Maklergebühren: Immobranche läuft gegen Änderungen Sturm

Die Immobilienbranche warnt vor den Auswirkungen, wenn nur noch die Vermieter die Maklerprovision zahlen müssen. Argumentiert wird, dass dann weniger Mietwohnungen offiziell angeboten und die Mieten steigen.

Maklergebühren: Immobranche läuft gegen Änderungen Sturm

Mietverträge seien zu komplex, um ohne Hilfe von Experten abgeschlossen zu werden, warnen Makler.

Ein Vorstoß zur Änderung der Regelung der Maklergebühren erregt die Gemüter. Die ÖVP tritt nun offenbar ebenfalls dafür ein, dass die an die Makler zu entrichtenden Gebühren bei Vermittlung einer Mietwohnung im Sinne des Beauftragungsprinzips ausschließlich von den Vermietern getragen werden soll.

Die Volkspartei schwenkt damit auf eine Position ein, die von Mieterschutzverbänden, Gewerkschaft und der SPÖ seit langem gefordert wird und die in anderen Ländern, etwa in Deutschland, längst Praxis ist. Bislang wurden die Maklergebühren jeweils zu gleichen Teilen von den Vermietern und den Mietern getragen. Für beide galt der Standard-Satz von zwei Monatsmieten.

Der Meinungsschwenk der ÖVP sorgt in der Immobilienbranche für helle Aufregung. "Dass es diesbezüglich nun parteienübergreifenden Konsens zu geben scheint, ist wohl nur dem beginnenden Intensivwahlkampf und dem Verteilen von vermeintlichen Wahlzuckerln geschuldet," ärgert sich Georg Flödl, Präsident des Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft, ÖVI. Er hält von dieser Änderung gar nichts und mokiert sich über die „überfallsartige Abschaffung des Doppelmaklerprinzips bei der Vermietung.

Zudem werden Regelungen vermisst. Der Verband fürchtet einen eilig entworfenen Textentwurf als Initiativantrag, „geschrieben von Wahlkampfmanagern und nicht von kundigen Juristen“, befürchtet Maklerrechtsexperte und ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel.

Weniger Mietwohnungen im Angebot?

In Deutschland wird das Beauftragungs- oder Bestellerprinzip seit Jahren angewandt. Das 2015 eingeführte Prinzip ermöglicht seither de facto nur noch eine Honorarvereinbarung zwischen dem Makler und dem Vermieter als Auftraggeber.

Die Immobilienvermittler sind jedoch de Meinung, dass die damit verbundenen Erwartungen dem Realitätscheck nicht standhalten. „Studien zeigen, welchen negativen Effekt dieser gesetzgeberische Eingriff hatte“ meint Holzapfel. Das Angebot an durch Makler vergebenen Mietwohnungen ist demnach um ein Drittel zurückgegangen.

So habe das Institut F+B erhoben, dass im Vergleich zu 2015 (1,5 Millionen) nunmehr um mehr als Drittel weniger Immobilieninserate auf deutschen Internetportalen verfügbar sind, nämlich 900.000. Der Schluss daraus: Viele Maklerunternehmen hätten sich wegen der Neuregelung der Maklergebühren aus dem Geschäft zurückgezogen. Die Vergabe von Wohnungen erfolge nun öfter durch die Eigentümer, die meistens die bisherigen Mieter einen Nachfolger suchen lassen. Vereinbarungen zur Abwälzung der Zahlungspflicht für die Provision auf den neuen Mieter sind laut Angaben des deutschen Bundesrates unwirksam.

Kosten werden eingepreist

Ein knapperes Angebot und weniger Transparenz wären die Folge, warnt der ÖVI. „Auch die prognostizierte Preissenkung für den Kunden ist nicht eingetreten“, so Holzapfel. Vielmehr würden die Kosten für die Vermarktung in die Miete eingepreist,“was angesichts der Markt- und Gesetzeslage in begehrten deutschen Ballungszentren offensichtlich kein Problem ist." Anders in Österreich: Bei der Berechnung des Richtwertmietzinses dürfen Vermarktungskosten bislang nicht berücksichtigt werden – im Gegensatz zur Berechnung der Kostenmiete bei den Gemeinnützigen Wohnbauträgern.

„Gerade bei Immobiliengeschäften von Privat an Privat ohne Beiziehung eines Profis kommt es oft zu einem bösen Erwachen, weil sich Monate später herausstellt, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden“, warnt zudem Verbandspräsident Flödl. Der Makler informiert über die komplexen mietrechtlichen Besonderheiten, von der Abklärung des Anwendungsbereiches bis hin zu Miethöhe und Betriebskosten. „Das Mietrecht schützt mittlerweile nur noch den Wissenden“, stellt Flödl fest.

Wenn der österreichische Gesetzgeber das Bestellerprinzip einführt, verzichte er gerade bei der Vermietung durch Privatpersonen auf die Informations- und Aufklärungspflichten, die ein Immobilienmakler zu leisten habe, behauptet der Verband in einer Aussendung.

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