CEO-Umfrage: Führung braucht eine neue Qualität

Corona-Pandemie, Digitalisierung, Fachkräftemangel und enormer Wettbewerbsdruck – Unternehmen und ihre Führungskräfte sind gefordert wie nie zuvor. Eine von Egon Zehnder unter knapp 1.000 Firmenchefs durchgeführte Umfrage zeigt auf, dass CEOs ihre Führungsrolle im Unternehmen neu definieren müssen.

CEO-Umfrage: Führung braucht eine neue Qualität

Egon Zehnder CEO-Umfrage 2021: Wandel ist für Unternehmen überlebenswichtig und muss beim CEO beginnen.

Die Corona-Pandemie war das Tüpfelchen auf dem „i“. Als ob der durch die Digitalisierung und den auf viele Branchen lastende und massiv steigende Wettbewerbsdruck aus China sowie der grassierende Fachkräftemangel nicht genug gewesen wäre galt es für die Unternehmen und ihre Führungskräfte nun auch noch die horrenden Folgen der Pandemie zu meistern.

Kollabierende Lieferketten, Quarantäne-Auflagen und dysfunktionale Kommunikationsketten: Für viele CEOs war das Jahr 2020 das schwerste in ihrer Laufbahn. Die Wucht, mit der die Pandemie die Weltwirtschaft erschütterte, ließ die Firmenchefs erkennen, dass sich nicht nur die von ihnen geführten Unternehmen in ihrer Struktur und Organisation verändern müssen, sondern dass auch sie selbst ihre eigene Führungsrolle neu definieren müssen und neue Leadership-Qualitäten erforderlich sind, um in Zukunft erfolgreich sein zu können. Gleichzeitig werden CEOs aber an immer höheren und anspruchsvolleren Stakeholder-Erwartungen gemessen.

Soft Facts werden Hard Facts

Die bloße fachliche Qualifikation und auch langjährige Erfahrung und Management-Geschick alleine werden künftig nicht mehr ausreichen. „Flexibilität, emphatische Führungseigenschaften und eine gehörige Portion Selbstreflexion werden immer wichtiger“, ist einer der wesentlichen Schlüsse, die das Leadership Advisory Unternehmen Egon Zehnder aus der neuen, unter insgesamt 972 CEOs weltweit durchgeführten CEO-Befragung „It starts with the CEO“ zieht, deren Ergebnisse nun ausgewertet wurden.

Unter den knapp 1.000 befragten Unternehmenslenkern waren auch mehr als 30 aus Österreich, und deren Antworten zeigen, dass die heimischen CEOs nicht anders denken. Sie sind sogar in einem noch höheren Maß überzeugt, dass ihre eigenen sozialen Qualitäten und Kommunikationsfähigkeiten künftig ein Schlüssel für den unternehmerischen Erfolg sind. Dass es notwendig ist, ihre eigene Rolle in der Führung von Teams und in der Zusammenarbeit mit ihnen zu überdenken und neu zu gestalten – auch im Wissen, dass hybride Arbeitsformen gekommen sind, um zu bleiben.

Gerald Klenner, Leiter des Wiener Büros von Egon Zehnder: „Um durch die komplexen Herausforderungen des heutigen Unternehmensumfelds zu navigieren, müssen CEOs ihre persönliche Fähigkeit erhöhen, anpassungsfähig, beziehungsorientiert und selbstreflektiert agieren.“ Diese Kompetenzen müssten zunehmend mit traditionellem Führungsvermögen, strategischer Orientierung und konsequentem Leistungsdenken in Einklang gebracht werden.

Wandel als Überlebensfaktor

Die Erfahrungen der Pandemie noch in heller Erinnerung stehen die CEOs dabei vor vielen schwierigen Fragen. „Auf welche Weise sollen sie dem Unternehmen Orientierung geben?“ „Wie stellen sie das Unternehmen langfristig zukunftsfähig auf?“ „Wie wollen sie den wachsenden Forderungen nach Gleichberechtigung begegnen?“ Klenner: „Führungskräfte sind gefordert, ihre Fähigkeit zu verbessern, zuzuhören, auf ein breiteres Netzwerk von Stakeholdern zu vertrauen und authentischer als je zuvor zu kommunizieren.“ Unbestritten sei dabei, dass die Persönlichkeit von CEOs mehr denn je über Wohl und Weh eines Unternehmens entscheide.

Die wohl wichtigste Lehre aus der Corona-Pandemie ist für die Unternehmenslenker wohl, dass Veränderungen plötzlich und massiv eintreten können. Nahezu alle der Befragten gaben daher an, dass die Unsicherheit gestiegen ist, sich der Druck auf die Entscheidungsfindung und der Wandel beschleunigt haben.

„CEOs erkennen, dass die hohe geschäftliche Komplexität einen bedeutenden Wandel in der Führung erfordert. Dieser Wandel muss mit einem neuen Maß an Selbstreflexion und persönlicher Entwicklung beginnen. Das ist keine selbstgefällige Nabelschau, sondern das, was Stakeholder von unseren CEOs heute erwarten“, sagt Jill Ader, Global Chairwoman von Egon Zehnder. „Mehr als je zuvor muss traditioneller Geschäftssinn mit Empathie und emotionaler Intelligenz in Einklang gebracht werden. Nur auf diese Weise können Teams motiviert, geschäftliche Komplexität bewältigt und produktive, inspirierende Arbeitsplätze geschaffen werden.“

Take Aways
  • Detailergebnisse aus der CEO-Befragung von Egon Zehnder
  • 90 Prozent gaben an, dass ihr unmittelbares Umfeld in den letzten drei Jahren lauter, fordernder und diverser wurde.
  • 78 Prozent denken über ihren eigenen Führungsstil nach und konzentrieren sich auf ihre eigene Veränderung oder Entwicklung. Einhellige Zustimmung gab es zu der Aussage: „Als CEO muss ich in der Lage sein, sowohl mich als auch mein Unternehmen zu verändern.“
  • Zwei Drittel der CEOs auf internationaler Ebene geben an, dass die Kriterien und Messgrößen für die Entscheidungsfindung trotz neuer sozialer und wirtschaftlicher Komplexität weitgehend unverändert geblieben sind.
  • Fast 60 Prozent der österreichischen CEOs sind der Meinung, dass die Bedeutung der relevanten Kriterien und Messgrößen nach denen sie bewertet werden in den letzten drei Jahren Veränderungen unterworfen war.
  • Fast 500 CEOs, mehr als die Hälfte aller Befragten, sehen das Thema der Beziehungsfähigkeiten als wichtigste Schwachstelle.
  • 46 Prozent, also weniger als die Hälfte – von den österreichischen CEOs noch weniger – gaben an, dass sie sich voll und ganz mit ihren Teams, und noch weniger mit ihren Aufsichtsräten, auf einer Linie sehen – was erhöhte Spannungen und gestiegenen Abstimmungsbedarf indiziert.

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