Assessment Center: Sechs Tipps zum Karriere-Stresstest

Assessment Center: Sechs Tipps zum Karriere-Stresstest

Im einen Assessment Center werden Bewerber auf die harte Probe gestellt. Nicht nur für Top-Jobs sind die ACs gang und gäbe. Auch in unteren Management-Ebenen werden sie immer häufiger abgehalten. Wer gut vorbereitet ist hat die besten Chancen, mit einer Souveränen Perfomance zu überzeugen.

Assessment Center – allein der Begriff lässt vielen bereits die Gänsehaut sprießen. Immerhin heißt ein solches, dass man Top-Leistungen bringen muss und dabei auf Herz und Nieren geprüft und beobachtet wird. Versagt man, wird es nichts mit dem erhofften Karriereschritt. Was besonders für Unsicherheit sorgt: Nicht alle Situationen lassen sich trainieren, nicht alles lässt sich vorhersehen. Trotzdem: Wie viele andere Stresssituationen im lässt sich auch der bevorstehende Auftritt im „AC“ trainieren. Denn oft hilft es bereits, ungefähr zu wissen, was einen erwartet, worauf man sich einstellen muss und worauf es bei den einzelnen Aufgaben ankommt.

Natürlich gilt bereits bei der Vorbereitung: Je strukturierter, umso besser. Denn teilt man sich selbst die Vorbereitungsarbeiten in handliche Pakete auf, wirken diese weniger bedrohlich und sind auch vom Aufwand her abgrenzbar. Worauf kommt es also an? Die Job-Experten des Karriere-Portals karriere.at geben Antworten auf sechs der wichtigsten Fragen, die man sich vor dem „Tag X“ stellen sollte.

  • Was will das Unternehmen erreichen? Sie wollen den vakanten Job, beruflich aufsteigen und mehr Verantwortung übernehmen. Soviel steht meist fest – und das weiß auch der Arbeitgeber. Was wissen Sie aber von diesem und von der zu besetzenden Stelle? Warum ist diese überhaupt ausgeschrieben? Ist ein Analytiker, ein Teamplayer oder ein Sanierer gefragt? Ist die Position in der Branche als „Schleudersitz“ bekannt? Idealerweise weiß man darüber bereits in der Vorbereitung Bescheid. Denn als Kandidat sollten Sie sich im Klaren sein: Nicht immer wird der fachlich Beste für eine Position ausgewählt – sondern der Passendste, jener, dessen Qualifikationen auf mehreren Ebenen matchen.
  • Was sind meine Stärken und was meine Schwächen? Worin genau liegen Ihre Stärken? Was können Sie besonders gut? Und was liegt ihnen überhaupt nicht? Denken Sie dabei nicht nur an Ihre fachlichen und beruflichen Qualifikationen? Schaffen Sie es, Leute gut zu motivieren? Arbeiten Sie lieber in der Planung oder in der Umsetzung? Sind Sie eher der Analytiker oder der Praktiker? Und in welchem Bereich haben Sie noch Potenzial nach oben?
    Am besten gelingt diese Vorbereitung anhand von Beispielen: Welches Projekt ist außerordentlich gut gelungen? Was hat Schwächen aufgezeigt? Wie haben Sie Probleme gelöst bzw. umgangen?
  • Wie viel weiß ich über die Rahmenbedingungen des Assessment Centers? Wissen ist Macht – auch beim Assessment Center! Warum nicht recherchieren, was auf einen zukommt? Oft werden die Auswahlkriterien und bevorstehenden Übungen auf den Unternehmenswebsites angeführt. Vielfach erfährt man in Video-Arbeitgeberprofilen auf Jobportalen, worauf es bei der Einstellung ankommt. Wenn nicht: Warum nicht einfach in der (Personal) Abteilung einen Anruf riskieren und sich professionell erkundigen, ob es etwas gibt, das man vorbereiten sollte?
    Hilfreich können auch die Assessment-Erfahrungen von Bekannten sein.
  • Was sollte ich an Unternehmens- und Branchenwissen haben? Ein Assessment Center wird in der Regel nur dann veranstaltet, wenn es um die Besetzung eines verantwortungsvollen Postens geht. Umso wichtiger ist es für Kandidaten, in größeren Zusammenhängen denken und argumentieren zu können. Es reicht also nicht, die Key-Facts zum Unternehmen auswendig zu lernen. Man sollte sich auch mit der Branche, der Entwicklung des entsprechenden Wirtschaftszweiges und mit den wichtigsten Mitbewerbern auseinandergesetzt haben.
  • Welche Tests kann man trainieren? Fast alle. Wer „Assessment Center“ googelt, wird eine Vielzahl an Antworten bekommen. Natürlich können die Übungen im konkreten Fall völlig anders sein, besonders häufig sind drei Varianten in Assessment Situationen:
    •Einzelübungen: In etwa Interviews, die man in einem Vier- Augen-Gespräch oder vor einer größeren Jury zu absolvieren hat. Dabei geht es einerseits um Wissenschecks aber auch darum zu sehen, ob man gerade unter Druck gut argumentieren kann und den Fokus auf das Wesentliche behält.
    •Gruppenübungen: Meist werden Bewerber zu einer Gruppe zusammengewürfelt und mit einer Aufgabe betraut, die gemeinsam unter Zeitdruck zu lösen ist. Dabei geht es oft nur zweitrangig um die tatsächliche Lösung, sondern darum, das Teamverhalten und die kommunikativen Fähigkeiten der Einzelnen zu ergründen.
    •Der „Postkorb“: Der Assessment-Klassiker schlechthin. Die Kandidaten erhalten einen Postkorb, in den laufend Aufgaben eingehen. Diese müssen in der definierten Zeit gelöst werden, idealerweise nach Dringlichkeitsstufe priorisiert. Bei diesem Check will das Unternehmen herausfinden, wie effektiv Bewerber arbeiten und ob sie es schaffen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.
  • Wie reagiert mein Gegenüber? Natürlich steht die eigene Performance an einem Assessment-Tag im Fokus. Man sollte jedoch keinesfalls darauf vergessen, dass man es nicht nur mit Jurymitgliedern (Assessoren) zu tun hat, sondern mit Menschen, die menschlich reagieren. Auch sollte man sich bewusst sein, dass es besser ist, bei Problemen mit der Aufgabenstellung einfach nachzufragen anstatt blind loszuarbeiten.
Werner H. Hoffmann (li.) und Alfred Taudes

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