Skandal in Rom: Luxuswohnung um zehn Euro

Skandal in Rom: Luxuswohnung um zehn Euro

Angehörige und Freunde von Politikern bekommen in Rom Immobilien zu Spottpreisen: Eine Wohnung mit Ausblick auf das Kolosseum wird für zehn Euro im Monat vermietet, ein Apartment auf der Piazza Navona für 24,41 Euro. Nun ermittelt eine Sonderkommission.

Ein Mietskandal sorgt derzeit in Rom für Aufregung. Wohnungen im Besitz der italienischen Hauptstadt sind laut einem Bericht des Sonderkommissars Franceso Paolo Tronca in den vergangenen Jahren zu Spottpreisen an Angehörige und Freunde von Politikern und hochrangigen Funktionären vergeben worden. Das berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.

Eine Wohnung mit Ausblick auf das Kolosseum wird demnach für zehn Euro im Monat vermietet, ein Apartment auf der Piazza Navona für 24,41 Euro. Die schwerverschuldete Gemeinde besitze Hunderte Immobilien, die den öffentlichen Kassen keinerlei Einnahmen bringen, heißt es in Troncas Bericht.

Der Sonderkommissar will nun ermitteln, welche Gemeindefunktionäre Mietverträge mit nicht an die Marktbedingungen angepassten Mieten abgeschlossen haben. Wegen dieses Zustands sei für die Gemeindekassen ein riesiger Verlust entstanden, klagte Tronca.

Seit 2001 hat sich die Gemeinde Rom von einem Großteil ihres Immobilienimperiums getrennt, um die leeren Kassen aufzufüllen. Circa 700 Immobilien müssen allerdings noch veräußert werden. In vielen davon leben Personen zu spottbilligen Mieten.

Der Sonderkommissar Tronca leitet in Rom die Amtsgeschäfte, nachdem Bürgermeister Ignazio Marino wegen mehrerer Skandale im vergangenen Oktober seinen Hut nehmen musste. Im Mai soll ein neues Stadtoberhaupt gewählt werden.

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