Christoph Leitl: "Folgt der inneren Motivation!"

 Christoph Leitl: "Folgt der inneren Motivation!"

Was sie als Unternehmer in der Praxis gelernt haben, zeigten die Schüler der HAK Linz dem Präsidenten der Europäischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, und Gerhard Wildmoser (l.), Präsident von Junior Achievement Austria.

Schule macht Wirtschaft heißt das Projekt, bei dem Schüler selbst ein Unternehmen gründen. Christoph Leitl, Präsident der Europäischen Wirtschaftskammer Eurochambres, staunte in der HAK Linz über die Ergebnisse.

Christoph Leitl weiß, wie man junge Unternehmer motiviert. "Wenn ihr mit eurer Junior Company weiter macht, könntet ihr sogar eure Maturareise selbst finanzieren", wartet der Präsident der Europäischen Wirtschaftskammer Eurochambres mit einer Idee auf, welche die Schüler der Junior Company HAKunta der HAK Linz im ersten Moment verblüfft und sogleich fasziniert.

Was ist die Geschäftsidee, die laut Leitl "im Trend der Zeit" liegt? Die Jungunternehmer haben eine PR-Agentur gegründet, die Unternehmen in Sozialen Netzwerken sichtbar macht, Websites oder auch Flyer erstellt. Dass die Praxis nicht so einfach ist, mussten die angehenden PR-Profis bald feststellen: "Man muss Preise verhandeln oder Aufträge in der Gruppe verteilen. Dennoch macht es Spaß, diese Erfahrungen zu sammeln."

Einblicke ins Catering-Business haben die Gründer von TastyBite gewonnen. Sie lieferten die kulinarische Verpflegung für den Tag der offenen Tür und den Elternsprechtag an ihrer Schule. Köstlichkeiten wie Nusskuchen oder alkoholfreier Sangria wurden dabei zum Renner.

Den Stress während der Stoßzeiten am Buffet zu überstehen, war dabei nur eine der Herausforderungen, welche die Caterer gemeistert haben. "Ihr müsst in euch hineinhören, ob euch die Selbstständigkeit Spaß macht", hatte Christoph Leitl einen guten Tipp für die Schüler parat. Und auch einen weiteren Anreiz: "Unternehmer leben im Durchschnitt drei Jahre länger. Grund dafür ist ihre innere Motivation, die sie ausleben können und die sie antreibt."



Das Projekt Schule macht Wirtschaft von Wirtschaftskammer Österreich, Junior, Coca-Cola, Wien Energie und trend neigt sich wieder einmal dem Ende zu. Am 25. Juni präsentieren die Landessieger ihre Junior Companys beim Abschlussevent in der Wirtschaftskammer Österreich. Dazu reisen alle neun Teams nach Wien an. Eine Fachjury, die aus Vertretern der österreichischen Wirtschaft besteht, wird dann das beste Junior-Unternehmen Österreichs küren.

Lust an Technik und Wirtschaft

Amelie Groß, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, sagt zur Bedeutung des Projekts Schule macht Wirtschaft: "Gerade in Zeiten der Digitalisierung und des Wandels ist ein unternehmerisches Mindset ein wichtiger Erfolgsfaktor." Groß konnte sich bei ihren Besuchen an JUNIOR-Schulen immer wieder selbst davon überzeugen, dass projektbasiertes Lernen wie im JUNIOR-Company-Programm den Unternehmergeist schon während der Schulzeit stärkt.

Auch Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der WKÖ, will bereits ganz jungen Menschen Lust auf die Verbindung von Unternehmertum und Technologie machen:"Technik und Wirtschaft gehören zusammen. Wir müssen Freude und Interesse an Naturwissenschaften und Technik schon ab dem Kindergarten wecken."

Auf das Team, das beim Junior-Österreich-Wettbewerb als Sieger hervorgehen wird, kommt eine aufregende Reise zu, denn es vertritt Österreich beim Europäischen Wettbewerb. Dieser findet vom 16. bis 19. Juli in Belgrad statt. Genau genommen haben aber schon jetzt alle Schülerinnen und Schüler gewonnen, die im aktuellen Schuljahr eine Junior Company gegründet und ein Unternehmen geführt haben: Sie haben schließlich gelernt, unternehmerisch zu denken und zu handeln - von der Geschäftsidee über die Produktion bis hin zum Jahresabschluss.

Hoffnung auf Sieg

Unter denjenigen, die auf den Österreich-Sieg hoffen, ist unter anderem Gin n' Jelly. Die Junior Company der Tourismusschule Am Wilden Kaiser konnte den Landessieg für Tirol einheimsen. Das Team produziert alkoholhaltige Gelees sowie Gewürzmischungen zur Verfeinerung von Gin. Ebenfalls Kulinarisches bietet der Landessieger aus Kärnten, das BG/BRG Mössingerstraße, an.

Das Unternehmen naked stripes hat sich auf gesunde Pausensnacks in Form von schonend gedörrten Frucht- und Gemüsemixstreifen spezialisiert, die noch dazu vegan sind und ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen.

Aus Vorarlberg reisen am 25. Juni die Broken Sticks an: Das Team der BHAK/BHAS Feldkirch konnte mit seinen Fanartikeln aus alten Eishockeyschlägern und Sporttrikots bereits überzeugen und den Landessieg einstecken.

Verfeinerter Genuss

Schule: Tourismusschule am Wilden Kaiser
Business: BAR-PRODUKTE

Angebot Das Unternehmerteam des Tiroler Landessiegers Gin n'Jelly hat sich ganz der Wacholder-Spirituose verschrieben und produziert alkoholhaltige Gelees aus Gin sowie Gewürzmischungen, um Gin zu verfeinern. Das Geschmacksprofil von Gin soll auf diese Weise verändert und der Genussmoment verfeinert werden. Die Rezepte dafür haben die Schüler selbst kreiert. Neben den Hauptprodukten gibt es auch wechselndes saisonales Angebot.

Der Tiroler Landessieger Gin n'Jelly.

Von Fans für Fans

Schule: BHAK/BHAS Feldkirch
Business: FANARTIKEL

Angebot Aus gebrauchten Eishockey-Sticks bauen die GründerInnen von Broken Sticks Wohnaccessoires. Aus getragenen Eishockeyshirts nähen sie Kissen, Federschachteln mit integrierten Powerbanks und Baggies. All das produzieren sie für Eishockeyfans wie sie selbst. So stand am Beginn der Geschäftsidee persönliche Begeisterung: Die eingefleischten Eishockeyfans bringen so ihre Leidenschaft in "abgefahrenen" Produkten zum Ausdruck. Das Team verkauft die Produkte im Rahmen von Matches, Fanclubs und Märkten.

Broken Sticks Wohnaccessoires

Süße Nasch-Alternativen

Schule: BG/BRG Mössingerstraße
Business: GESUNDE SNACKS

Angebot Das Team von naked stripes will seinen Kunden helfen, auch in kurzen Pausen einen gesunden Snack zu genießen, und produziert dafür schonend getrocknete Fruchtpüreestreifen in ausgefallenen Geschmacksrichtungen. Der Dörrprozess wird bei exakt 42 Grad durchgeführt, wodurch keine Vitamine verloren gehen. Die gesunden Snacks stillen rasch den Hunger, sind vegan und kommen ohne zusätzliche Inhaltsstoffe aus. Die einzigen Zutaten sind: Obst, Gewürze und viel Hingabe der Produzenten.

Team naked stripes


Die Geschichte ist im trend 23/2018 erschienen

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