Ein Satz mit x: Vonovias Deutsche-Wohnen-Übernahme war wohl nix

Ein Satz mit x: Vonovias Deutsche-Wohnen-Übernahme war wohl nix

Deutsche Wohnen-CEO Michael Zahn ist erleichtert: "Wir freuen uns und bedanken uns bei unseren Aktionären, Mitarbeitern und Mietern für die Unterstützung.

Der seit Monaten tobende Übernahmekampf auf dem Immobilienmarkt ist entschieden: Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia wird die kleinere Rivalin Deutsche Wohnen nicht schlucken. Die Bochumer konnten nicht genug Anleger von dem feindlichen Angebot überzeugen.

Mit 14 Mrd. Euro wäre es der größte Deal gewesen, den es je auf dem deutschen Markt gegeben hätte. Am Ende lag die Annahmequote nur bei gut 30 Prozent, wie Vonovia am Mittwoch mitteilte. Damit wurde die angepeilte Mehrheit klar verfehlt. Vonovia hatte die Schwelle im Jänner sogar noch gesenkt, weil sich der Konzern sicher war, genug Inhaber von Wandelanleihen mit im Boot zu haben.

Doch diese Rechnung ging nicht auf. "Natürlich hätte ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber es ist so, wie es jetzt gekommen ist", erklärte Vonovia-Chef Rolf Buch. Beim Preis habe er nichts drauflegen wollen, das Auf und Ab an den Börsen sei auch nicht hilfreich gewesen, um eine große Transaktion auf die Schiene zu bringen.

Börsianer atmeten jedoch auf: Die Vonovia-Aktie zählte mit einem Plus von sechs Prozent zu den Spitzenreitern im Dax, Deutsche Wohnen zog um fast sieben Prozent an und war größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Bis zuletzt hatte Buch gehofft, dass der Poker knapp zu seinen Gunsten ausgeht. Denn beide Seiten haben seit dem Herbst mit harten Bandagen gegeneinander gekämpft und intensiv um die Gunst der Investoren geworben. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn lehnte das Offert vehement ab. Der Preis sei zu niedrig und die versprochenen Synergien unrealistisch. Jetzt zeigte er sich erleichtert: "Wir freuen uns und bedanken uns bei unseren Aktionären, Mitarbeitern und Mietern für die Unterstützung. Unsere Argumente gegen die Transaktion haben den Markt überzeugt."

Vonovia will das endgültige Ergebnis voraussichtlich am 15. Februar veröffentlichen. Der Marktführer hatte die Deutsche Wohnen im Oktober mit den Übernahmeplänen überrascht. Die Bochumer torpedierten damit - erfolgreich - einen anderen Deal: Eigentlich hatte die Deutsche Wohnen die auf Nordrhein-Westfalen fokussierte LEG Immobilien schlucken wollen, um zu Vonovia aufzuschließen. Dieses Vorhaben scheiterte schließlich am Widerstand der Deutsche-Wohnen-Aktionäre.

Beim geplanten Mega-Deal Vonovia/Deutsche Wohnen ging es dann für viele Profi-Anleger um eine Grundsatzentscheidung: Einige favorisierten den Zusammenschluss zu einem unangefochtenen Branchenriesen im Leitindex Dax. Andere wollten dagegen weiter die Wahl haben zwischen zwei börsennotierten Wohnungskonzernen mit unterschiedlichem Investitionsschwerpunkt.

Vonovia verwaltet rund 370.000 Wohnungen und ist deutschlandweit aufgestellt. Die Deutsche Wohnen mit knapp 150.000 Einheiten fokussiert sich auf Berlin.

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