CEO-Gagen: Die Top-Verdiener in Europas Konzernen

Die Bezüge der Vorstandschefs der führenden börsenotierten Unternehmen Europas sind den Berechnungen der hkp Group zufolge im Jahr 2017 um durchschnittlich 2,7 Prozent gestiegen. Der Bestverdiener ist weiterhin der aus Österreich stammende Roche-Vorstandschef Severin Schwan mit einer Direktvergütung von 13 Millionen Euro.

CEO-Gagen: Die Top-Verdiener in Europas Konzernen

Im Rahmen der Analyse „Executive and Non-Executive Director Compensation in Europe“ untersucht und vergleicht die Vergütungsberatung hkp alljährlich die Vergütungen für das Top-Management der 74 in den bedeutendsten europäischen Aktienindizes – STOXX Europe 50® und EURO STOXX 50® gelisteten Unternehmen. Dafür werden Daten aus den Geschäftsberichten ausgewertet, den Zahlen des nun veröffentlichten Vergügungsbericht 2018 liegen die Daten aus den Geschäftsberichten über das zum 31.12.2017 oder das zuletzt davor abgeschlossene Geschäftsjahr zugrunde.

Demnach sind die Bezüge der Vorstandsvorsitzenden bzw. CEOs dieser Unternehmen exklusive individueller Altersversorgungen und Nebenleistungen um 2,7 Prozent auf durchschnittlich sechs Millionen Euro gestiegen, der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem deutlichen Plus in Höhe von 21,9 Prozent bei den mehrjährigen variablen Bezügen der Top-Manager, die sich wiederum auf anhaltend gute Unternehmensergebnisse stützen. So ist das Net Income der STOXX-Unternehmen im Jahr 2017 um 57,2 Prozent erneut deutlich gestiegen.

Beste Gagen in Pharma- und Konsumgüterindustrie

Die besten Gagen haben wie in den vorangegangenen Vergleichen Manager aus der Pharma- und Konsumgüterindustrie erhalten, wobei Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz oder in Großbritannien die höchsten Vergütungen ausschütten. Vergütungen bei Finanzdienstleistern liegen hingegen weiterhin unterhalb des Durchschnittswerts, sind aber gegenüber dem letzten Vergleich um rund acht Prozent gestiegen. Der Manager mit der höchsten Vergütung stammt wie in den letzten Jahren aus Österreich. Es handelt sich um den 50-jährigen, aus Hall in Tirol stammenden Manager Severin Schwan. (Siehe auch das Porträt "Roche CEO Severin Schwan - Der 13-Millionen-Mann")

Auf den Plätzen hinter Schwan folgen Carlos Brito, CEO Anheuser-Busch InBev, Sergio Ermotti, Chef der Schweizer Großbank UBS, und SAP-Chef Bill McDermott (siehe Grafik und Slideshow).

Vorstands/CEO-Vergütungen 2017; für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abbildung.

Vorstands/CEO-Vergütungen 2017; für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abbildung.

„Unternehmensgröße und Branche sowie der Standort des Konzernsitzes beeinflussen die Höhe der CEO-Vergütung. Zudem spielt internationale Ausrichtung und Wettbewerbsintensität eine wichtige Rolle. Daher sehen wir im europäischen Vergleich signifikant höhere Vergütungen in der Konsumgüterindustrie und im Gesundheitswesen“, erklärt Barbara Seta, Senior Partnerin der hkp group.

Die Bestverdiener unter den CEOs

1. Severin Schwan

Roche; 13,0 Mio. €

2. Carlos Brito

Anheuser-Busch InBev; 12,53 Mio. €

Im Vergleich mit den USA verdienen Europas CEOs dennoch in allen Branchen und unabhängig vom Standort deutlich weniger. So beläuft sich die durchschnittliche Direktvergütung für im den Dow Jones gelistete Unternehmen auf rund 16,8 Millionen. Euro. Top-Verdiener ist demnach Nike CEO Mark Parker mit einer Vergütung von 42 Millionen Euro, Apple-CEO Tim Cook ist mit einer Direktvergütung von 7,5 Millionen Euro der Firmenchef mit der geringsten Gage im Dow Jones.

Gagen der Aufsichts- und Verwaltungsräte

Im Kontrast zu den CEOs setzt sich der seit 2011 zu beobachtende Trend sinkender Vergütungen bei den Aufsichtsrats- bzw. Verwaltungsratsvorsitzenden (Chairmen) fort. Für das Geschäftsjahr 2017 ist für diese Personengruppe gegenüber 2016 ein Rückgang der durchschnittlichen Gesamtvergütung um zehn Prozent auf 790.000 Euro zu beobachten.

Wie in den Vorjahren werden die Aufsichts- bzw. Verwaltungsräte in der Schweiz am großzügigsten entschädigt. Der Ökonom, Professor und Bankmanager Axel Alfred Weber, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS, hat laut hkp mit 5,13 Millionen Euro die höchste Entschädigung erhalten. Roche entschädigt den Verwaltungsratspräsidenten mit umgerechnet 4,05 Millionen Euro, Novartis mit 3,42 Millionen Euro.

Aufsichts- bzw. Verwaltungsratsvergütungen 2017; für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abbildung.

Aufsichts- bzw. Verwaltungsratsvergütungen 2017; für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abbildung.

Dass Schweizer Konzerne überdurchschnittlich hohe Zahlungen an ihre Verwaltungsräte ausschütten erklärt sich aus den weit höheren Verantwortungen und Aufgaben, die diesen Personen gegenüber den Aufsichtsräten in anderen Staaten haben. In der Schweiz kommt die Position eines Verwaltungsratspräsidenten einer Vollzeitaufgabe gleich, während andere Verwaltungsrats- bzw. Aufsichtsratsvorsitzende ihre Tätigkeit üblicherwise als Teilzeitaufgabe, dafür auch mit einer geringeren Machtfülle ausüben.

„Während wir bei den europäischen CEOs einen moderaten Vergütungsanstieg sehen, der deutlich unter den Gewinnkennzahlen der Unternehmen liegt, hält der Trend zu geringeren Bezügen bei den Aufsichtsräten bzw. Chairman weiter an. Dies ist bemerkenswert, braucht doch Agieren auf Augenhöhe eine Vergütung auf Augenhöhe. Diese ist nach wie vor nicht gegeben“, bemerkt hkp group Managing Partner Michael Kramarsch.

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