Schule macht Wirtschaft: Auf der Bühne der Wirtschaft

Aus der Serie "Schule macht Wirtschaft": Gute Ideen liegen oft einfach auf der Straße - oder sogar im Müll. Bei der internationalen Junior Handelsmesse in Wien zeigten Schülerinnen und Schüler Kreativität und Unternehmergeist.

Schule macht Wirtschaft: Auf der Bühne der Wirtschaft

GESAMTSIEGER, ATMOLUTION; Steiermark."Unser Spielkonzept ist einzigartig", sagt Daniel Hofer, Geschäftsführer der Junior Company Atmolution. "Es ist ein innovatives Gesellschaftsspiel, das sich mit dem Thema Umweltschutz auseinandersetzt und zeigt, wie man umweltfreundlicher leben kann", erklärt der 16-jährige Schüler. Umweltfreundlich ist auch das Spiel selbst: Das Spielfeld ist aus Stoff, alte Schnapskarten wurden zu neuen Spielkarten upgecycelt.

Mit diesen Stoffen bekleidet könnten sogar Tobias Moretti oder Birgit Minichmayr auf der Bühne des Burgtheaters gestanden sein. Üblicherweise werden alte Kostüme einfach entsorgt. "Zu viele Stoffe werden weggeworfen", weiß die 17-jährige Theater-Schülerin Lucy Gartner. Sie sammelt diese zusammen mit ihren Mitschülern und fertigt daraus hochwertige Textiltaschen unter dem klingenden Namen Fetzen & Kramuri.

Das war jedoch nicht die einzige Überraschung, die am 7. März auf die Besucher des Einkaufszentrums Wien Mitte - The Mall gewartet hat. Über 30 junge Unternehmer-Teams aus Österreich über Belgien bis hin nach Norwegen präsentierten auf der internationalen Junior Handelsmesse ihre eigenen Produktideen.

Jury durchleuchtet junge Entrepreneure

Sie sind Teil des Junior-Company-Programms, bei dem 15-bis 19-jährige Schülerinnen und Schüler ihr eigenes, real wirtschaftendes Unternehmen gründen und ihre Produkte selbst verkaufen - etwa selbst kreierte Energy-Drinks, Duftmagnete, die Konzentrationsprobleme lösen sollen, oder auch innovative Flaschenstöpsel, die mit allen PET-Flaschen kompatibel sind. Eine hochkarätig besetzte Jury hat sich die jungen Entrepreneure genau angesehen und am Ende des Verkaufstages die Sieger in sechs Kategorien gekürt.

"Bei der Handelsmesse erhalten die Schülerinnen und Schüler wertvolle Tipps zur Selbstständigkeit und zum Umgang mit Geld", meint dazu Jürgen Roth, Präsident von Junior Austria und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, die die Aktion "Schule macht Wirtschaft" als Partner unterstützt: "Auch lernen sie, wie man mit seinen Kunden kommuniziert. Dieser direkte Kontakt ist unbezahlbar, genauso wie das Feedback, das sie für ihre Ideen, Produkte und Dienstleistungen bekommen. Denn daraus können wichtige Schlüsse für die Weiterentwicklung der eigenen Ideen gezogen werden."


FETZEN & KRAMURI, Wien

BESTE BÜHNENPRÄSENTATION.

Mit kurzen Sketches und einem eigenen Maskottchen namens Bagman konnten die Unternehmer von Fetzen & Kramuri die Jury überzeugen. In den Szenen zeigen die Theaterschüler, in welchen Situationen die von ihnen hergestellten Textiltaschen besonders gebraucht werden. "Mit diesen comicartigen Szenen bleiben wir länger im Gedächtnis", so Geschäftsführerin Lucy Gartner.


BEEZANTE, Niederösterreich

BESTES MARKETING- UND VERKAUFSKONZEPT

Ein altes Barrique-Fass am Verkaufsstand -so etwas sticht ins Auge. Genauso wie die gelb-schwarze Farbkombination, die die Junior Company BeeZante für ihren Außenauftritt gewählt hat. "Wir haben Bienen und auch Weinbau an unserer landwirtschaftlichen Fachschule. Daher sind wir auf die Idee gekommen, einen eigenen Honigwein-Frizzante zu produzieren", sagt Stefan Gnauer.


FRAGARIA, Steiermark

DAS INNOVATIVSTE ANGEBOT

"Wir wollen das Tabuthema 'Regel' ansprechen", sagt Agnes Swaton von der Junior Company Fragaria. Ihr Produkt, das Period Management System (kurz: PMS), ist eine Kosmetiktasche, in der Menstruationsartikel leicht und praktisch aufbewahrt werden können. Die besondere Idee dabei: Das PMS hat ein eigenes Tamponmagazin mit Schlaufen, die es einfacher machen, die Hygieneprodukte in die Hand zu bekommen.


IM GLAS, Salzburg

ALUMNI ENTREPRENEURSHIP AWARD
SPONSORED BY ACCENTURE

"Wir sind Internatsschülerinnen und -schüler und haben häufig Lust auf was Süßes. Einen ganzen Kuchen zu backen, ist aber umständlich. Mit unseren Backmischungen in speziellen Löffelgläsern kann man schnell eine Süßigkeit für eine Person herstellen", meint Chiara Rothenwänder von der Junior Company "im Glas". Auch der Umweltaspekt spielt dabei eine entscheidende Rolle: Die Zutaten dafür stammen überwiegend aus der Region, die Löffelgläser sind wiederverwendbar.


WAXX, Vorarlberg

NACHHALTIGKEITSPREIS SPONSORED
BY BUNDESMINISTERIUM FÜR KLIMASCHUTZ, UMWELT, ENERGIE, MOBILITÄT, INNOVATION UND TECHNOLOGIE.

Wie reduzieren wir den Plastikmüll, und wo können wir Plastik einsparen? Eine Antwort darauf liefert die Junior Company Waxx mit ihren Wachstüchern, die herkömmliche Frischhaltefolien ersetzen. "Unser Produkt macht es einfach, den Plastikverbrauch zu reduzieren", erklärt der 17-jährige Nicolas Marxer. Die Wachstücher aus Baumwolle und Biowachs werden von Hand gefertigt und sind wiederverwendbar.



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