Österreichs Immo-Branche jubelt: 2016 wird ein neues Rekordjahr

Österreichs Immo-Branche jubelt: 2016 wird ein neues Rekordjahr

Im ersten Halbjahr 2016 wurde in Österreich mehr in Immobilien investiert als in den ersten sechs Monaten des Rekordjahres 2015. Die Renditen sind im internationalen Bereich relativ stabil, und das lockt auch immer mehr Kapital aus dem Ausland an.

Österreichs Immobilienbranche hat allerlei Grund zum Jubeln: Nicht nur, dass die Aktien der börsennotierten Immobilienkonzerne in den vergangenen Wochen einen regelrechten Höhenflug erlebt haben, auch war am österreichischen Immobilien-Investmentmarkt das erste Halbjahr bereits um 3,8 Prozent stärker als die ersten sechs Monate des Rekordjahres 2015. Ist also ein neues Allzeit-Hoch für heuer zu erwarten?

"Wenn die großen Transaktionen, die noch in der Pipeline sind, alle aufgehen, dann wird das Vorjahres-Rekordniveau auf jeden Fall erreicht, wenn nicht übertroffen und wir könnten uns der 4 Milliarden-Euro-Grenze nähern“, sagt Andreas Ridder, Geschäftsführer Österreich und Chairman CEE des Immobilienunternehmens CBRE. Für das zweite Halbjahr erwarten die Experten jedenfalls wieder einen Rekordumsatz.

Die großen Deals machen den Unterschied

Im ersten Halbjahr wurden bisher eher großvolumige Transaktionen abgeschlossen - und ebensolche sind auch noch in der Pipeline. Mit dem Verkauf des IZD Towers an CBRE Global Investors im ersten Halbjahr 2016 konnte das zweitgrößte jemals registrierte Büroimmobilieninvestment am österreichischen Markt abgeschlossen werden. Verkäufer war die Signa Holding, Berater war CBRE.

Büroimmobilien waren im ersten Halbjahr 2016 mit rund 52% die stärkste Assetklasse am österreichischen Investmentmarkt, dieses Niveau sollte gehalten werden. Ein weiterer - noch neuer Trend - geht in Richtung gewerbliche Wohninvestments: Große Investoren kaufen großvolumige Wohnportfolios. Auch in punkto Hotelimmobilien bewegt sich Österreich gegen den Trend: Mit 23 Prozent stellten Hotels im ersten Halbjahr die zweitwichtigste Assetklasse dar, die Steigerung des Investmentvolumens in dieser Assetklasse betrug gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 rund 126 Prozent. „Dieser Trend wird sich in Österreich, begünstigt durch den positiven Ausblick der österreichischen Tourismuswirtschaft, in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen. Wir erwarten noch einige Hoteltransaktionen“, so Ridder.

Hotel-Deals in Österreich - Wachstum gegen den Trend: Klicken Sie auf das Bild, um mehr zu erfahren.

Parallel zum wachsenden Deal-Volumen ergibt sich auch die Tatsache, dass wieder neue Investoren nach Österreich kommen. „Es gab Jahre, da wurde in Österreich – mit einigen Ausnahmen - fast nur von Österreichern und Deutschen investiert. Das hat sich sehr verändert“, so Ridder. Neben asiatischem Geld, das in österreichische Immobilien fließt, gibt es auch verstärktes Interesse von neuen, bisher noch nicht am österreichischen Markt vertretenen Anlegern. Bereits im ersten Halbjahr 2016 kamen 41 Prozent der Investments durch ausländische Investoren (exklusive Deutschland) zustande – ein Rekordwert, der zuletzt im ersten Halbjahr 2008 erreicht wurde.

Die Renditen in Österreich geben leicht nach, sind im internationalen Vergleich allerdings relativ stabil. Die Spitzenrenditen zur Jahresmitte in Österreich liegen für Büroimmobilien bei 4,10 Prozent und für Einzelhandelsobjekte zwischen 5,80 Prozent (Fachmarktzentren) und 3,60 Prozent (High Street Retail). Je nach Nutzungsart sind sie gegenüber der Jahresmitte 2015 zwischen 15 und 35 Basispunkte gefallen. „Internationale Investoren schätzen – einmal mehr – die Stabilität des österreichischen Marktes und die relative Attraktivität der Renditen. In den meisten deutschen Städten sowie in London, Paris und Mailand liegen die Renditen in der Zwischenzeit schon unter Wien. Früher hatte Wien den Ruf sehr teuer zu sein, das hat sich in den letzten Jahren jedoch geändert und die Preise in Wien gelten als attraktiv“, sagt Ridder.

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