Change Management: So gelingt der Wandel wirklich

Veränderungsprozesse sind für Unternehmen unerlässlich. Doch nicht immer können solche Projekte zur Zufriedenheit der Beteiligten umgesetzt werden. Worauf kommt es im Change Management aber wirklich an?

Change Management: So gelingt der Wandel wirklich

Isabella Weindl, ObmannStv. der Fachgruppe UBIT Wien und Inhaberin von I.C.H. Personell Development Systems , kennt die Probleme rund ums Change Management und nennt die Basis-Voraussetzung dafür: „Change Management ist etwas, das ja so alt ist wie das Wirtschaften selbst, denn alle Errungenschaften sind gerade aus der Erkenntnis entstanden, dass etwas anders werden muss, wenn es besser werden soll.“ Ganz wichtig sei zudem die Frage,“was und warum etwas besser werden soll“.

Mitarbeiter informieren

Tatsächlich scheint es im Change Management bisweilen so, dass sich Unternehmen Hals über Kopf in das Abenteuer stürzen. Dabei ist in diesem Zusammenhang sorgfältige Vorbereitung das Um und Auf – ganz wichtig ist da die Einbeziehung der Mitarbeiter. Weindl: „Mitarbeiter, die rechtzeitig und persönlich vom anstehenden Change informiert werden, sind eher bereit mitzumachen.“ Wichtig sei der offene Umgang der Führungskräfte mit dem Thema. Das sei wichtiger als „nette Kick-off-Veranstaltungen mit Party-Charakter“. Und es sollten auch die kritischen Stimmen gehört werden: „Gerade durch das Respektieren von unterschiedlichen, gegensätzlichen Meinungen kann ich Vertrauen aufbauen.“

Fakten von UBIT

Dazu eine Zahl von Ubit (Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie der WKO) zum Change Management: Proaktives Auseinandersetzen mit Change Management verkürzt die Dauer des jeweiligen Prozesses um rund 30 Prozent.

Als besonders kontraproduktiv gilt im Change Management indes die Veränderung, die nur um der Veränderung willen geschieht – also beispielsweise wenn eine neuer Manager etwas mit Gewalt ändern will. Isabelle Weindl unterstreicht diese Gefahr: "Wenn neue Manager einen Change durchführen wollen, um dem Unternehmen oder der Abteilung zu zeigen, dass sie anders als der Vorgänge sind und nur ihre Handschrift zeigen wollen, wird das Projekt vielleicht sogar schon zu Beginn zum Scheitern verurteilt sein.“ Jedenfalls wird es zu Ende sein, sobald die Mitarbeiter merken, dass hier weder Visionen noch ein tieferer Sinn dahinter stehen.

Das Alte würdigen

Und außerdem: Anerkennen, dass das Alte auch seinen Wert hat, zählt zum Change Management. Weindl: „Das Neue muss das Alte würdigen.“ Es sollte schon vor Beginn eines Change-Prozesses klar sein, was vom Bewährten bleibt, weil es wichtig und richtig ist und wo die vermuteten Bereiche liegen, die verbesserungswürdig sind. Genau hier brauche es aber oft die Sicht von außen und es könnte das Einbeziehen von externen Unternehmensberatern sinnvoll sein.

Im Laufe eines Change-Prozesses ist es jedenfalls notwendig (und schwierig), die Motivation der Mitarbeiter dafür aufrecht zu erhalten. Ständiges Kommunizieren ist da unerlässlich. Weindl: „Sie müssen sich vorstellen können, was dann besser sein wird. Ohne dass es auch für die Mitarbeiter einen erkennbaren Nutzen gibt, wird sich die Begeisterung in Grenzen halten.“

Linktipp: Fachgruppe UBIT Wien

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