Infineon-Chef: Nach Knappheit kommt die Chip-Blase

Der seit dem Frühjahr anhaltende Chipmangel könnte bald in ein gegenteiliges Szenario drehen: Infineon-Chef Ploss erwartet nach der Entspannung bald Überkapazitäten.

Infineon-Chef: Nach Knappheit kommt die Chip-Blase

Neubiberg. Infineon-Chef Reinhard Ploss rechnet mit Entspannung in der Chipkrise ab der zweiten Jahreshälfte 2022. "Wir sind gut dran, wenn im dritten Quartal Autoproduktion und Chiplieferung in Balance kommen", sagte Ploss am Dienstag beim Handelsblatt-Autogipfel. Allerdings sei der Nachholbedarf groß.

Ploss verwies auf die lange Vorlaufzeit in der Chipfertigung - so dauere es etwa ein Jahr, eine neue Fabrik zu bauen, der Produktionsdurchlauf liege dann nochmals bei einem halben Jahr oder sogar mehr. Die Fähigkeit der Wertschöpfungskette, auf eine steigende Nachfrage zu reagieren, sei begrenzt, sagte er.

Derzeit würden Kapazitäten in der Branche aufgebaut, sagte Ploss. Das werde zu Überkapazitäten führen: "Wir werden eine Bubble haben, die wird verschwinden und dann ist alles gut", sagte Ploss. "Die Blase verpufft dann wieder." Zugleich zeigte er sich aber zuversichtlich, dass die höhere Nachfrage aus der Autobranche nachhaltig sei. Moderne Autos benötigten deutlich mehr Halbleiter als früher. Infineon erwirtschaftet etwa 40 Prozent seines Umsatzes mit Halbleitern für die Autobranche.

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