AppHäuser von SAP, wo der Softwarekonzern Entwickler, Designer und Kunden gemeinsam nach neuen Lösungen suchen lässt.

Zu den Vorreitern in Österreich gehören neben ÖBB und Casinos Austria auch die Erste Bank und der Babyartikelhersteller MAM. Sie haben Innovation als Teil ihrer Strategie definiert und bieten ihren Teams eigene Labore zur Entfaltung der Kreativität.
Im Artikel "Design Thinking Praxis" erfahren Sie, wie die Unternehmen die Methode einsetzen.


Impulstag: Hands on Design Thinking

Sind Sie inspiriert? Wollen Sie selbst erfahren, wie Design Thinking funktioniert und was es bewegen kann? Kommen Sie zum Impulstag "Hands on Design Thinking" am 29. November 2016. Für weitere Informationen zur Veranstaltung klicken Sie hier oder auf die untenstehende Abbildung.

Executive Education - Schwung für Ihre Karriere

In Kooperation mit der WU Executive Academy liefert Ihnen der trend im …

Studie: Millenials und Generation Z als Krisenverlierer

Die Einkommen der 20- bis 39-Jährigen sind seit der Wirtschaftskrise 2008 …

Kommentar
Alois Czipin, Gründer "Czipin Produktivitätssteigerungs-GmbH"

Alois Czipin: Aufgegeben wird ein Brief!

Consulter Alois Czipin berichtet über die hohe Fluktuation in seiner …

Erwin van Lambaart

Erwin van Lambaart wird neuer Boss der Casinos Austria

Der frühere Theater- und TV-Produzent Erwin van Lambaart, derzeit CEO von …