Inflation in Eurozone im Oktober kräftig gestiegen

Die Inflation ist auf 4,1 Prozent gestiegen. Preistreiber war vor allem Energie, die sich um rund 24 Prozent im Jahresvergleich verteuert hat. In Österreich steigt die Inflation auf den höchsten Wert seit 13 Jahren.

Inflation in Eurozone im Oktober kräftig gestiegen

Inflation in Eurozone im Oktober auf 4,1 Prozent gesprungen

Die stark gestiegenen Treibstoff- und Energiepreise treiben die Inflation in der Eurozone weiter in die Höhe: Die Preise verteuerten sich im Oktober im Schnitt um 4,1 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Mitte 2008, als die Rate ebenfalls 4,1 Prozent erreicht hatte. Im September 2021 lagt die Rate bei 3,4 Prozent. Auch im gesamten EU-Schnitt stieg sie im Oktober mit 4,4 Prozent kräftig (September: 3,6 %).

Großer Preistreiber war im Oktober in der Eurozone erneut die Energie, die sich gegenüber zum Vorjahresmonat kräftig um 23,7 Prozent verteuerte. Dahinter folgen Dienstleistungen mit 2,1 Prozent, "Industriegüter ohne Energie" mit 2,0 Prozent und Lebens- und Genussmittel mit 1,9 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Obwohl dieses Ziel derzeit klar überschritten wird, will die EZB auf den Preisauftrieb nicht reagieren. Sie erachtet die Entwicklung als überwiegend temporär und rechnet im kommenden Jahr mit rückläufigen Inflationsraten. Diese Sichtweise wird jedoch nicht von allen Fachleuten geteilt.

Kräftiger Preistanstieg in Österreich

Auch in Österreich steigen die Preise immer stärker: Die Inflationsrate für Oktober 2021 lag laut Statistik Austria bei 3,7 Prozent, nach 3,3 Prozent im September. Damit erreichte die Teuerung im Oktober den höchsten Wert seit 13 Jahren. Hauptverantwortlich dafür waren "weitere, markante Preisschübe bei den Treibstoffen und beim Heizöl", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Eher moderat entwickelten sich die Nahrungsmittelpreise.

Die Ausgaben für Treibstoffe und Heizöl waren für weit mehr als ein Drittel der Inflation verantwortlich. Die Heizölpreise stiegen im Oktober um 60,8 Prozent im Jahresabstand. Treibstoffe wurden um 32,8 Prozent teurer. Strom verteuerte sich um 9,6 Prozent, Gas um 15,6 Prozent. Diesel wurde um 34,8 Prozent teurer, Superbenzin um 29,6 Prozent.

Stark verteuert hat sich auch Profilholz, nämlich um 53,9 Prozent. Die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie stiegen um 4,7 Prozent.

Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke musste man durchschnittlich um 1,1 Prozent mehr bezahlen. Nur Gemüse verteuerte sich um 4,8 Prozent deutlich. Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen um 1,8 Prozent, für Fleisch um 0,8 Prozent sowie für Obst um 0,4 Prozent. Milch, Käse und Eier hingegen verbilligten sich insgesamt um 0,4 Prozent. Alkoholfreie Getränke waren mit plus 0,2 Prozent fast preisstabil.

Billiger wurde die Nachrichtenübermittlung (Telefondienste u.a.), sie kostete durchschnittlich um 2,6 Prozent weniger. Mobiltelefongeräte wurden um 4,9 Prozent günstiger. Auch für die Übernachtung im Ausland musste man um 1,2 Prozent weniger bezahlen. Bekleidung und Schuhe wurden im Schnitt um 0,9 Prozent billiger.

Die Statistik ermittelt auch die Kosten für den täglichen Einkauf und die wöchentlichen Anschaffungen. Die Teuerung beim täglichen Einkauf fiel etwas geringer aus als die Gesamtinflation, der Wocheneinkauf war hingegen deutlich teurer. Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, wurde im Jahresabstand um 8,5 Prozent teurer.

Zum Vormonat September stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,6 Prozent.

Der Pensionistenverband fordert angesichts der stärksten Teuerung seit 13 Jahren einen "Kaufkraftsicherungs-Hunderter" und 300 Euro Winterzuschuss für Bezieher kleiner Pensionen. Die von der Bundesregierung verkündete Pensionsanpassung von 1,8 Prozent sei "völlig unzureichend". Das Parlament solle eine höhere Pensionsanpassung für 2022 beschließen, forderte Pensionistenverbands-Präsident Peter Kostelka. Angesichts "unleistbarer Energiepreise" müsse jetzt gehandelt werden, damit keine Pensionistin und kein Pensionist frieren müsse.

Georg Gassnerist Strategie-Experte bei der Managementberatung Horváth

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