Businesstrends machen Schule

Businesstrends machen Schule

Die Aktion "SCHULE MACHT WIRTSCHAFT", bei der Schülerinnen und Schüler österreichweit echte Firmen gründen, trägt reife Früchte.

Mit tatkräftiger Unterstützung seitens der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sowie des Bildungsprojekts Junior werden an Österreichs Schulen beeindruckende Junior Companies (JCs) hochgezogen. Manche davon machen sogar schon Profit. Seit bereits drei Wochen präsentieren die Schüler ihre Firmen, halten Pitches vor Direktionen, dem WKO-Präsidium und Journalisten des trend, der als Medienpartner von der Aktion berichtet.

Nervös sind sie jedes Mal, die jungen Gründer -und dennoch stolz darauf, ihre erste eigene Firma schon vor der Matura gegründet zu haben. Doch wie tickt die nächste Entrepreneur-Generation Österreichs? Worauf achten die Gründer von morgen? Welche Bedeutung haben Tugenden wie Nachhaltigkeit, Effizienz oder Agilität für die wirtschaftlich interessierten Schüler?

Nach den drei ersten Wochen lassen sich jedenfalls bereits drei klare Trends feststellen:

1) NACHHALTIGKEIT

Der stärkste Trend in Sachen Business-Philosophie lässt grüne Herzen höher schlagen: Gut zwei Drittel der Junior Companies legen großen Wert auf nachhaltige Produktion. Manche Firmen nutzen recycelbares oder recyceltes Material, beispielsweise LightArt (beleuchtete Rahmen) oder beSitz (Taschen aus altem Fallschirmstoff). Andere machen Upcycling gleich zum Markenkern -wie die Gründer von BottleBreaker, die Kerzen aus alten Flaschen und Wachsresten herstellen, oder jene von worKings, die ausrangierte Ölfässer sammeln und daraus Griller herstellen.

Auch Regionalität steht hoch im Kurs. Um die Kohlendioxid-Sünden einer globalen Produktionskette zu vermeiden, holen sich viele der jungen Gründer ihre Materialien aus Österreich. Miss Bean's Coffee lässt etwa Kaffee in der Steiermark rösten, Bamspü verarbeitet bewusst Holz aus heimischen Wäldern.

2) LOOK AND FEEL

Das Auge kauft mit: Dieses Prinzip beherzigen nicht nur Geschäftsgiganten wie Apple, sondern auch viele der jungen Gründer. Die Kosmetik-Junior-Companys Bilips und Stay Fresh stecken etwa fast ebenso viel Zeit in das Design ihrer Verpackungen wie in die Entwicklung ihrer eigentlichen Produkte. Auch die Upcycler von worKings arbeiteten bewusst daran, ihre Griller möglichst wenig nach ausrangierten Ölfässern aussehen zu lassen. Form und Funktion müssen in Balance stehen - eine Lektion, die diese Schüler offenbar verstanden haben.

3) CUSTOMER VALUE

Ein weiterer Businesstrend, der es auf die Schulhöfe geschafft hat, ist der Fokus auf den Customer Value, also den Nutzen für den Kunden. Das Jungunternehmen Kernstück produziert zwar Kissen, verkauft aber Entspannung. Daher bieten die Gründer außerdem Yogakurse an - denn auch das dient der Entspannung.

Ähnlich agiert die Glücksfabrik: Man wollte Menschen dazu ermutigen, sich gegenseitig nette Botschaften zu schicken. Das eigentliche Produkt, nämlich Glückskekse mit personalisierten Botschaften in eigens verzierten Kissenschachteln, dient diesem Zweck. Die Schüler haben sich für dieses Produkt nicht deshalb entschieden, weil sie so gut Schachteln verzieren können, sondern weil sie Glück produzieren wollten. Dieser Fokus auf den Customer Value spiegelt sich im Firmennamen wider: Glücksfabrik, nicht Keksfabrik.


HAK Ungargasse

Bilderbuch - Integration

Nicht nur durchs Reden, auch durchs Lesen kommen die Leut z'samm: Die Schülerinnen und Schüler der HTL HAK Ungargasse setzen auf die verbindende Kraft gemeinsamer Sprache und produzieren dreisprachige Kinderbücher - auf Deutsch, Englisch, Arabisch bzw. Dari. Die Bücher sollen Flüchtlingskinder beim Erwerb der österreichischen Kultur sowie dem Lernen und Umgang mit der deutschen Sprache unterstützen. Verkauft wird über einen Online-Shop und Spender. Das Vertriebskonzept sieht vor, Bücher in Kooperation mit Asylzentren zu verteilen. Das scheint zu funktionieren: Bislang wurden rund 700 Bücher verkauft, unter anderem ans Bundeskanzleramt, die Büchereien Wien oder Bosch. Begleitet hat das Projekt Stefan Ehrlich-Adam, Spartenobmann Industrie der Wirtschaftskammer Wien.


HAK Feldbach

Geniessen mit Gewissen

"Nach einem guten Kaffee verzeiht man sogar den Eltern." Dieses Zitat von Oscar Wilde, dem König der Genussmenschen, hat elf Schülerinnen und Schüler der HAK Feldbach inspiriert, ins Kaffeegeschäft einzusteigen. Die obersten Prioritäten dabei sind Genuss und Fairness: Die Kaffeemischungen von Miss Bean's kommen aus der Steiermark. Die Bohnen werden in der Kaffeerösterei Hütter in Ludersdorf langsam geröstet, und zwar fast doppelt so lang wie herkömmlicher Industriekaffee. Gleich danach kommen sie an die frische Luft, um abzukühlen. Dieses aufwendige Prozedere sorgt für einen Geschmack, der eventuell sogar der Familie Wilde die eine oder andere Familienfehde erspart hätte. Auch Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, fand das Konzept und die röstfrischen Kaffeemischungen der Junior Company hervorragend.


SMW Hallein

Nische mit Haken

Kleiderbügel zählen zu den Dingen, die man täglich verwendet, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, denn als reine Nutzgegenstände sehen sie fast immer gleich aus. Die Junior Company Hangout der Modeschule Hallein hat sich daher angeschickt, Kleiderbügel zu einem modischen Statement zu machen. Die Produktpalette reicht vom rustikalen Holzhaken über innovative Schmuckhaken bis hin zum dezent aufpolierten klassischen Metallic-Bügel. Design und Funktionalität spiegeln sich in den Produkten wider -und tatsächlich kommt die Junior Company angesichts der großen Nachfrage mit der Produktion kaum nach. Bei der Eroberung dieses Nischenmarkts halfen Amelie Groß, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, und der Pädagoge Fred Kellner-Steinmetz, Begleiter der Aktion "Schule macht Wirtschaft".


Billrothgymnasium

Verbindende Brettspiele

Alle Menschen spielen. Kinder spielen, um zu lernen, wie man geht, läuft oder klettert. Erwachsene spielen, um sich zu entspannen. In allen Kulturen der Welt gibt es Spiele. Dieses verbindende Element wollten Schülerinnen und Schüler des Wiener Billrothgymnasiums nützen, um Menschen verschiedener Generationen und Kulturen einander näherzubringen. Sie gründeten die Junior Company Bamspü und konzipierten Brettspiele für Jung und Alt. Im Fokus liegt der gemeinschaftliche Aspekt: Bamspü produziert ausschließlich Gesellschaftsspiele. Besonderes Augenmerk wird außerdem auf Regionalität und faire Produktionsmittel gelegt: Die angebotenen Brettspiele bestehen zu 100 Prozent aus in heimischen Wäldern gewachsenem Holz. Alexander Klacska, Bundesspartenobmann Transport und Verkehr der WKO, zeigte sich von der Idee und den Naturprodukten begeistert.

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