Intelligent Business:
Auch eine Abenteuerreise in die Zukunft

Bei einem Round Table zur digitalen Transformation und zu Businessmodellen der Zukunft wurde deutlich: Pauschalreisen zum Erfolg wird es kaum noch geben. Man muss sich auf den Weg machen, ohne genau zu wissen, was einen unterwegs erwartet. Aber am Ende warten Top-Bewertungen von den Kunden.

Intelligent Business:
Auch eine Abenteuerreise in die Zukunft

Trend Talk SAP

„Wir sind mit einem Zug mit 200 km/h unterwegs, verlegen vorne noch die Schienen und müssen während der Fahrt auch noch die Lokomotive tauschen.“ Mit diesem drastischen Vergleich beschreibt Christoph Kränkl, Geschäftsführer von SAP Österreich, die aktuellen Herausforderungen bei der digitalen Transformation der Wirtschaft. Um genau dieses Thema ging es auch bei einem Round Table des Magazins trend am Rande des neues Premium-Business-Event„SAP now Wien“. Der Ort skizziert das Spannungsfeld: Ein altes, aufgelassenes Fabriksgebäude, in dem die Zukunft entworfen wird.

Diese Zukunft heißt „Intelligent Enterprise“. Aber ist das mehr als die nächste Marketing-Sau, die durchs Dorf getrieben wird? „Absolut“, betont Kränkl, „gemeint ist damit ein ganz zentrales Element der Business-Zukunft: Die Verbindung von menschlicher Intelligenz mit künstlicher Intelligenz.“ Ziel ist es, so Kränkl, einfache Geschäftsprozesse in Unternehmen, wie die Eingabe von Eingangsrechnungen, zu automatisieren. Kränkl: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von Routinetätigkeiten entlastet und können sich mehr um die Kunden kümmern.“

„Bei der Effizienzsteigerung sind die Unternehmen gut, bei neuen Geschäftsmodellen gibt es noch Raum für Verbesserungen.“ Mark Raben, SAP CTO MEE

Für Mark Raben, Chief Technology Officer von SAP für die Region Mittel- und Osteuropa, wirkt die Anwendungen von intelligenter Technologie auf zwei Ebenen: „Intelligente Technologie kann helfen, Dinge, die wir in Unternehmen tun, besser und effizienter zu machen. Und sie unterstützt auch, ganz neue Geschäftsfelder zu entdecken.“ Rabens Fazit der aktuellen Situation: „Bei der Effizienzsteigerung sind wir in Europa gut unterwegs, beim Entwickeln neuer Geschäftsmodelle und dem Erschließen neuer Umsatzströme ist noch Raum für Verbesserung.“

Worauf speziell die Finanzverantwortlichen der Unternehmen bei der Digitalisierung hoffen, brachte Rita Niedermayr, die als Geschäftsführerin des Controller-Instituts in engen Austausch mit vielen CFOs steht, auf den Punkt: eine Standardisierung, Harmonisierung von Prozessen sowie die Automatisierung mit KI, einen Single-Point-of-Truth mit einer besseren Datenverfügbarkeit, flexiblere Auswertungsmöglichkeiten, integrierte Planung und prediktive Analysen und vor allem bessereEntscheidungsgrundlagen. „Eine dynamische Geschäftsentwicklung erfordert neue Steuerungsmodelle“, so Niedermayr, „dazu gehören Simulationen und Szenarioplanungen, die eine flexible und dynamische Vorausschau ermöglichen und damit neue Qualität in die Managementdiskussion bringen.“

„Die Komplexität der Wirtschaft wird zunehmen. Aber die Kompliziertheit können wir reduzieren.“ Christoph Kränkl, SAP Geschäftsführer

SAP-Chef Kränkl verspricht, genau das einzulösen: „Wir leben in einer hochkomplexen Welt, das wird sich nicht ändern. Im Gegenteil, die Geschwindigkeit wird schneller, die globalen Einflüße größer. Unser neues Datenbanksystem SAP S/4 HANA gibt uns aber die Möglichkeit, die Kompliziertheit der Systeme wieder zu reduzieren. Unser Digital Boardroom zeigt uns alle Unternehmensdaten in Echtzeit - auf neuen, übersichtlichen Oberflächen wo man schnell sieht, wo das Unternehmen steht, und wo gleich auch Entscheidungsvarianten für das Management angeboten werden.“

„Alle wollen 5-Sterne-Bewertungen. Die sind die Währung fürs Überleben am Markt.“ Reinhard Harter, SAP VP CX CEE

Aber man muss kein CFO sein, um hohe Ansprüche zu stellen. Es reicht, wenn man Kunde von Plattformen wie Amazon oder Booking.com ist, die ziemlich einfach zu bedienen sind – und dieses einfache Handling jetzt auch von allen anderen Anbietern erwartet. Die Erwartungen der User – ob Endkunde oder Mitarbeiter – sind jedenfalls hoch, was die Unternehmen unter Druck setzt. „Das Ziel jeder digitalen Transformation muss daher sein, den Endkunden zu begeistern“, betont auch Reinhard Harter, Leiter des Bereichs Customer Experiences bei SAP in CEE, „denn die fünf Sterne, die der Kunde dem Unternehmen am Ende hoffentlich gibt, sind die Währung, die man am Markt zum Überleben braucht.“

Die wichtigste Voraussetzung, damit so etwas gelingt: Die Dinge vom Endkunden herdenken und dessen Nutzen in den Vordergrund stellen. Wobei diese „Endkunden“ auch die Mitarbeiter sein können. „Sehen diese keinen Vorteil in dem neuen System, droht dem Projekt das Scheitern“, weiß Reinhard Harter. Weitere wichtige Hürden, die übersprungen werden müssen: „Ein vertrauensvoller Umgang mit den Daten der Kunden“, betont Harter, „und Empathie, auch wenn man das in der Software-Welt nicht erwartet. Aber als Unternehmen muss ich meinen Kunden zuhören und wenn etwas nicht funktioniert, schnell agieren.“

Wie durch Digitalisierung neue Geschäftsmodelle entstehen können, zeigt ein konkretes Beispiel: Ein deutsches Unternehmen liefert Bohrer und Fräswerkzeuge an große Automobilhersteller. Das hat mit der digitalen Welt so ziemlich nichts zu tun. Durch engen Kontakt zu den Kunden hat sich herausgestellt, dass für diese nicht die Beschaffung, sondern das Handling das große Thema ist: Wie viele Bohrer sind noch auf Lager? In welchem Zustand befinden sie sich? Der Hersteller hat darauf reagiert und bietet dem Kunden jetzt über eine Plattform Daten an, die aussagen, wo und in welchem Zustand sich jedes Werkzeug befindet. „Um dort hinzukommen, muss man sich auf einer solche Reise einlassen. Auch wenn am Beginn nicht ganz klar ist, wohin sie führt“, betont Mark Raben.

„Ein klares Zukunftsbild haben, gleichzeitig lernfähig und beweglich bleiben: Man muss sich von der Idee verabschieden, alles zu wissen, bevor man sich auf den Weg macht.“ Rita Niedermayr, Controller-Institut

Die Notwendigkeit, intelligent zu agieren, könnte sich für Unternehmen verschärfen. „In fünf bis zehn Jahren stehen wir vor einer der größten Veränderungen der Wirtschaft“, ist Christoph Kränkl überzeugt, „denn dann gehen 30 Prozent der Fachkräfte, 30 Prozent der Beamten und auch 30 Prozent des Gesundheitspersonals in Pension. Dadurch entsteht neben einem Mangel an Arbeitskräften eine enorme Wissenslücke. Ohne den Einsatz intelligenter Technologien kann das für Unternehmen sehr schwierig werden.“
Fazit von CFO-Expertin Rita Niedermayer: „In unsicheren Zeichen muss man beweglich bleiben. Dazu gehört auch, sich von der Idee zu verabschieden, dass man schon alles weiß, bevor man sich auf den Weg macht.“

Interview SAP

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