Weltbestes Managementforum tagt in Wien #GPDF

Weltbestes Managementforum tagt in Wien #GPDF

Clayton Christensen. Harvard-Professor und Nummer eins bei Thinkers50, der Weltrangliste der Managementdenker, adelte 2016 das GPDF mit seiner Schlussrede.

Das Global Peter Drucker Forum (GPDF) in Wien hat sich als Managementforum von Weltformat etabliert. Gründer Richard Straub bringt seit Jahren die weltbesten Managementvordenker nach Wien.

Mit Fug und Recht kann man Peter F. Drucker als „Vater des modernen Managements“ bezeichnen. Der „Vater“ des Global Peter Drucker Forums (GPDF) wiederum, einer der anerkanntesten und bestbesetzten Managementkonferenzen der Welt, die seit 2009 jährlich in Wien stattfindet, ist zweifellos Richard Straub.

Druckers Ideen hatte er in seiner langjährigen Tätigkeit als Manager in der internationalen IBM-Organisation schätzen gelernt. „Ich habe mich über lange Jahre als Praktiker mit Peter Druckers Werk befasst und ihn oft bei Vorträgen zitiert. 2007 machte mich nach einem solchen Vortrag der Vertreter eines E-Learning-Unternehmens darauf aufmerksam, dass es elf Module Management-Training online gab, bei denen Peter Drucker mitgewirkt hatte – inhaltlich und als Sprecher“, erinnert sich Straub.

An English version of the article is available in the trend special issue accompanying the Global Peter Drucker Forum 2017.
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Er erhielt einen Testzugang, und die Kurse begannen jeweils mit den Worten: Peter Drucker was born in Vienna, November 19, 1909. „Nach dem dritten Kurs“, so Straub weiter, „war der Groschen gefallen – 2009 gab es den 100. Geburtstag. Und damit fing alles an – meine Frau und ich waren überzeugt, dass einer der großen Söhne Altösterreichs in Wien geehrt werden muss. Schließlich waren hier seine Wurzeln.“

Ambitioniertes Projekt

Straubs Überlegung: Drucker galt als Vater des modernen Managements, der Erste, der Management als umfassende Praxis und Disziplin beschrieben hatte – allerdings wurde er nicht als Wiener und Altösterreicher gesehen. Auch hatte er es in Österreich nie auf eine Titelseite gebracht – im Gegensatz zu den USA und Japan. Über das Drucker Institute in Claremont, Kalifornien, wo Drucker zuletzt gelehrt und gelebt hatte, kam Straub in Kontakt mit Doris Drucker, seiner hochbetagten Witwe.

So kam Doris Drucker, 97-jährig, als Ehrengast zum ersten Drucker Forum nach Wien. „Ihr Vortrag ist unvergesslich für alle, die dabei sein konnten: Anekdoten aus dem ­ Leben Peter Druckers – auch über das Adelspatent, das sein Vater Adolph Drucker von Kaiser Franz-Joseph erhalten hat – und sie sprach darüber im Festsaal der Industriellenvereinigung, genau vor dem Bild des Kaisers“, erinnert sich Straub.

Doris Drucker, die Witwe von Peter F. Drucker, war bei ihrem Vortrag als Ehrengast des ersten GPDF 2009 im Haus der Industrie in Wien bereits 97 Jahre alt.

Durch die große Wertschätzung, die sich Peter Drucker als Person und für sein Werk bei den weltweit führenden Managementprofessoren, Beratern und Unternehmensführern erworben hatte, kamen von Anfang an Sprecher der absoluten Weltklasse zu dem Symposium in seinem Namen. Auch die Stadt Wien erkannte das ­Potenzial einer solchen Veranstaltung und zählte von Anfang an zu den ­Unterstützern.

Weltklasse vom Start weg

Dass Straub durch sein Engagement für Ausbildungsthemen – etwa in der European Foundation for Management Development (EFMD) oder als Generalsekretär der European Learning Industry Group – über exzellente Kontakte in die akademische Welt verfügte, trug ebenfalls zum Erfolg bei. Über seinen Freund, den Insead-Professor Yves Doz, konnte er den weltweit führenden Managementdenker C. K. Prahalad für das erste GPDF gewinnen. „Man sagte mir, es wäre fast unmöglich, ihn zu einer Veranstaltung einer kleinen Non-Profit-Organisation zu bringen, bei der er noch dazu pro bono beitragen sollte“, so Straub, der das fast Unmögliche aber doch möglich machte. „Besonders erfreulich war es auch, als wir sahen, dass er in einem im Jänner 2010 veröffentlichten Update seiner Kurz-Bio das Drucker Forum als ein Schlüsselevent hervorhob.“

Tragische Wendung: Wenig später verstarb C. K. Prahalad im April 2010 völlig unerwartet. Über seine Frau Gayatri und seine Tochter Deepa blieben die Organisatoren jedoch über die Jahre mit der Prahalad-Familie eng verbunden.

Auch die Herausforderungen eines Konferenzveranstalters lernte Straub gleich beim ersten Forum kennen: Pastor Rick Warren, Gründer der Saddleback Church, eine US-Cele­brity, der zur Inauguration Barack Obamas die Fürbitten las, war ein Schüler Druckers und wollte teilnehmen. „Wir wussten um Spannungen zwischen der Drucker-Familie und Warren und haben ihn letztlich nach grünem Licht von Doris Drucker und dem Versprechen, keine religiöse Rede zu halten, bestätigt“, so Straub, „und tatsächlich hielt er eine denkwürdige Rede zu Ehren Peter Druckers.“ Anekdote am Rande: Für Warren musste ein extralanges Bett bestellt werden – und ein zweites, kleineres Bett im selben Hotelzimmer aufgestellt werden, da er seinen Assistenten kostengünstig unterbringen wollte.

Attraktive Atmosphäre 

Der volle Erfolg des ersten Events bestärkte die Organisatoren darin, es nicht bei einer einmaligen Veranstaltung zum runden Geburtstag Druckers zu belassen, sondern aus dem Meeting ein fixe Institution zu machen. Wien und das GPDF wurden so zu einem jährlichen Treffpunkt der globalen Management-Elite. Top-Executives von Unilever-Konzern­chef Paul Polman und Tupperware-CEO Rick Goings bis Zhang Ruimin, CEO der chinesischen Haier Group, fanden auf den Podien zum Gedankenaustausch mit akademischen Höchstkarätern zusammen, von denen viele Toppositionen in der Liste „Thinkers50“, einer Art Weltrangliste der einflussreichsten Managementdenker, einnehmen.

Sie alle schätzten die besondere Atmosphäre und das historische Flair der Veranstaltungsorte, in den ersten Jahren das Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz und zuletzt die Aula der Wissenschaften in der Wiener Wollzeile. Zur Attraktivität beigetragen haben sicher auch die glanzvollen abendlichen Galaveranstaltungen an wechselnden Wiener Hotspots, etwa im Festsaal des Rathauses, im Kursalon Hübner oder im Odeon, bei denen neben Networking auch Unterhaltung nicht zu kurz kommt.

Mit dem Essaywettbewerb „Peter Drucker Challenge“ für junge Talente aus Universitäten und Unternehmen auf der gesamten Welt, umfangreichen Blogs und Videodokumentationen (www.druckerforum.org) sowie Medienpartnern wie „Financial Times“ und Harvard Business Review hat sich das GPDF ein Netzwerk und ein Ökosystem geschaffen.

Doch noch einmal zurück zu intellektuellen Highlights am Konferenzpodium. Als „einen der Höhepunkte des Drucker-Forums“, bezeichnet Straub die Hommage, „die uns Clayton Christensen in seiner Schlussrede gab“. Harvard-Legende Christensen, der mit seinem Buch „The Innovator’s Dilemma“ das Thema disruptiver Technologien und Veränderungen auf die Management-Agenda brachte, gilt als wichtigster Managementdenker der Welt und bildete mit weiteren Topdenkern 2016 eines der global bestmöglich besetzten Podien einer Managementkonferenz.

„Eine größere Legitimierung kann man nicht bekommen als die vorbehaltlose Anerkennung durch den führenden Managementdenker“, freut sich Straub. Zum zehnten Jubiläum des GPDF, das 2018 gefeiert wird, will Straub dem natürlich wieder gerecht werden.

Das Programm des Global Peter Drucker Forums 2017 (#GPDF17) zum Download

Werner H. Hoffmann (li.) und Alfred Taudes

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