Leistbare Wohnungen werden Mangelware

Leistbare Wohnungen werden Mangelware

Karl Wurm, Obmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) schlägt Alarm: Der steigende Bedarf nach leistbaren Wohnungen kann durch geförderte Mietwohnungen nicht gedeckt werden.

Voriges Jahr haben die 187 gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) in Österreich rund 18.500 neue Wohnungen fertiggestellt, ein Anstieg um 17 Prozent oder 2.740 Einheiten. Für 2016 erwarten sie aber einen Rückgang um 24 Prozent oder 4.500 Einheiten auf 14.100 Neubauwohnungen. 2017 dürfte es nur ein kleines Plus von 6 Prozent auf 14.800 geben.

Die Wohnbauförderleistung ist 2015 - nach starken Ausweitungen in den zwei Jahren davor - wieder deutlich gesunken. Nach Zusagen von Förderzusicherungen für im Schnitt rund 26.400 Wohnungen 2013/14 lagen die Zusagen im vorigen Jahr mit 22.600 geförderten Wohnungen um 16 Prozent tiefer, damit wurde ein neuer Förderungstiefstand erreicht.

Besonders stark eingebrochen sind die Förderungszusagen bei Mietwohnungen. Mit 18 Prozent Minus auf rund 14.600 geförderte Wohnungen schrumpfte die Förderleistung fast zur Gänze in jenem Segment, das die Wohnungssuchenden aktuell besonders stark nachfragen, wie GBV-Obmann Karl Wurm am Mittwoch vor Journalisten beklagte.

Obgleich die aktuelle Zahl der geförderten Mietwohnungen über dem Tiefstand der Jahre 2011/12 liege, könne der steigende Bedarf nach leistbaren Wohnungen damit keineswegs abgedeckt werden, sagte Wurm im Jahrespressegespräch des Verbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen. Um die in den letzten Jahren entstandene Förderlücke wieder auszugleichen, bräuchte es eine Ausweitung der Wohnbauförderleistung um zumindest 3.500 Mietwohnungen zusätzlich.

Verschärfte Wohnungsknappheit

Das rapide Bevölkerungswachstum und die seit Jahren schwächelnde Wohnbauförderleistung würden die Wohnungsknappheit verschärfen. Vor allem auf preisgünstige Mietwohnungen gebe es einen Run, hier würden die Vormerklisten der GBV immer länger: In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Wohnungsnachfrager um über 50 Prozent an.

Grund für den immer größeren Wohnungsfehlbestand in den Städten sei der Einbruch im geförderten Geschoßwohnungsbau. Dieser sank zwischen 2010 und 2013 um 30 Prozent auf im Schnitt rund 15.000 fertige Wohnungen im Jahr, sodass der Neubau geförderter Mietwohnungen in der Zeit fast ganz von den Gemeinnützigen getragen wurde.

Die Neubauleistung im gesamten Mietwohnungssektor stieg 2015 um 13 Prozent auf rund 18.600 errichtete Wohnungen weiter an. Das höhere Fertigstellungsniveau, das in den darauffolgenden Jahren nur leicht unterschritten werden dürfte, kann die entstandene Angebotslücke im geförderten Mietwohnungssektor aber nicht füllen, glaubt der Verband.

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