BCG Gender Diversity Index: Weckruf für mehr Diversität

Zum zweiten Mal hat die Boston Consulting Group (BCG) ihren Gender Diversity Index für die 50 größten börsenotierten Unternehmen in Österreich erstellt. Der zeigt, dass Frauen in Führungspositionen nach wir vor eine absolute Ausnahme sind. Die Ergebnisse der Erhebung des Jahres 2019 wurden nun beim gemeinsamen Dinner des trend und der BCG präsentiert.

Diversity als Chance und Auftrag: Beim Diversity Dinner von trend und BCG herrscht Chancengleichheit für Frauen.

Fast ein Vierteljahrhundert wird es noch dauern, bis in Österreich die Gleichberechtigung der Geschlechter in den Führungsetagen einzieht. Eine Nachricht, die die geladenen Vorstände, Topmanager und Aufsichtsräte bei dem von BCG und trend gemeinsam veranstalteten Dinner zum Thema "Weckruf für Diversität" mit großen Erstaunen zur Kenntnis genommen haben. "In Bezug auf Vielfalt passiert noch zu wenig in den Unternehmen", fasst Sabine Stock, Partnerin bei BCG Österreich, das Ergebnis der exklusiv dem trend zur Verfügung gestellten Studie zusammen.

Die Ergebnisse flossen in die Coverstory über die 100 wichtigsten Business-Frauen des Landes ein (trend 20/09). An der Präsentation nahmen mehr als 60 weibliche und auch männliche Vorstände und Aufsichtsräte teil.

Österreichs Diversity Champions 2019

"Wir möchten den Ball ins Rollen bringen und die drei diversesten Unternehmen des Landes prämieren, ergänzte Lukas Haider, Partner von BCG Österreich. Gemeinsam mit trend-Chefredakteur Andreas Weber zeichnete er Elisabeth Stadler, Vorstandschefin des Versicherungskonzerns VIG, den Strumpfhersteller Wolford und den Halbleiterproduzenten AT&S für das im Index erzielte Ergebnis aus.

Ausgezeichnet: Elisabeth Stadler (VIG), Maresa Hoffmann (Wolford) und Andreas Gerstenmayer (AT&S)

Ausgezeichnet: Elisabeth Stadler (VIG), Maresa Hoffmann (Wolford) und Andreas Gerstenmayer (AT&S)


Gelebte Diversity

Die Diversity Champions wurden von BCG und trend anschließend dazu eingeladen, jeweils ein Projekt zu nominieren, mit dem sie kooperieren und so über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus etwas für Diversität in Österreich bewegen.

Folgende drei Projekte freuten sich, die Bühne an diesem Abend zu nutzen und sich den Gästen des Diversity Dinners zu präsentieren:

VIG: Inhalte-Plattform Business Riot

Statt Girl-Power-Rhetorik setzen die Business-Riot-Organisatorinnen Elisabeth Großschädl und Therese Kaiser auf Inhalte. Die von ihnen ins Leben gerufene Plattform zielt darauf ab, Frauen, Intersex-und Transpersonen bei der Karriereplanung zu unterstützten. Das jährliche Highlight ist auch heuer ein in Wien stattfindender Summit, auf dem nationale und internationale Experten zu Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit , Geschlechtergerechtigkeit sprechen. Über das Jahr verteilt gibt es zudem eintägige Workshops und Diskussionen zu unterschiedlichen Schwerpunkten.


WOLFORD: größtes Frauenfestival Österreichs

Die Premiere von Female Future, dem größten Event für Frauen in Österreich, fand 2019 statt. Am Bodensee und in Wien gab es jeweils Veranstaltungen mit zusammen mehr als 1.400 weiblichen Gästen, die einen Tag lang über Themen wie Jobchancen, Zukunft und Innovationen diskutierten. Und auch heuer soll das Programm "neue Impulse setzen und vor allem Mut geben", sagt Verena Eugster, Initiatorin von Female Future, die das Projekt zusammen mit Maresa Hoffmann von Wolford vorstellte. "Wir spüren ganz klar, dass unsere Partner im Bereich Diversity einen Fokus setzen", freut sich Eugster.


AT&S: von Gender bis Inklusion

Neben Gender, kultureller Vielfalt und Beschäftigung im Alter geht es bei Diversität aus Sicht von AT&S auch um Inklusion. Hier unterstützt der Halbleiterhersteller das Down-Syndrom- Zentrum Leoben von Jürgen Wieser. Der Verein betreibt auch das "Café Beniva", eine Tageswerkstätte für Menschen mit Down-Syndrom, das sich in unmittelbarer Nähe zur Unternehmenszentrale befindet und von AT&S seit Langem für verschiedene Events genutzt wird. "Durch den engen Bezug zum 'Café Beniva' unterstützen wir Menschen mit Behinderung, gleichzeitig bietet dieser Kontakt unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, Barrieren im Kopf abzubauen", sagt AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer.


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