CFO: Vom Finanzchef zum Chief Future Officer

CFO: Vom Finanzchef zum Chief Future Officer

Das Berufsbild der Finanzchefs von Unternehmen verändert sich durch die Digitalisierung. Auch in Banken übernehmen CFOs zusehends neue Aufgaben, allerdings fehlt oft die Strategie für ein koordiniertes Vorgehen.

Lange Zeit galten Chief Financial Officers (CFOs) als eher trockene, zahlenfokussierte Manager. Das ist allerdings Geschichte, denn die Rolle und das Selbstverständnis von CFOs hat sich im Zuge der Digitalisierung deutlich verändert. Von vorwiegend mit Berichterstattung, Rechnungslegung regulatorischen Aufgaben befassten Managern werden CFOs zu Sparringpartnern der Chief Executive Officers (CEOs) und übernehmen mehr strategische Aufgaben.

Das gilt auch im Finanzsektor. CFOs tragen dort mittlerweile intensiver zur weiteren Gestaltung der Bank und zur Wertschöpfung bei als zuvor, wie die nun vorgestellte neue CFO-Studie der auf die europäische Finanzindustrie spezialisierten Strategie- und Managementberatung zeb zeigt.

,,Aktuell gibt es zwei Rollen, in denen der CFO einer Bank überzeugen kann. Entweder als traditioneller CFO, der sich intensiv mit Zahlen beschäftigt, oder als derjenige, der dem CEO mit seiner strategischen Expertise zur Seite steht", weiß Michaela Schneider, Managing Partner bei zeb. Der Trend zeigt, dass CFOs zusehends die Aufgabe von ,Chief Future Officers' übernehmen.

Digitalisierung schafft Raum für strategische Diskussionen

Drei Viertel der Befragten sehen die Finanzchefs inzwischen als Sparringspartner des CEO bei der Förderung strategischer Diskussionen - obwohl diese den Großteil ihrer Arbeitszeit immer noch an verbindliche Standardaufgaben gebunden sind. Strategische Projekte und zukunftsorientierte Analysen haben in der Bankenwelt bei den Aufgaben der CFOs nur zweite Priorität.

Mitunter wird es auch als schwierig gesehen, die Position des CFOs mit weiteren Aufgaben auszubauen, da die Finanzchefs schon mit ihrem Pflichtprogramm voll ausgelastet sind. Dank neuer Technologien und der fortschreitenden Digitalisierung können Routineaufgaben nun aber effizienter und effektiver durchgeführt werden.

Besondere für die Prozessoptimierung und bei Managemententscheidungen erwartet man sich viel vom Einsatz digitaler Technologien. Allerdings fehlt es in vielen Fällen an einer klaren Digitalisierungsstrategie: 80 Prozent der Befragten sehen keine koordinierten, strategischen Ansätze. Kritisiert wird auch die mangelnde Investitionstätigkeit in neue Technologien.

Vier Stellschrauben

Insgesamt fördert die Digitalisierung Veränderungen in der Arbeitsweise und in den Qualifikationsanforderungen im CFO-Bereich. 70 Prozent der Banken glauben jedoch, dass die entsprechenden Mitarbeiter für die Zukunft nicht ausreichend ausgebildet sind. Die Studie zeigt vier Hebel auf, um auf die Herausforderungen der Finanzfunktionen zu reagieren:

  1. Ensatz von Advanced Analytics Tools
  2. Umschulung der Mitarbeiter
  3. Intelligente Automatisierung
  4. Strategische Nutzung hochwertiger Daten

Advanced Analytics sind Werkzeuge, die auf verschiedenen Datensätzen aufbauen, diese fast in Echtzeit analysieren und daraus dynamische Berichte erstellen. "Bisher nutzen Banken diese Tools kaum. Sie werden jedoch zukünftig eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, die strategische Rolle des CFO in seiner Bank zu intensivieren", heißt es in der Studie.


Information & Download

Weitere Informationen zur zeb-Studie sowie eine Zusammenfassung der Studienergebnisse zum Download finden Sie unter www.zeb.de/cfostudie

Kommentar
Christoph Kopp, Principal und Big Data-Experte bei Horváth & Partners

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